Gartner-Quadrant Client-Management: 4 Hersteller führend, 2 neu dabei

    Client-Management-ToolsDie Analysten des Beratungs­hauses veröffent­lichten ihre jährliche Markt­übersicht für Client-Management-Tools. Die Posi­tionen der Anbieter im Quadranten veränderten sich gegenüber dem letzten Jahr nicht wesen­tlich. Zum Spitzentrio aus Microsoft, IBM und LANDesk kehrt Symantec zurück, neu in die Übersicht auf­genommen wurden ManageEngine und Accelerite.

    Software für das Management von Endgeräten gibt es schon recht lange, allerdings war sie bis in die jüngste Zeit weitgehend auf die Administration von Windows-PCs ausgerichtet. Dies spiegelte sich auch in Gartners Marktübersicht wider, die bis vor 3 Jahren noch den Titel PC Configuration Lifecycle Management trug. Eine Reihe von neueren Entwicklungen brachte aber Bewegung in dieses Marktsegment.

    Etablierte Tools unter Veränderungsdruck

    Zu den wichtigsten Trends gehört die starke Verbreitung von mobilen Geräten, auf denen im Gegensatz zu den Microsoft-dominierten PCs die Betriebssysteme verschiedener Hersteller laufen. Hinzu kommt eine erhebliche Vielfalt bei der Hardware und den Funktionen für das zentrale Management.

    Unternehmen möchten die Verwaltung von Smartphones und Tablets ebenfalls automatisieren, auch dann, wenn sie den Mitarbeitern selbst gehören. Aus diesem Grund bieten alle im Quadranten berücksichtigen Hersteller Funktionen für das Mobile Device Management (MDM).

    MDM-Defizite bei Client-Management

    Allerdings monieren die Analysten von Gartner, dass die meisten MDM-Komponenten entweder gänzlich separate Produkte sind oder nur oberflächlich mit dem PC-Management integriert wurden. Aus diesem Grund setzt den Analysten zufolge derzeit die große Mehrheit der Firmen separate Produkte von verschiedenen Anbietern für die Verwaltung von PCs und mobilen Geräte ein.

    Eng mit der neuen Client-Vielfalt sind die Abkehr vom reinen Geräte-Management und die stärkere Ausrichtung auf den User verbunden. Wenn Benutzer zwei oder drei Endgeräte besitzen, die sie in verschiedenen Szenarien einsetzen, dann sollen wichtige Aspekte ihrer Arbeitsumgebung nicht an ein Device, sondern an ihr Konto gebunden sein.

    Self-Service-Portale, intelligentes Patching

    Eine weitere aktuelle Anforderung an Software für das Client-Management ist die Bereitstellung von Self-Service-Portalen inklusive Workflow, so dass Anwender in Eigenregie Programme bzw. Hardware auswählen können, die sie nach Abschluss eines Genehmigungsprozesses erhalten.

    Auch etablierte Standarddisziplinen der PC-Verwaltung wie das Patch-Management unterliegen einem Wandel. Zum reicht die Fokussierung auf das Patchen des Betriebssystems nicht mehr aus, auch Updates für Anwendungen sollen auf diesem Weg verteilt werden. Zum anderen ist eine Priorisierung von Patches wünschenswert, damit die gefährlichsten Sicherheitslücken bevorzugt geschlossen werden. Hierzu bedarf es einer Integration mit einer Schwachstellen-Analyse.

    Gartner Quadrant 2014 zu Client-Managment-Tools

    Führende Produkte mit großer Komplexität

    Die insgesamt 14 Hersteller, die Gartner 2014 in den Quadranten aufgenommen hat, decken das breite Spektrum an Funktionen nicht komplett ab, sondern setzen jeweils ihre eigenen Schwerpunkte. Erwartungsgemäß bieten die als Leader ausgewiesenen Firmen einen großen Funktionsumfang, während sich die kleineren Anbieter mehr an mittelständische Kunden wenden und deren Anforderungen häufig abdecken können.

    Die als Leaders ausgewiesenen Hersteller Microsoft, IBM, LANDesk und Symantec verfügen über mächtige Produkte, die aber mit einer erheblichen Komplexität aufwarten. Die große Funktionsfülle kombiniert mit einem hohen Lernaufwand schränkt ihren potenziellen Kundenkreis vor allem auf Großunternehmen ein.

