Gartner-Quadrant zu Storage- und SAN-Management: EMC, IBM und NetApp führend

    Fibre Channel Storage Area Network (SAN)Die diesjährige Marktübersicht für Software zum Storage-Resource- und SAN-Management berücksichtigt insgesamt 15 Hersteller. Ihre Produkte bieten eine einheitliche Sicht auf heterogene Speichersysteme und unterstützen zentrale Verwaltungs- und Planungsaktivitäten in verteilten Storage-Umgebungen. Die von den Analysten formulierten umfangreichen Anforderungen an eine solche Software erfüllen nach ihrem Urteil am besten EMC, IBM und NetApp.

    Der Gartner-Report definiert Storage Resource Management (SRM) als eine Aufgabe, bei der entsprechende Tools die Informationen von mehreren Plattformen konsolidieren und dabei Management-Funktionen auf verschiedenen Betriebssystemen, Storage-Systemen wie SANs und NAS unterstützen. Zu den zentralen Disziplinen zählen die Analyse und das Reporting von Performance- sowie Kapazitätsdaten, Provisioning von Speicher sowie die Integration von Applikationen, Datenbanken und Hardware.

    Eine zentrale Konsole für das Storage-Management

    Gartner-Quadrant 2012 für Storage Resource ManagementUm als Dreh- und Angelpunkt für heterogene Speichersysteme zu dienen, gehört eine zentrale Konsole zu den wesentlichen Anforderungen von SRM-Produkten. Sie bietet nicht nur eine konsolidierte Sicht auf das verwalteten Storage, sondern passt diese auch dynamisch an die Rechte des angemeldeten Benutzers an. Ergänzt wird dieses Feature im Allgemeinen durch ein Single-Sign-on an den beteiligten Systemen sowie um eine Rollen-basierte Administration.

    Mitschneiden aller Änderungen

    Ausgangspunkt für die zentrale Verwaltung heterogener Storage-Umgebungen ist die Fähigkeit von SRM-Software, Speichersysteme im Unternehmen zu entdecken und von dort kontinuierlich Informationen zu erfassen. Das betrifft sowohl Metadaten wie Besitzer, Größe oder Speicherdatum von Dateien als auch solche bezüglich des physikalischen Systems, beispielsweise Kapazität und Performance.

    Die Tools sammeln diese Informationen in einer Datenbank, so dass sie in der Lage sind, eine Historie aller Veränderungen zu führen und auf dieser Basis auch Prognosen bezüglich drohender Engpässe zu treffen.

    Übergreifende Services für heterogenes Storage

    Die Integration verschiedener Speichersysteme, die Erfassung aller Veränderungen in Echtzeit und die zentrale Sicht auf Storage versetzt die Anbieter dieser Tools in die Lage, eine Reihe darauf aufbauender Services anzubieten:

    • Kapazitäts-Management: Dabei ist es wichtig, nicht nur den voraussichtlichen künftigen Speicherbedarf generell zu ermitteln, sondern diesen möglichst nach Anwendungen oder Abteilungen aufzuschlüsseln.
    • Quota-Management: Dieses implementiert eine unternehmensweite Policy, die den Speicherverbrauch pro User reglementiert. Die meisten Systeme unterstützen das Einrichten einer Soft Quota, die nur das Überschreiten von Limits meldet, während eine Hard Quota ihre Einhaltung erzwingt. Zusätzlich besteht häufig die Möglichkeit, Filter für bestimmte Dateitypen zu definieren, die grundsätzlich nicht gespeichert werden dürfen.
    • Performance-Management: Es umfasst nicht nur das Monitoring von Applikationen, Server, Storage Networks oder Speichergeräten, sondern auch die Optimierung der Performance auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Analyse von komplexen Interaktionen der Anwendungen mit gemeinsam genutzten Ressourcen.
    • Automatisierung von Workflows: Derartige Funktionen sollte dabei helfen, auf häufig wiederkehrende Anforderungen beim Speicher-Management, beispielsweise bei der Bereitstellung von Ressourcen, ohne manuelle Intervention zu reagieren.
    • Support für mehrere Protokolle: Alle blockorientierten SRM-Tools sollten Fibre Channel möglichst umfassend unterstützen, aber auch iSCSI aufgrund seiner steigenden Beliebtheit berücksichtigen. Die meisten Anbieter implementieren bereits Funktionen für Fibre Channel over Ethernet (FCoE), obwohl derartige Systeme noch kaum verbreitet sind. Wenn SRM-Produkte auch NAS-Systeme verwalten können, dann sollten sie SMB und NFS unterstützen.

    Die von Gartner untersuchten Hersteller verfolgen naturgemäß verschiedene Produktstrategien und bedienen verschiedene Marktsegmente. Entsprechend genügen sie den Anforderungen der Analysten auf unterschiedliche Weise. So orientiert sich etwa NetApp primär auf seine eigene Hardware und eignet sich laut Gartner weniger für das Management heterogener Umgebungen. SolarWinds wiederum richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und beschränkt sich laut Report in einigen Bereichen nur auf Basisfunktionen.

    Große Hersteller als Nischenanbieter

    Als führend stuft Gartner mit EMC, IBM, NetApp, HP und Symantec große Namen der Branche ein. Drei renommierte Anbieter füllen indes auch das linke untere Viertel des Quadranten, nämlich Cisco, Brocade und CA Technologies.

    Die vollständige Marktübersicht wurde von mehreren der besprochenen Hersteller erworben und für Markting-Zwecke für jedermann zugänglich gemacht. Sie lässt sich beispielsweise von der Website der IBM ohne Registrierung herunterladen.

    Keine Kommentare