DHCP-Server überprüfen mit dhcptest oder dhcpcheck

    DHCP-ServerIst in einem Netzwerk kein DHCP-Server erreichbar, dann führt dies in der Regel schnell zu Verbindungs­problemen. Diese können aber auch auftreten, wenn sich unautorisierte DHCP-Server im Netz befinden oder der Client eine fehlerhafte Konfiguration erhält. Die kostenlosen Tools dhcpcheck und dhcptest helfen bei Fehlersuche.

    DHCP-Probleme äußern sich in den seltensten Fällen durch Fehlermeldungen des DHCP-Clients, sondern fallen etwa dadurch auf, dass verschiedene Anwendungen oder Netzfreigaben nicht mehr erreichbar sind. Eine häufige Folge ist die berüchtigte Meldung "Nicht identifiziertes Netzwerk. Kein Internetzugriff".

    DHCP-Traffic mit Wireshark überwachen

    Eine fehlgeschlagene Zuweisung der IP-Konfiguration über DHCP kann unbemerkt bleiben, weil Windows einem Adapter über Automatic Private IP Addressing (APIPA) eine IP automatisch zuordnet, wenn kein Server auf den Broadcast des Clients reagiert. Dies erkennt man daran, dass der Befehl ipconfig eine Adresse aus dem Bereich 169.254.0.0/16 anzeigt.

    Eine Möglichkeit, um den DHCP-Prozess zu verfolgen, bestünde in der Verwendung eines Analyse-Tools wie Wireshark. Dort richtet man einen bootp-Filter ein, um zu sehen, welche Pakete in diesem Zusammenhang gesendet und empfangen werden.

    Wireshark kann auch den DHCP-Traffic mitschneiden.

    Einfacher geht es mit eigenständigen Testprogrammen für DHCP wie die kostenlosen dhcpcheck.exe und dhcptest.exe. Beide sind Tools für die Kommandozeile, die keine Installation erfordern.

    dhcpcheck für bekannte DHCP-Server

    Das einfachere der beiden ist dhcpcheck von KS-Soft. Es ist dann von Nutzen, wenn man den Namen bzw. IP-Adresse des DHCP-Servers bereits kennt, weil diese/r beim Aufruf zwingend angegeben werden muss. Daher eignet es sich zum Beispiel zur Untersuchung eines Servers, auf dem der DHCP-Dienst zwar läuft, aber der keine IP-Adressen zuteilt. Das passiert etwa dann, wenn die Autorisierung des DHCP-Servers im AD verloren geht.

    dhcpcheck unterstützt folgende Parameter:

    • host: Name oder IP des DHCP-Servers (erforderlich)
    • clientIP: IP des Interface, für das angefordert werden soll (innerhalb des DHCP-Bereichs)
    • clientMAC: MAC-Adresse des Clients (Bindestrich oder Doppelpunkt als Trennzeichen)
    • timeout: in msec, Vorgabe ist 5000 msec

    Die Antwort des Tools ist recht lapidar und besteht in Meldungen wie Host is alive oder No answer:Confirmation packet was not received.

    Mehr Optionen mit dhcptest

    Flexibler ist das Tool von Vladimir Panteleev. Es handelt sich dabei um einen einfachen DHCP-Client, der wie gewohnt ein DHCP Discover Packet verschickt. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, welcher Server auf die Anfrage des Clients reagiert.

    Neben der MAC- und der IP-Adresse der lokalen Schnittstelle kann das Tool auch DHCP-Optionen an den Server übertragen, zum Beispiel den Vendor Class Identifier. Umgekehrt kann man auch Optionen aus der Antwort des Servers auslesen (alle unterstützten Parameter erhält man durch den Aufruf mit --help).

    dhcptest gibt die alle Informationen aus, die der Server an den Client schickt.

    Hat man zum Beispiel für ein Gerät eine DHCP-Reservierung eingerichtet und über die Option 15 einen Hostname festgelegt, dann könnte man folgende Anfrage an den Server schicken:

    dhcptest.exe --mac 00:0c:29:bd:44:c7 --request 15 --query

    Die MAC-Adresse ist erforderlich, um die Reservierung zu identifizieren, und request 15 fordert den Inhalt der Option 15 (Hostname) an. Im Gegensatz zu dhcpcheck gibt dhcptest detaillierte Auskunft über die erfolgte Kommunikation und die Antwort des Servers.

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