Größe von Roaming Profiles über Gruppenrichtlinien beschränken

    Warnung bei Überschreiten der erlaubten ProfilgrößeWenn Anwender ihre Dateien im Profil speichern, dann kann dieses schnell anwachsen. Beson­ders lästig ist ein auf­ge­blähtes Profil bei Roaming Profiles, weil es die An- und An­meldung verlang­samt. Die Gruppen­richt­linien sehen hier kein hartes Limit vor, ver­weigern aber bei dessen Überschreiten die Synchroni­sierung.

    Auf modernen PCs steht in der Regel genug lokale Speicher­kapazität zur Verfügung, so dass man den Benutzern hier normaler­weise keine Beschränkung beim Platz­verbrauch auferlegen muss. Anders sieht es bei Server-gespeicherten Profilen oder einem RD Session Host aus.

    Mögliche Engpässe auf dem Server

    Wenn Roaming Profiles zu wuchtig werden, dann nimmt das Kopieren der Daten vom bzw. auf den Server beim Login bzw. Logoff viel Zeit in Anspruch. Außerdem könnte der Platz auf der Netzwerk­freigabe knapp werden, auf denen die Profile Server-seitig gespeichert werden. Dem könnte man dort durch harte NTFS-Quotas vorbeugen, was aber bei Überschreiten des zulässigen Maximums leicht zu unvollständigen Profilen führt.

    In einer Multiuser-Umgebung wie einem Terminal-Server stellt sich dieses Platzproblem natürlich genauso. Dort hat man alternativ zum hier beschriebenen Verfahren die Möglichkeit, den Speicher insgesamt zu limitieren, der für lokalen Kopien der Profile zur Verfügung steht.

    Zuständig ist dafür Gesamtgröße des Caches für servergespeicherte Profile begrenzen unter Computerkonfiguration => Richtlinien => Administrative Vorlagen => Windows-Komponenten => Remotedesktopdienste => Remotedesktopsitzungs-Host => Profile.

    Entlastung durch Ordnerumleitung

    Die Lage lässt sich durch Ordner­umleitung entschärfen, so dass die meisten Benutzerdaten gleich gar nicht im Profil, sondern auf einem Share landen. Allerdings stellt sich dabei meistens die Frage, ob man alle Verzeichnisse umleitet der einzelne wie Downloads oder Videos davon ausnimmt. Tut man das, dann können Benutzer lokal schnell größere Datenmengen anhäufen, so dass deren Begrenzung sinnvoll ist.

    Optionen für ein Limit bei den Profilen

    Für diesen Zweck sieht Microsoft die Einstellung Profilgröße beschränken vor. Sie findet sich unter Benutzerkonfiguration => Richtlinien => Administrative Vorlagen => System => Benutzerprofile.

    GPO-Einstellung zur Begrenzung der Größe von Benutzerprofilen

    Wenn man sie aktiviert, kann man dort vier Optionen konfigurieren:

    • Text der Meldung, die dem Benutzer beim Überschreiten des Limits angezeigt wird
    • Maximale Profilgröße in KB (Vorgabewert 30MB)
    • Ob die Dateien der Registry in die Liste aufgenommen werden, die angezeigt wird, wenn sich ein Benutzer mit einem zu großen Profil abmelden will
    • Ob der Benutzer beim Überschreiten der maximalen Profilgröße benachrichtigt werden soll
    • Ob und wie oft die Meldung erneut erscheint

    GPO-Optionen bei der Größenbeschränkung von Benutzerprofilen

    Bei der Berechnung des Profils beschränkt sich das Feature auf jene Verzeichnisse, die für das Roaming relevant sind. Außen vor bleiben mithin appdata\LocalLow und appdata\Local, das Store Apps wie OneDrive gerne auf einen dreistelligen MB-Bereich aufblähen. Nicht enthalten ist zudem der Inhalt des Papierkorbs, so dass man durch Löschen von Dateien das Limit wieder unterschreiten kann.

    Die in der Systemsteuerung angezeigte Profilgröße wird auch für die Überwachung des Limits herangezogen.

