Free VMware ESXi 5.1: Funktionen und Einschränkungen


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    VMware vSphere Hypervisor 5.1VMware bietet seit einigen Versionen eine kostenlose Ausführung seines Hypervisors ESXi an. Diese gibt es auch von ESXi 5.1, der die Grundlage für vSphere 5.1 bildet. Nachdem die aktuelle VMware-Plattform eine Reihe technischer und lizenzrechtlicher Neuerungen bringt, stellt sich die Frage, was davon für die Gratis-Version abfällt.

    Die gleichzeitige Ankündigung des ESX-Nachfolgers ESXi 4 und einer kostenlosen Version des Hypervisors hat zu einer Begriffsverwirrung geführt, die bis heute anhält. Viele setzen immer noch ESXi mit der Gratis-Variante gleich. Tatsächlich handelt es sich bei ESXi aber um die Ausprägung des Hypervisors ohne Linux-basiertes Konsolenbetriebssystem. Seit der Version 5 kommt ausschließlich sie in vSphere zum Einsatz. Die kostenlose Software heißt jetzt offiziell VMware vSphere Hypervisor.

    Support für Virtual Hardware 9

    Eine wichtige Neuerung in ESXi 5 ist die Unterstützung von Virtual Hardware 9, die auch in der VMware Workstation 9 zur Verfügung steht. Eines ihrer wesentlichen Features ist der Support für bis zu 64 vCPUs in einer virtuellen Maschine, der Wert von 1 TB vRAM blieb seit ESXi 5.0 unverändert.

    Allerdings stellt VMware diese volle Leistung nicht einmal in den kleineren Editionen von vSphere 5.1 zur Verfügung, so dass man sie beim kostenlosen Hypervisor nicht erwarten kann. Daher bleibt die maximale Zahl der vCPUs pro VM auf 8 beschränkt. Dagegen gibt es keine Limits bei der Ausstattung des Rechners mit physikalischen Prozessoren, so dass in puncto Rechenleistung eine Vielzahl von VMs pro Host möglich wäre, wenn ihnen 8 virtuelle CPUs ausreichen.

    RAM-Beschränkung

    Gegen eine solche Auslastung leistungsstarken Maschinen spricht allerdings die Beschränkung von ESXi Free 5.1 auf 32 GB physikalischen Arbeitsspeicher. Dieser wird Berichten in diversen Foren zufolge zwar nicht durch die Software erzwungen, aber eine Überschreitung dieses Werts stellt eine Verletzung der Lizenzbedingungen dar.

    Aufgrund der Limitierung des physikalischen Arbeitsspeichers profitieren Anwender kaum von der Abschaffung der vRAM-basierten Lizenzierung. Zwar kann jeder VM bis zu 32 GB virtueller Speicher zugeordnet werden, aber eine deutliche Überbuchung des verfügbaren RAMs ist für ernsthaft genutzte Server keine vernünftige Option.

    Nur Lesezugriff auf APIs

    Zu den weiteren Einschränkungen des kostenlosen Hypervisors gehört wie in der Vergangenheit, dass alle APIs auf den Lesezugriff reduziert sind. Dies beschneidet die Scripting-Möglichkeiten mittels PowerCLI und verhindert den Einsatz vieler Zusatzprogramme, beispielsweise für das Backup. Außerdem bietet die freie Version keinen Support für SNMP.

    Kein zentrales Management

    Die insgesamt größte Limitierung von ESXi Free besteht seit jeher darin, dass er kein zentrales Management besitzt. Daher müssen alle Hosts einzeln verwaltet werden, typischerweise über eigene Sessions des vSphere Client. Damit entfallen viele fortgeschrittene Funktionen wie vMotion oder High Availability. Beim Umzug von VMs zwischen mehreren Hosts kann man sich mit dem kostenlosen Veeam Backup Free Edition behelfen, das eine Quick Migration mit einer kurzen Downtime der VM unterstützt.

    Hyper-V Server 2012 mit mehr Funktionen

    Im Vergleich zum kostenlosen Hyper-V Server 2012 von Microsoft ist der VMware vSphere Hypervisor zweifellos mager ausgestattet. Beide Produkte sind primär als Einstieg in die Virtualisierung mit den Technologien des jeweiligen Herstellers gedacht.

    Wer sich dabei in Richtung Microsoft entscheidet, dem bieten sich aufgrund des Lizenzmodells kaum sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für den mächtigen kostenlosen Hypervisor - es sei denn, man will Linux und Windows 7/8 als Gäste betreiben. Wenn man bei VMware schnell an die Grenzen von ESXi Free stößt, kann man ohne Neuinstallation auf eine kostenpflichtige Edition von vSphere wechseln.

