Gartner empfiehlt Unternehmen den Abschied von Windows 7

    Windows 7 MigrationWährend weltweit ein erheblicher Teil der Firmen-PCs noch unter XP läuft, rät das Analystenhaus Gartner bereits zu einer schrittweisen Ablösung von Windows 7. Bei der Entscheidung für ein neueres Client-Betriebssystem sollten Firmen Microsofts geänderte Update-Politik berück­sichtigen, die seit Windows 8 deutlich kürzere Intervalle vorsieht.

    Maßgeblich für die Haltung des Gartner-Analysten Stephen Kleynhans, der für den Report verantwortlich zeichnet, sind die Erfahrungen mit der XP-Migration. Microsoft hatte bereits 2007 das Support-Ende des Betriebssystems für 2014 angekündigt, so dass Kunden 7 Jahre Zeit für die Umstellung auf eine neuere Version hatten. Dennoch laufen mehrere Monate nach der Veröffentlichung des letzten Updates immer noch ca. 25 Prozent der Firmen-PCs unter dem OS-Veteranen.

    Wiederholung der XP-Geschichte vermeiden

    Gehen Unternehmen bei der Ablösung von Windows 7 ähnlich vor wie bei XP, dann stellt sich das Problem eines nicht mehr unterstützten Betriebssystems in einiger Zeit erneut. Der Mainstream Support für das OS endet bereits am 13.01.2015 und das endgültige Aus kommt am 14.01.2020, also in knapp fünfeinhalb Jahren.

    Die Analysten empfehlen den schrittweisen Abschied von Windows 7, indem neue PCs mit der Version 8.x oder einer späteren Ausführung in Betrieb genommen werden. Eine Migration der gesamten Client-Umgebung in einem Durchgang sei für die meisten Anwender nicht sinnvoll und nur zu rechtfertigen, wenn damit ein solider geschäftlicher Nutzen verbunden ist.

    Widerstand in Firmen gegen Windows 8.x

    Viele Unternehmen sträubten sich bisher gegen die Einführung von Windows 8.x, weil der hybride Charakter des Systems einen größeren Schulungsaufwand für die Endbenutzer nach sich ziehen kann und die Vorteile der neuen Oberfläche auf Desktop-PCs ohne Touch-Unterstützung nicht ersichtlich sind. Entgegen der von Gartner empfohlenen Ablösung von Windows 7 entscheiden sich deshalb Firmen häufig noch dafür, XP-Rechner auf die Version 7 und nicht auf 8.x zu migrieren.

    Die Eigenschaften der Taskleiste bieten mehrere Optionen, mit denen man das Verhalten von Startseite und Desktop steuern kann.

    Allerdings zeigen die letzten Upgrades sowie die bis dato bekannt gewordenen Neuerungen von Windows 9 (Codename "Threshold"), dass Microsoft nach der starken Consumer-Orientierung von Windows 8 nun zunehmend auf die Wünsche von Enterprise-Kunden eingeht. Dazu zählten schon in Windows 8.1 beispielsweise Boot to Desktop oder die Möglichkeit, die Startseite zentral zu verwalten.

    Windows Threshold soll bisherigen Berichten zufolge wieder ein vollwertiges Startmenü bekommen, das neben den bekannten Menüeinträgen auch eine Vorschau auf Kacheln (Live Tiles) enthält. Offiziell bestätigt ist auch die Integration von Store Apps in den herkömmlichen Desktop, wo sie wie Win32-Anwendungen in einem Fenster laufen können. Außerdem soll die im Desktop-Einsatz wenig hilfreiche Charms-Leiste verschwinden.

    Sprung auf das Update-Karussell

    Wenn Unternehmen dem Rat von Gartner folgen und Windows 7 schrittweise ablösen wollen, dann reicht es nicht, sich bloß für eine neuere Version zu entscheiden. Aufgrund von Microsofts neuer Release-Politik stehen sie dann im Jahres-Rhythmus vor einem mehr oder weniger unausweichlichen Update.

    So ist zwar für Anwender, die bereits Windows 8 einsetzen, der Wechsel auf 8.1 nicht zwingend. Aber nachdem das Upgrade auf das deutlich verbesserte System kostenlos ist, wird sich kaum eine IT-Abteilung einer Migration entziehen können. Verschiedenen Gerüchte zufolge könnte das Upgrade auf Windows Threshold ebenfalls gratis sein, so dass sich dieses Szenario nächstes Jahr wiederholen würde.

    Zwischen den offiziellen Releases bringt Microsoft zudem regelmäßige Updates, die wie Windows 8.1 Update 1 installiert werden müssen, damit sich weiterhin Patches für das Betriebssystem einspielen lassen. Für Geschäftskunden lief die Frist dafür am 12. August ab. Die häufigen Updates erhöhen zudem die Gefahr, dass Microsoft fehlerhaften Code verteilt, wie das eben zurückgezogene August-Update (ursprünglich als Update 2 angekündigt) zeigt.

    Vereinfachte Migration durch In-Place-Upgrades

    Trotz solcher Pannen hat sich insgesamt der Update-Prozess vereinfacht, so dass alle Nachfolger von Windows 8 über die unmittelbare Vorgängerversion installiert werden können (In-Place-Upgrade). Im Vergleich zu einer Migration von XP auf Windows 7 lässt sich das Betriebssystem nun wesentlich unkomplizierter aktualisieren.

    Allerdings entfällt ein wesentlicher Aufwand immer schon auf das Testen der Kompatibilität von Anwendungen mit einer neuen Version von Windows. In den meisten Unternehmen wird man daher auch vor kleineren Updates zumindest die kritischen Applikationen auf ihre Verträglichkeit mit dem neuen Code prüfen müssen.

    In großen Konzernen mit rigiden Compliance-Vorgaben könnten nach Ansicht von Gartner jedoch die Intervalle zwischen den Upgrades knapp werden. Ein besonderes Augenmerk verdienen dabei Web-Anwendungen, weil Microsoft das System-Update häufig nutzt, um den Internet Explorer zu aktualisieren.

    1 Kommentar

    Bild von Frank
    Frank sagt:
    15. Dezember 2014 - 21:21

    Entgegen der Meinung vieler ist die Migration von Windows 7 zu Windows 8 bei uns gar nicht so gravierend abgelaufen.
    Als Hardware haben wir uns zum Teil sogar gebrauchte Geräte von http://www.noteboox.de geholt.
    Letztlich laufen bei uns alle Programme genauso gut wie vorher auch und zum Teil fühlen sich die Systeme sogar schneller an als mit Windows 7, woran das liegt wage ich aber nicht zu beurteilen.

    In diesem Sinne

    Gruß
    Frank