    Insgesamt basiert die Größen­beschränkung für Profile auf der gleichen Kalkulation wie das Applet sysdm.cpl in der Systemsteuerung.

    Maßnahmen bei Überschreitung des Limits

    Das von dieser Richtlinie vorgegebene Limit ist keine harte Quota, das heißt, Benutzer erhalten abhängig von der Konfiguration eine Warnung und können auch noch weitere Dateien speichern. Die Stunde der Wahrheit naht jedoch, wenn sie sich vom System abmelden wollen.

    Überschreitet das Profil die zulässige Größe, dann erscheint ein Dialog mit einer wenig hilfreichen Information. So heißt es dort, dass der PC heruntergefahren würde, auch wenn man sich nur abmeldet. Ansonsten bietet er nur die Wahl, die Aktion abzubrechen oder sich trotzdem auszuloggen.

    Bei Überschreiten der maximalen Profilgröße kann sich der Benutzer zwischen 2 Aktionen entscheiden.

    Entscheidet man sich für Abbrechen, dann kehrt man auf den Desktop zurück, wo die Warnmeldung für das Überschreiten der Profilgröße zu sehen ist. Sobald man diese wegklickt, erhält man eine Liste mit Dateien aus dem eigenen Profil, sortiert nach Größe. Sie soll dabei helfen, das Volumen zu reduzieren.

    Die Dateiliste soll dem Benutzer helfen, das Profil auf einen erlaubten Umfang zu reduzieren.

    Meldet sich ein Benutzer aber einfach ab, dann wird das Profil nicht auf den Server zurückkopiert. Betroffen davon sind nicht bloß Dateien, die über das Limit hinausgehen, vielmehr findet gar kein Abgleich mehr statt.

    Wenn sich der betreffende User beim nächsten Mal an einem anderen PC anmeldet, dann werden ihm sämtliche Daten und Änderungen fehlen, die er bei seiner letzten Sitzung erzeugt hat.

    Hat man zusätzlich die Einstellung Zwischengespeicherte Kopien von server­gespeicherten Profilen löschen aktiviert, dann muss man aber keine Bedenken haben, dass die nicht synchronisierten lokalen Daten verloren gehen. Diese Aktion erfolgt nur, nachdem die lokalen Kopien erfolgreich auf den Server übertragen wurden.

    1 Kommentar

    Bild von Benjamin
    Benjamin sagt:
    27. März 2018 - 20:40

    Ich wundere mich etwas über diesen Artikel. Seit Windows 10 ist das alte Verfahren mit den servergespeicherten Profilen leider nur sehr begrenzt nutzbar bzw anfällig für Fehler. Das liegt in erster Hinsicht auf die eher unverständliche Entscheidung von Microsoft, die roaming profiles bei .v6 enden zu lassen. Um das Ganze in einer etwas größeren Struktur (ohne Enterprise, daher kein UE-V möglich) halbwegs vernünftig mit 1607, 1703 und 1709 laufen zu lassen waren diverse GPO Einstellungen und "Manipulationen" der registry erforderlich. Und selbst da muss jede Windows Version speziell angepasst werden, damit die servergespeicherten Profile überhaupt laufen bzw bei der Anmeldung an einem anderen PC mit anderer Windows 10 Version nicht gleich das Startmenü, Cortana und / oder der Edge nicht mehr öffnen. Und was nach einem Upgrade auf die aktuellste Version dann immer passiert brauchen wir gar nicht reden.

    Mir wäre es wichtiger eine Möglichkeit zu finden, wie ich etwas wie UE-V in einer Pro-Version Umgebung umsetzen kann. Die Ordnerumleitung bringt zwar viel, aber Programmeinstellungen (Outlook und vieles mehr) kann ich damit nicht synchron halten.

    Wenn Sie eine Idee hätten eine vernünftige Synchronisierung ohne die veralteten servergespeicherten Profile und ohne den Erwerb der viel zu teueren Enterprise Version (nur für UE-V) zu ermöglichen ... DAS wäre mal ein Bericht :-)