    10 Kommentare

    Bild von Andreas
    Andreas sagt:
    9. Mai 2013 - 15:16

    Eine kleine Korrektur:

    VEEAM Backup (egal ob lizensiert oder nicht) unterstützt laut gestriger Auskunft der Entwickler (8.5.2013) AUSSCHLIESSLICH die Vollversion des ESX, so dass auch ein Umzug von VMs zwischen kostenlosen Hosts nicht möglich sein dürfte.

    Schade...

    Bild von Zeroblue2005
    Zeroblue2005 sagt:
    20. November 2015 - 21:44

    Das stimmt nicht.So lange man im Testmuster arbeitet geht es!

    Bild von David Johnson
    David Johnson sagt:
    13. Mai 2013 - 14:04

    Hallo Andreas,
    VEEAM Backup funktioniert trotzdem
    mit der kostenlosen Version.

    Stand war bei mir ESX 5.0

    Bild von Django
    Django sagt:
    16. Mai 2013 - 21:59

    Hallo zusammen,

    kann jemand den Kommentar vom David (13.5.13 13:04) noch wer bestätigen dass die "veeam backup free" version mit (ich glaube gemeint war..) vmware vsphere hypervisor 5.0, freie edition) funktioniert?

    die "umstellung" wurde ja schon in 2009 (http://www.veeam.com/blog/veeam-and-free-esxi.html) vollzogen...

    würde mir einiges an arbeit sparen (bin nicht vom fach und daher dauert das alles eh sehr lange) wenn ich hier kurz ne bestätigung bekäme.

    viele grüße, micha

    Bild von fflax
    fflax sagt:
    22. Mai 2013 - 15:37

    ..kann ich leider nicht bestätigen.
    Mit der freien ESX Version erhalte ich von VEAAM die folgende Meldung beim Backup : SetVmChangeTracking failed, vmRef '13', changeTrackingEnabled 'True' Failed to execute SOAP command "CReconfigVmOperation". Details: "" fault.RestrictedVersion.summary Creating VM snapshot Error: fault.RestrictedVersion.summary

    Genauere Erklärung dazu findet ihr hier :
    http://www.discoposse.com/index.php/2012/11/17/unable-to-use-veeamzip-wi...

    Schade eigentlich

    Grüße
    fflax

    Bild von Mirco
    Mirco sagt:
    23. Mai 2013 - 11:23

    ...Kann ich leider auch nicht bestätigen. Das liegt mit der VMware API for Data Protection (VADP)zusammen, welche im kostenlosen VMware Hypervisor nicht aktiv ist.

    Im Release ESXi 5.1 sollte diese auch im kostenlosen Hypervisor drin sein, ist aber scheinbar nicht der Fall. Somit ist die einzige Möglichkeit ghettoVCB, da alle anderen Backup-Programm auch diese API brauchen.

    Schade aber ist so

    Gruß
    Mirco

    Bild von Ronny
    Ronny sagt:
    13. Juni 2013 - 7:31

    Eine kurze Frage. In dem o.g. Artikel steht, dass die Nutzung von mehr als 32GB RAM auf dem Host ein lizenzverstoß ist, würde es trotz dessen, für kurze testzwecke, funktionieren, einen Host mit 128 GB RAM zu betreiben und den Guest entsprechend Speicher zu zu teilen?

    Bild von Steve
    Steve sagt:
    24. Juni 2013 - 9:46

    Bei mir hat ein Betrieb mit mehr als 32 GB nicht funktioniert, der Server bootet dann einfach nicht mehr.

    Veeam Backup hatte ich nicht getestet, aber Veeam FastSCP funktionierte.

    Bild von Mike
    Mike sagt:
    11. Oktober 2013 - 9:12

    Hallo zusammen,

    Es gibt noch eine Möglichkeit außer Veeam für backups von VMs:
    VM Explorer Free Edition (http://www.trilead.com/de/editionen/)

    Gruß, Mike

    Bild von Uwe
    Uwe sagt:
    25. Februar 2014 - 9:09

    Wir testen auch seit einiegr Zeit VMWare Hypervisor mit Backups und Restore via kostenlosem (per konstenpfl. Lizenz gut erweiterbarem) Trilead VMExplorer und sind bisher in unseren Tests sehr zufrieden.

    Bei produktivem Einsatz spricht gegen die kostenlose Version für uns zunächst mal die Möglichkeit, Backups zu schedulen. Die Lizenzkosten sind aber durchaus überschaubar und dann wird das Teil ein hervorragend ausgestattetes Tool. Zum Testen und für Gelegenheitsjobs reicht die kostenlose Version allemal. Umzüge zwischen Plattformen stellen damit kaum ein Problem dar.