Hyper-V mit SP1: Dynamic Memory und virtuelle CPUs abhängig vom Gast

    Hyper-VDas Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 brachte mit RemoteFX und Dynamic Memory für Hyper-V zwei wesentliche Neuerungen. Daneben bringt es gerade für den Hypervisor eine Reihe von Detailverbesserungen, unter anderem die Zahl der virtuellen CPUs pro logischem Prozessor. Sowohl die Verfügbarkeit von Dynamic Memory als auch der Zahl von vCPUs hängt indes davon ab, welches Betriebssystem in der virtuellen Maschine läuft.

    Statische RAM-Zuteilung beschränkt VM-Dichte

    Die neue dynamische Speicherverwaltung beseitigt ein häufig moniertes Manko von Hyper-V, das sich nagativ auf die VM-Dichte pro Host auswirkte. Mehr als die Rechenleistung stellt der Arbeitsspeicher heute das Limit für die Auslastung virtualisierter Server dar. Bei einer statischen Zuteilung von RAM zu VMs liegt unnötig viel Speicher brach und setzt damit der Zahl möglicher VMs enge Grenzen.

    Kein Dynamic Memory für XP und Linux

    Die VM-Dichte pro Server spielt besonders bei der Desktop-Virtualisierung eine wichtige Rolle, weil dort in der Regel weit höhere Konsolidierungsraten erzielt werden als bei der Server-Virtualisierung. Mit der dynamischen Speicherverwaltung löst Microsoft nun diese VDI-Bremse, eigenen Tests zufolge geht Microsoft von einer bis zu 40 Prozent höheren VM-Dichte aus. Allerdings steht dieses Feature nicht immer zur Verfügung, es hängt davon ab, welches System in der VM läuft. Windows XP wurde dabei nicht berücksichtigt, so dass für dieses Betriebssystem kein Dynamic Memory zur Verfügung steht. Das Gleiche gilt für Nicht-Microsoft-Betriebssysteme wie Linux. Dagegen kommt Windows Server 2003 noch zum Zug.

    Um in den Genuss von Dynamic Memory zu kommen, ist es erforderlich, dass in den Gastsystemen aktuelle Versionen der Integration Components installiert werden. Das ist für Vista, Windows Server 2008 und 2003 (R2) der einzige Weg, um RAM dynamisch zugeteilt zu bekommen. Bei Windows 7 und Windows Server 2008 R2 dagegen erfolgt das Update dieser Komponenten auch durch die Installation des Service Pack 1.

    Mehr vCPUs pro logischem Prozessor

    Eine weitere Verbesserung von Hyper-V, das besonders der Desktop-Virtualisierung nutzt, ist ein höheres Verhältnis von logischen zu virtuellen Prozessoren. Logische CPUs sind nicht identisch mit Prozessorkernen, vielmehr können sich diese dank Hyperthreading als 2 logische CPUs darstellen. Eine Quad-Core-CPU präsentiert sich somit als 8 logische Prozessoren.

    Das Service Pack 1 erhöht die Zahl der virtuellen CPUs pro logischem Prozesor auf 12 - allerdings unter der Voraussetzung, dass in allen VMs nur Windows 7 läuft. Andernfalls gilt weiterhin das bisherige Verhältnis von 8:1. Auf einer Quad-Core-CPU stehen damit 96 vCPUs zur Verfügung, so dass abhängig von den Anforderungen der Benutzer auf einem Prozessor 96 Instanzen von Windows 7 laufen können, die jeweils eine vCPU zugeteilt erhalten.

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