Gartner-Quadrant zu Datacenter-Backup: Commvault, EMC, IBM, Veeam, Veritas führend

    BackupGartner veröf­fent­lichte seine jährliche Markt­studie zu Software für das Backup und die Wieder­her­stellung von Rechen­zentren. Ausge­wählt wurden Her­steller, deren Lösungen sich an den geho­benen Mittel­stand und an Groß­unter­nehmen richten. Von den neun untersuchten Anbietern stuften die Analysten fünf als führend ein, davon war einer neu in der Spitzengruppe.

    Der Magic Quadrant für 2016 erschien unter dem Titel "Data Center Backup and Recovery Software" und folgt damit dem "Magic Quadrant for Enterprise Backup Software and Integrated Appliances" der vergangenen Jahre nach. Die wesentliche Änderung bestand in der Ausrichtung auf das obere Marktsegment, so dass Hersteller wie Asigra, Barracuda Networks, Dell und Seagate aus der Wertung fielen.

    Gartner Magic Quadrant for Data Center Backup and Recovery Software 2016.

    Hoher Innovationsdruck auf die Hersteller

    Gartner definiert die Zielgruppe für die untersuchten Produkte als mittelständische Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern sowie Enterprises mit über 1000 Angestellten. Typische Workloads, die mit diesen Tools gesichert werden, seien Dateifreigaben auf File-Servern, Datenbanken, Mail-Systeme oder Lösungen für CRM und ERP.

    Die Anbieter von solchen Produkten stünden vor ständig neuen Heraus­forderungen, etwa durch die steigende Bedeutung der Cloud als Quelle (etwa Office 365, Salesforce) sowie als Speicher für die Datensicherung. Hinzu kommen laufend neue Datentypen und steigende Volumina. Zusätzlich auf der Tagesordnung stehen die weitere Integration mit Hypervisoren, Containern oder Snapshots verschiedenen Ursprungs.

    Nachdem Backup-Software lange Zeit nur einem gemächlichen Innovationstempo unterlag, kommt nun erhebliche Bewegung in diesen Markt. Dabei könnten sich Hersteller immer weniger der Loyalität ihrer Kunden sicher sein, besonders wenn sie ihre traditionellen Lösungen aus der physikalischen Welt nicht schnell genug für die neuen Anforderungen adaptierten.

    Trends bis 2020

    Basierend auf den bevorstehenden Umwälzungen prognostizieren die Analysten folgenden Entwicklungen:

    • Bis 2019 werden 30 Prozent aller mittelständischen Firmen die Public Cloud als Speicher für Backups nutzen. Das wären 5 Prozent mehr als heute. Bei den großen Unternehmen soll dieser Anteil bis 2018 von derzeit 11 auf 22 Prozent wachsen.
    • Software-defined Storage und hyperkonvergente Infrastruktur enthalten die Funktionen zur Datensicherung immer öfter, bis 2020 sollen 10 Prozent aller Speicher damit ausgerüstet sein. Separate Backup-Programme werden dafür nicht mehr benötigt.
    • Ebenfalls im Lauf der nächsten 4 Jahre werden 40 Prozent der Firmen das Langzeit-Backup durch Archivierungs­systeme ersetzen.
    • Bis 2018 ergänzt angeblich bis zur Hälfte aller Unternehmen ihre vorhandenen Backup-Systeme um zusätzlich Produkte oder ersetzen sie durch andere Lösungen.
    • Bis 2020 werden 30 Prozent der Unternehmen ihre Backup-Software für mehr als bloß die Wiederherstellung der operativen Systeme nutzen. Zu den neuen Anwendungen soll etwa das Disaster Recovery oder der Einsatz für Tests und Entwicklung zählen.

    Veeam neu im Leader-Quadrant

    In der Spitzengruppe tummeln sich durch die Bank alte Bekannte, wobei Symantec nun für Veritas Platz machen musste, nachdem die Geschäftseinheit für NetBackup in diese Firma ausgegliedert wurde. Neu unter den führenden Anbietern ist nun Veeam, das Gartner in den letzten Jahren noch unter den Visionären einsortiert hat.

    Es ist somit der jüngste unter den führenden Anbietern und wurde mit der Sicherung virtualisierter Workloads groß. Entsprechend loben die Analysten die Stärken und Verlässlichkeit der Software beim Backup von VMware und Hyper-V. Dafür bemängeln sie die eingeschränkte Unterstützung für Applikationen und physikalische Systeme.

    Bei den etablierten Player ist die Situation tendenziell umgekehrt. Sie bringen aufgrund ihrer Historie eine Vielzahl von Funktionen mit, darunter auch für physikalische Server, zahlreiche Anwendungen und Storage-Systeme. Dafür bestehen ihre Lösungen aber häufig aus mehreren Produkten, die teilweise zugekauft wurden. Entsprechend sind Anbieter wie EMC und IBM noch mit der Integration der verschiedenen Tools und Funktionen beschäftigt.

    Commvault, der am höchsten bewertete Hersteller, bietet dagegen auf Grundlage einer einheitlichen Code-Basis verschiedene Pakete an, die von VM-spezifischer Datensicherung bis zum kompletten Enterprise-Backup reichen. Mit dieser Modularisierung sei auch eine Flexibilisierung der Preise einhergegangen, mit der Commvault das Image als teurer Anbieter loswerden möchte.

    Das Unternehmen bietet Gartner zufolge die breiteste Unterstützung für Storage-Systeme und deren spezifische Snapshot-Formate. Zu dieser Liste zählen mehr als zwei Dutzend der meistverkauften Storage-Arrays.

    Als Nachteil gilt die Komplexität der Software, deren Implementierung häufig professionelle Services erfordere. Administratoren müssten sich auf eine steile Lernkurve einstellen.

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