Mit einem temporären Profil angemeldet: alte Konfiguration wiederherstellen

User ProfilesWenn Windows bei der Anmeldung eines Benutzers dessen Profil nicht laden kann, dann erstellt es eine temporäre Umgebung. Dort fehlen die gewohnten Einstellungen und even­tuell Benutzerdaten. Abhängig von der Ursache für das Laden eines temporären Profils stehen aber die Chancen gut, dass man die alten Einstellungen restaurieren kann.

Werden Benutzer mit einem temporären Profil angemeldet, dann hat dies weitreichende Folgen. Zum einen erhalten sie anstelle ihrer gewohnten Konfiguration nur Standardeinstellungen. Werden die Benutzerdaten nicht durch Ordnerumleitung oder Roaming Profiles auf einem Server gespeichert, dann haben die User zudem keinen Zugriff auf ihre Dokumente.

Datenverluste durch temporäre Profile

Beim Speichern von Daten in den lokalen Benutzerprofilen kommt hinzu, dass Windows nach dem Abmelden des Users alle im temporären Profil (typischerweise unter \users\temp bzw. \users\temp.[domain].000 auf einem Terminal-Server) abgelegten Dateien löscht und damit Datenverluste verursachen kann.

Der Hinweis auf das temporäre Profil informiert darüber, dass dort nach Ende der Session alle Dateien verloren gehen.

Auch wenn das genannte Problem auch unter Windows 7/8.x auftreten kann, so sind temporäre Profile besonders ein Phänomen auf dem Terminal-Server. Notorische Verursacher dafür sind Remotedesktop-Profile oder die mit Windows Server 2012 eingeführten User Profile Disks, etwa wenn sie auf einem Netzlaufwerk liegen. Lässt sich eine Verbindung dorthin nicht aufbauen, dann sieht der Benutzer den Hinweis: "Sie wurden mit einem temporären Profil angemeldet".

Häufig reicht es daher aus, wenn sich ein User ab- und erneut anmeldet. Ist das Netzlaufwerk für die Profile beim wiederholten Anmelden erreichbar, dann stellt Windows das ursprüngliche Profil wieder her.

Deaktivierung von User Profile Disks als Ursache

Eine ähnliche Situation ergibt sich, wenn man User Profile Disks für eine Sammlung von Session Hosts verwendet. Beim Einschalten des Features benennt es sämtliche betroffene Profile nach dem Muster in user.BACKUP-0 um, aber macht diesen Vorgang nicht rückgängig, wenn man es wieder deaktiviert.

Deaktiviert man User Profile Disks, dann muss man die Profilverzeichnisse manuell umbenennen.

Aus diesem Grund kann Windows anschließend den Pfad zu den Profilen nicht finden und verwendet ein temporäres Profil. Es empfiehlt sich deshalb, nach dem Deaktivieren von User Profile Disks umgehend die Profilver­zeichnisse auf ihrem ursprünglichen Namen zurückzusetzen.

Die beim Einrichten von User Profile Disks umbenannten Verzeichnisse führen zum Laden temporärer Profile.

Wenn die Ursachen für das Laden von temporären Profilen nicht derart offensichtlich sind und sich so einfach beseitigen lassen, dann kann man versuchen, das alte Profil explizit wieder zu aktivieren. Dazu ist es notwendig, die entsprechenden Einträge in der Registry unter HKLM\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\ProfileList zu bearbeiten.

Ursprüngliches Profil in der Registry aktivieren

Die Schlüssel mit der SID der Benutzer enthalten eine Reihe von Angaben zum Profil, darunter RefCount (Zähler für die aktiven Sessions des Users), State (Art und Status des Profils) und ProfileImagePath (Pfad zum Profil). Über Letzteren kann man recht einfach herausfinden, zu welchem Benutzer ein bestimmter Schlüssel gehört, weil der Pfad dessen Namen enthält.

Die Einträge für die ursprünglichen Profile erhalten die Endung .bak. ProfileImagePath gibt normal Aufschluss über den User.

Wurde ein Benutzer mit einem temporären Profil angemeldet, dann erhält der Schlüssel für das ursprüngliche Profil die Endung .bak und dessen Wert für State wird auf 0x0000800(n) gesetzt. Windows legt zudem für das temporäre Profil einen neuen Eintrag mit der SID des Benutzers an. Meldet sich der User wieder ab, dann verschwindet unter Windows 8.x und Server 2012 (R2) der temporäre Eintrag, aber der Schlüssel für das Originalprofil behält die Endung .bak.

Um das Laden des ursprünglichen Profils zu erzwingen, muss also der Schlüssel mit der Endung .bak wieder seinen ursprünglichen Namen bekommen. Dazu meldet man sich mit einem administrativen Konto an und wechselt in regedit.exe zur besagten ProfileList.

Nachdem es sich empfiehlt, die Einträge für die Profile nur zu ändern, wenn die betreffenden Benutzer nicht angemeldet sind, sollte sich dort nur die .bak-Version finden. Liegt dennoch zusätzlich der temporäre Schlüssel (ohne Endung) vor, dann sollte man erst diesen umbenennen, etwa indem man .tmp an den Namen anhängt. Anschließend entfernt man die Erweiterung .bak vom Schlüssel für den ursprünglichen Eintrag und setzt dort die Werte für State und - falls vorhanden - für RefCount auf 0 zurück.

Defekte Profile wiederherstellen

Sollten Benutzer nach dieser Maßnahme erneut ein temporäres Profil erhalten, dann ist das ursprüngliche Profil offenbar beschädigt und lässt sich nicht mehr einlesen. Häufig liegt das Problem an der benutzerspezifischen Registry-Datei ntuser.dat. Man kann in diesem Fall versuchen, das betreffende Laufwerk zu prüfen und Fehler korrigieren zu lassen.

Als letzte Maßnahme hilft nur noch das Löschen des alten und das Anlegen eines neuen Profils.

Als letzter Ausweg bietet sich an, die weiterhin benötigten Dateien des ursprünglichen Profils zu sichern (u.a. Documents, Desktop, Pictures, etc.) und dieses anschließend zu löschen. Außerdem sollte man den dazugehörigen Registry-Schlüssel unterhalb von ProfileList entfernen.

Wenn sich der Benutzer anschließend wieder anmeldet, dann legt Windows ein neues Profil für ihn an. In dieses kopiert man schließlich die Daten zurück, die man zuvor gesichert hat.

2 Kommentare

Bild von Dishonored
Dishonored (Besucher) sagt:

Sehr geehrte Community,

ich habe ein schwerwiegendes Problem. Ich betreue einen Windows 10-Laptop mit 5 Benutzern von welchem regelmäßig 2-3 auf .bak gesetzt werden. Nun wollte ich gerne wissen was ich denn dagegen tun kann das dieses Problem vermieden wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Dishonored

Bild von Fischlein
Fischlein (Besucher) sagt:

@Dishonored

Das würde mich auch interessieren wie man das Problem auf Dauer in den griff bekommt.

MfG
Fischlein

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