    Microsoft nur mit SCCM vertreten

    So heben die Analysten bei Microsofts Configuration Manager dessen hohe Skalierbarkeit und ausgefeilte Funktionen für die Software-Distribution hervor. Neben der Komplexität des Produkts bemängeln sie ein limitiertes Patch-Management, das nur auf die Betriebssysteme und Anwendungen von Microsoft zugeschnitten ist. Eine weitere Schwäche des SCCM sind nach ihrer Einschätzung die Remote-Control-Funktionen.

    Obwohl die Marktanalyse einen Trend zu Client-Management als SaaS feststellt, berücksichtigt Gartner auch in diesem Jahr Microsofts Intune nicht. Der Cloud-Dienst hat zuletzt große Fortschritte besonders beim MDM gemacht und deckt mit Ausnahme des OS-Deployment die meisten Features ab.

    IBM mit neu erworbenem MDM

    Die Lösung von IBM beruht auf zwei zugekauften Produkten, einerseits dem auf Bigfix zurückgehenden Endpoint Manager sowie die im Dezember 2013 von Fiberlink erworbene MDM-Software. Entsprechend gehen die Analysten davon aus, dass eine enge Integration der beiden Tools noch Jahre dauern wird.

    Die Stärken von IBM sehen sie besonders beim Patch-Management sowie die gute Eignung für große und verteilte Umgebungen mit vielen Standorten. Der intelligente Agent ist zudem in der Lage, Abweichungen von vorgegebenen Policies unabhängig von festgelegten Intervallen selbständig zu korrigieren. Insgesamt richtet sich IBM Endpoint Manager erwartungsgemäß an Großkunden.

    LANDesk mit guter Cross-Plattform-Unterstützung

    LANDesk als Drittem im Führungsquartett bescheinigen die Analysten, eines der vollständigsten und robustesten Produkte für das Client-Management zu haben. Es unterstützt neben Windows auch Mac OS X sowie mobile Plattformen, wobei Gartner das MDM als weniger ausgereift und nicht ausreichend in die Suite integriert gilt. Als Stärken hebt der Report noch die Workflow-Funktionen und die gute Eignung für verteilte Standorte hervor.

    Unsichere Perspektive für Symantec

    Symantec war im letzten Jahr aus dem Leader-Quadranten gefallen und kehrt nun in diese Position zurück. Dafür ausschlaggebend war offenbar das Release 7.5 der Client Management Suite (CMS), das im 4. Quartal 2013 erschienen ist. Es behob die gröbsten Stabilitäts- und Performance-Probleme der Vorgängerversion. Für die Einstufung als Leader waren vornehmlich der reichhaltige Funktionsumfang und die große installierte Basis entscheidend.

    Gartner geht nicht davon aus, dass Symantec die CMS noch nennenswert weiterentwickeln wird, sondern eher eine neue Produktgeneration bringt. Die von Kunden offenbar häufig geäußerte Kritik an der Qualität der Software und des Supports nähren seit einiger Zeit Gerüchte, wonach der Hersteller an dem Altiris-Geschäft nicht mehr interessiert sei und dafür einen Käufer suche.

    Kaum Bewegung im Mittelfeld

    Wie im Vorjahr bleibt der Quadrant für Challengers leer. Diese Kategorie ist für Unternehmen vorgesehen, die eine hohe Fähigkeit besitzen, ihre Pläne und Strategien umzusetzen ("Ability to Execute"), aber denen es an Marktverständnis sowie an der Produkt-, Marketing- und Verkaufsstrategie ("Completeness of Vision") mangelt.

    Zwischen den beiden anderen Bereichen wechselte keiner der Hersteller, und der Vergleich mit 2013 zeigt nur leichte Verschiebungen innerhalb des jeweiligen Segments. So überholt etwa Absolute Software, dem die Analysten das beste Management für Mac-Rechner konzedieren, Kaseya, das seinerseits besonders Managed Service Provider ansprechen will.

    Accelerite und ManageEngine neu dabei

    Gartner hat in die Marktübersicht 2014 zwei neue Anbieter aufgenommen. Es handelt sich dabei um Accelerite, das bisher noch keine europäische Niederlassung hat und im deutschen Markt keine Rolle spielt, und um ManageEngine. Letzteres hat eine gewisse Bekanntheit durch seine Tools für das AD-, Logfile- und Netzwerk-Management erlangt.

    Sein Produkt für die zentrale Administration von Clients heißt Desktop Central, dessen Stärken in der einfachen Bedienung und im günstigen Preis liegen. Aufgrund seines reduzierten Funktionsumfangs eignet es sich laut Gartner primär für kleinere Firmen. Die Software wird in Deutschland vom Distributor Micronova vertrieben.

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