Gartner-Quadrant für Virtualisierung: VMware klar vorne

    Magic Quadrant x86 VirtualisierungDie Analysten von Gartner haben ihren magischen Quadranten für den Markt der x86-Virtualisierung veröffentlicht. Dabei überrascht es nicht, dass VMware sowohl mit seinem umfassenden Anspruch ("completeness of vision") als auch bei der Fähigkeit, diesen umzusetzen, eine Führungsposition einnimmt. Aufgrund der verstärkten Anstrengungen von Konkurrenten wie Microsoft, Citrix oder Red Hat, ihre Position in diesem Segment auszubauen, fällt das Diagramm unerwartet klar zugunsten des Marktführers aus.

    VMware trotz erstarkter Konkurrenz führend

    Auch wenn die Hersteller in ihren Marketing-Kämpfen Äpfel und Birnen vergleichen oder zweifelhafte Preisvorteile für ihre Produkte reklamieren, so wurde zuletzt doch klar, dass der Markt für die Virtualisierung von x86-Systemen nun heiß umkämpft und nicht mehr das Territorium eines einzelnen Herstellers ist.

    In den Augen der Gartner-Analysten liegen die Verfolger trotz ihrer zahlreichen Aktivitäten aber noch ziemlich weit zurück, so dass VMware als einziger Anbieter in die begehrte Zone rechts oben gelangt. Erwartungsgemäß gehen Microsoft und Citrix als die stärksten Konkurrenten von Microsoft aus dem Quadranten hervor.

    Citrix kann technisch am besten mithalten

    Citrix schafft es mit seinem breiten Portfolio auf der x-Achse weiter nach rechts als Microsoft. Dazu dürften einige Produktfreigaben der letzten Zeit beigetragen haben, etwa XenServer 5.6, der mit einigen wichtigen technischen Neuerungen zu VMware aufschließt und damit Hyper-V voraus ist. Außerdem ist es dem Unternehmen gelungen, mit seinem Client-Hypervisor vor VMware auf den Markt zu kommen, auch wenn dessen Bedeutung noch nicht absehbar ist. Chris Wolf, Analyst bei der Burton Group, die kürzlich von Gartner gekauft wurde, schätzt XenDesktop aufgrund seines größeren Funktionsumfangs Enterprise-tauglicher ein als VMware View.

    Plattform-Integration bremst Microsoft

    Im Vergleich zu Citrix traut Gartner Microsoft eher zu, seine Vision durchzusetzen, was angesichts der Marktmacht des Unternehmens nicht überraschen sollte. Die dafür zur Verfügung stehenden Mittel sind jedoch derzeit noch beschränkt. Das liegt unter anderem auch an der Verflechtung der Virtualisierungstechnik mit anderen Produkten. So sind die Update-Zyklen von Hyper-V an die langen Intervalle von Windows Server gebunden, so dass Microsoft nun gegen seine bisherige Praxis auch das SP1 nutzt, um neue Funktionen auszuliefern.

    Bei den Management-Tools verfolgt die Firma das ambitionierte Ziel, physikalische und virtuelle Systeme aus einer Umgebung verwalten zu können. Angesichts der schon vorhandenen Komplexität der System-Center-Tools dürfte auch dieses Vorhaben noch einige Zeit dauern.

    Linux-Anbieter als Nachzügler?

    Die magischen Quadranten von Gartner liefern fast immer Anlässe, um an der korrekten Einsortierung einzelner Hersteller zu zweifeln. Auch im Fall der x86-Virtualisierung scheint es wenig plausibel, dass das Linux-Lager mit Red Hat und Novell zu den Nachzüglern zählt, während Oracle bei beiden Kriterien direkt auf Microsoft und Citrix folgt.

    Immerhin scharen sich die Linux-Ditributoren mittlerweile um KVM und haben dabei den Rückhalt von IBM, während Oracle noch auf die ungewisse Zukunft von Xen baut und sich angesichts der Integration von Sun hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.

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