Gartner Quadrant zu Client-Management: Microsoft, IBM, LANDesk sind Leader

    PC-Lifecycle-ManagementGartner veröffentlichte seine für 2013 aktualisierte Studie zu Client-Management, die insgesamt 12 international tätige Hersteller von einschlägigen Tools berücksichtigt. Der Markt für diese Produkte ist weitgehend konsolidiert, so dass gegenüber den Vorjahren keine neuen Player hinzukamen. Allerdings gab es beträchtliche Verschiebungen im Ranking der Anbieter.

    Die Marktstudie firmierte über Jahre unter dem Titel PC Configuration Lifecycle Management, aber seit 2012 wurde sie auf das Client-Management insgesamt ausgerichtet. Als Grund nannten die Analysten eine steigende Verbreitung von mobilen Geräten und Macs, welche die meisten Anwender mit den gleichen Tools verwalten möchten, die sie schon für ihre Windows-PCs verwenden. Als weiteres neues Kriterium kam die Fähigkeit hinzu, virtuelle Desktops zu managen.

    Agilität der Hersteller als Bewertungskriterium

    Diese neuen Anforderungen setzten die etablierten Anbieter unter Zugzwang. Die Geschwindigkeit, mit der sie diese erfüllen, wirkt sich auf ihre Positionierung in Gartners Quadranten aus. Beispielsweise gilt das Fehlen von Mobile Device Management ein strategisches Manko und ist zudem ein Zeichen dafür, dass ein Hersteller nicht rasch genug auf Marktveränderungen reagiert.

    Gartners Magic Quadrant zu Client Management Tools 2013

    Während sich vor 2 Jahren das gesamte Feld mit Ausnahme von CA Technologies in der rechten Hälfte zusammendrängte, rutschen nun 2 weitere Anbieter beim Marktverständnis sowie bei der Produkt-, Marketing- und Verkaufsstrategie ("Completeness of Vision") in die linke Hälfte ab. Auch bei der Bewertung der Fähigkeit, ihre Pläne und Strategien umzusetzen ("Ability to Execute"), fallen einige Hersteller zurück.

    Nur drei führende Anbieter

    Die Reaktion der Anbieter auf die Veränderungen beim Client-Management macht sich auch im Spitzenfeld bemerkbar, das im Quadranten durch das Feld rechts oben repräsentiert wird. Wie im Vorjahr finden sich dort Microsoft, IBM und LANDesk, dagegen fällt HP mit Client Automation komplett aus der Wertung, weil es die Weiterentwicklung und den Verkauf der Software an eine andere Firma übertragen hat. Symantec rutscht mit Altiris ebenfalls von seinem Spitzenplatz.

    Die Analysten bescheinigen Symantec zwar, dass es eines der mächtigsten und funktionsreichsten Produkte im gesamten Feld besitze, das nach Microsoft den größten Marktanteil habe. Sie bemängeln jedoch das fehlende Engagement und Bekenntnis der Firma zu diesem Produkt, das sich in Klagen der Anwender über die Qualität von Support und Dokumentation äußere. In letzter Zeit tauchten Gerüchte auf, wonach Symantec einen Käufer für Altris suche, die das Unternehmen bis dato nicht dementiert hat.

    Microsoft mit Abstand vorne

    Microsoft behauptete seine führende Position im Gartner-Ranking durch die Veröffentlichung von System Center 2012. Wesentliche Neuerungen des Configuration Manager 2012 wie Mobile Device Management, rollenbasierte Administration oder erweiterte Funktionen für die Software-Verteilung (inklusive Support für App-V) sind dafür maßgeblich. Als Manko des SCCM gelten weiterhin dessen beschränkte Fähigkeiten für das Software Asset Management, die deshalb durch mehrere ITAM-Zusatzprodukte ergänzt werden.

    IBM glänzt bei Compliance

    Die verbesserte Platzierung von IBM, dessen Endpoint Manager auf die Akquisition von Bigfix zurückgeht, verdankt sich primär der Integration mit dem neuen Endpoint Manager for Mobile Devices. Wie IBM-Produkte generell eignet sich Gartner zufolge auch das Client-Management vor allem für Großunternehmen.

    Als Stärken des Produkts bezeichnen die Analysten das Patch-Management und die automatische Korrektur von abweichenden Konfigurationen. Die Schwächen liegen dagegen bei der Bedienbarkeit, der Integration mit ITSM-Produkten anderer Hersteller und beim Reporting.

    Gute Integration der LANDesk-Produkte

    LANDesk, der Vierte im Leader-Quadranten, hat ebenfalls zügig auf die neuen Anforderungen beim Client-Management reagiert. Das Mobile Device Management deckte der Hersteller durch den Zukauf von Wavelink ab, und die in Q4/2012 erschienene Version 9.5 der Management Suite brachte Fortschritte bei der Verwaltung von virtuellen Desktops.

    Als besonders positiv bewertet Gartner die gute Eignung des Produkts für Unternehmen mit vielen Außenstellen, weil dort ein PC als Cache bzw. Drehscheibe für die Installation von Software auf den anderen Clients dienen kann. Außerdem loben die Analysten die enge Integration mit dem Helpdesk und der Security Suite aus dem gleichen Hause. Als Schwachpunkte monieren sie die veraltete Management-Konsole sowie das nicht besonders leistungsfähige OS-Deployment.

    US-Sicht auf kleinere Anbieter

    Die Auswahl und Bewertung der Anbieter, die nicht im Spitzenfeld landen, ist stark durch die US-amerikanische Sicht von Gartner geprägt. So liegt Matrix42 bei der Fähigkeit, seine Strategie umzusetzen und neue Funktionen zu realisieren, auf Platz 4. Gleichzeitig rangiert das Unternehmen seit Jahren in der unteren Hälfte des Quadranten, weil es nach Ansicht der Analysten am amerikanischen und asiatischen Markt nicht stark genug präsent ist.

    Umgekehrt finden sich in der Marktübersicht mehrere Anbieter, die in Europa bzw. Deutschland kaum eine Rolle spielen. Das gilt etwa für Absolute Software, Kaseya oder Dell Kace. Letzteres findet sich mit seinen Appliances bereits auf dem Sprung zum Leader-Quadranten und liegt sogar vor Symantec.

    Novell nur Nischen-Player

    Nicht ganz nachvollziehbar ist die Einstufung von Novell. Die Analysten bescheinigen dem Unternehmen einerseits, dass ZENworks Configuration Management zuletzt eine stärkere Marktpräsenz erreicht habe und ein leistungsfähiges Produkt sei, das mit seinem Fokus auf User- statt Device-Management einen zeitgemäßen Ansatz verfolge. Andererseits verharrt es aber weiterhin im Quadranten der Nischen-Player, in den es erst 2012 heruntergestuft wurde.

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