Ericom PowerTerm WebConnect 5.7: Citrix-Alternative für KMUs

    Ericom PowerTerm WebConnectNeben Citrix und VMware, den beiden Marktführern bei Desktop-Virtualisierung, bieten einige kleinere Hersteller interessante Lösungen an. Diese stellen nicht den gesamten Funktionsumfang der beiden Großen bereit, sind aber vor allem für kleinere und mittlere Installationen interessant. Einer dieser Anbieter ist Ericom mit PowerTerm WebConnect. Die eben erschienen Version 5.7 enthält einige fortgeschrittene Features, nach denen man in anderen Lösungen vergeblich sucht.

    Im Gegensatz zu manchen weniger bekannten Namen in diesem Segment ist Ericom kein neuer Player, vielmehr ist die Firma seit Anfang der 90er-Jahre tätig und konzentrierte sich ursprünglich auf Terminal-Emulatoren für Mainframes, Midrange-Systeme und Unix unter Windows. Sie bot schon vor den Zeiten der Desktop-Virtualisierung Erweiterungen für den Terminal-Server an, um dessen Defizite bei Benutzererlebnis und Management auszugleichen.

    Ericom füllt die Lücken in den Remote Desktop Services

    Mit der Ausweitung des Angebots auf virtuelle Desktops überrascht es daher nicht, dass Ericom wie Citrix das Modell des Server Based Computing weiterführt und keine alternativen Ansätze verfolgt wie neue Anbieter, etwa Mokafive oder Wanova. Ericom positioniert sich daher explizit als Alternative zu Citrix, es lässt sich aufgrund seiner Produktphilosophie aber eher mit Quest und dessen vWorkplace vergleichen.

    Wie dieses und im Gegensatz zu Citrix strebt Ericom nicht nach einem kompletten Software-Stack vom Hypervisor bis Remote-Display-Protokoll, sondern versucht Microsofts lückenhaftes VDI-Angebot zu ergänzen. Ericom erschließt für die RDS beispielsweise auch weitere Plattformen, seien es Hypervisor oder Client-Betriebssysteme.

    VDI, Terminal-Emulation und Terminaldienste

    PowerTerm WebConnect versteht sich anders als etwa VMware View als keine reine VDI-Lösung, sondern vereint entfernte Anwendungen und Desktops unterschiedlichen Ursprungs unter einer Oberfläche. Dazu zählen Mainframe-Anwendungen ebenso wie Anwendungen und Desktops, die der Terminal-Server (nun Remote Desktop Services) bereitstellt bis hin zu virtuellen Desktops. Ericom wirbt damit, dass es diese Aufgabe mit einem einzigen Produkt bewältige, während Citrix mit XenDesktop und XenApp dafür 2 benötige.

    Optimierung von RDP mit Blaze

    Neben einem flexibleren Connection-Broker als jener in den RDS dient vor allem Ericom Blaze dazu, die Fähigkeiten der Terminaldienste aufzuwerten. Wie Quest mit EOP Xtreme erweitert Blaze das Remote Desktop Protocol (RDP) und verbessert mit effizienter Kompression vor allem das Benutzererlebnis über WAN-Verbindungen. Ericom behauptet, dass Blaze den Bandbreitenverbrauch bis zum 25-fachen reduzieren könne.

    Unified Desktop verschmilzt lokale und entfernte Desktops

    Das eben erschienene PowerTerm Connect 5.7 bringt weiter reichende Neuerungen, als der kleine Versionssprung vermuten lässt. Ein interessantes Feature nennt sich Unified Desktop. Sein Charme besteht darin, dass es den lokalen und mehrere virtuelle Desktops sowie entfernte Anwendungen zu einer Einheit verschmelzen kann. Sie verbirgt dem Benutzer weitgehend die Herkunft einzelner Applikationen, sogar das Startmenü und die Taskleiste versammeln die Symbole aller involvierten Desktops.

    Lokale Anwendungen im Remote-Desktop

    Eine weitere Neuerung sind die Reverse Seamless Windows. Während die häufigste Konstellation im Citrix-Umfeld entfernte Anwendungen nahtlos in einen lokalen Desktop integriert, bewirkt das Ericom-Feature genau das Gegenteil. Es erlaubt, dass lokal ablaufende Programme in entfernte virtuelle Desktops eingeblendet werden.

    Der Nutzen dieses Features besteht darin, dass es Ressourcen-hungrige Anwendungen oder solche, die sich über RDP/Blaze nicht vernünftig bereitstellen lassen, auf den Client verlagert und so den Server entlastet. Diese Technik gibt es bisher schon als Standalone-Produkt namens Virtual Desktop Extender von RES Software.

    Viele Verbesserungen für VDI

    Neben diesen auffälligen neuen Features bringt die Version 5.7 eine Reihe von weniger spektakulären Verbesserungen. Zu den wichtigsten zählen die Unterstützung für Windows 7 und Server 2008 R2 inklusive Service Pack 1. Dazu zählt auch der Support für das mit dem SP1 verfügbare RemoteFX sowie das in den neuen Windows-Versionen genutzte RDP 7.

    Eine Vielzahl von Verbesserungen betreffen virtuelle Desktops, darunter Load Balancing im Zusammenspiel mit VMware vCenter oder Microsofts SCVMM, dynamische Rechner-Pools, die abhängig von der Auslastung Server hinzu- oder abschalten, sowie Linked Clones, um benutzerspezifische Änderungen in einer VM bei geringem Platzverbrauch speichern zu können. Eine vollständige Übersicht aller Neuerungen von PowerTerm WebConnect 5.7 bietet der Blog-Beitrag des Entwicklungsleiters Dan Shappir.

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