Hyper-V Server in VMware Player oder Workstation installieren

    Hyper-V Server 2008 R2 SP1 in VMware Player 4Verschachtelte Virtualisierung ist auf produktiven Systemen ein Unding, weil mangelnde Performance, Stabilität und Unterstützung dagegen sprechen. Für Testumgebungen dagegen kann es ideal sein, einen Hypervisor in einer virtuellen Maschine zu betreiben, weil sich so ein ganze virtuelle Infrastruktur auf einem einzigen Rechner einrichten lässt. Zu diesem Zweck reichen schon die kostenlosen Tools VMware Player und der Hyper-V Server 2008 R2 SP1.

    VMware unterstützt seit der Version 7.1.1 offiziell die Installation von ESX(i) in der Workstation. Dies zeigt sich darin, dass der Wizard zum Anlegen neuer VMs die Installation von ESX als eines unter mehreren Gastbetriebssystemen anbietet. Dies hat den Vorteil, dass man sich um die richtige Konfiguration der VM nicht kümmern muss. Möchte man dagegen den Hyper-V Server als Gast einrichten, dann muss man die Anpassung der VM dagegen selbst übernehmen.

    Gleiches Vorgehen für Player und Workstation

    Wenn man keine Unterstützung für Snapshots und keine der fortgeschrittenen Funktionen der VMware Workstation benötigt, dann reicht grundsätzlich auch schon der Player, um Hyper-V zu virtualisieren. Die dafür erforderlichen Einstellungen und somit das Vorgehen sind für beide Produkte im Prinzip gleich. Folgende Schritte sind erforderlich:

    • Zuerst erstellt man mit Hilfe des Wizards eine neue VM und wählt im ersten Dialog bei der Frage nach der Installationsquelle für den Gast die Option I will install the operating system later.
    • Bei der Auswahl des Gastbetriebssystems entscheidet man sich anschließend für Windows Server 2008 R2 x64.
    • Nach der Vergabe des Namens für die VM legt man die Größe der virtuellen Festplatte fest. Sie hängt davon ab, ob man dort VHDs für die Gastsysteme unterbringen möchte oder ob man diese von einem externen Medium lädt. Da der Hyper-V Server 2008 R2 nur ca. 5GB benötigt, sollten die vom Player vorgeschlagenen 40 GB in den meisten Fällen ausreichen.

    Intel VT und AMD-V müssen virtualisiert werden

    Die Virtualisierungserweiterungen von Intel- und AMD-CPUs müssen vom VMware Player virtualisiert werden.Im letzten Dialog des Wizards muss man vor dem Bestätigen von Finish über Customize Hardware noch einige Einstellungen ändern. Zum einen sollte man die Menge an virtuellem RAM an die erwarteten Anforderungen anpassen, die Vorgabe von 1 GB wird nicht reichen. Anschließend ist es erforderlich, unter den Prozessoreinstellungen die Option Virtualize Intel VT-x/EPT or AMD-V/RVI zu aktivieren. Zusätzlich kann man dann gleich noch das CD/DVD-Laufwerk der ISO-Datei zuordnen, von der Hyper-V installiert wird.

    Zweite virtuelle NIC hinzufügen

    Ein zweiter Netzwerkadapter lässt sich mit Hilfe des Add-Hardware-Wizards hinzufügen.Für das virtuelle Netzwerk von Hyper-V sollte man noch einen zweiten Netzwerkadapter einrichten, wenn man etwa die VHDs auf einem (virtuellen) iSCSI-Laufwerk ablegen möchte. Dazu betätigt man im Dialog Network Adapters die Schaltfläche Add und durchläuft anschließend einen Wizard, der alle vom VMware Player unterstützten Netzwerktypen (NAT, Bridged, Host-only) zur Auswahl anbietet. Dort wählt man jenen, der den eigenen Anforderungen am besten entspricht.

    Bevor man die VM das erste Mal startet, sollte man verschiedenen Anleitungen zufolge in die Konfigurationsdatei (mit der Endung .vmx) folgende Zeile eintragen:

    hypervisor.cpuid.v0 = "FALSE"

    Diese Option soll dem Gast, also Hyper-V, vorgaukeln, er laufe direkt auf der Hardware und nicht in einer VM. Allerdings startet der Hyper-V Server 2008 R2 auch ohne diesen Eintrag in der .vmx-Datei.

    Nun kann man die VM von der ISO-Installationsdatei für Hyper-V Server 2008 R2 starten und das Setup durchlaufen lassen. Nachdem es sich dabei um einen minimalen Windows-Server handelt, der Server Core entspricht und auf die Hyper-V-Rolle beschränkt ist, läuft die Installation weitgehend ohne Interaktion mit dem Benutzer ab.

    VMware Tools installieren

    Die Installation der VMware Tools startet nicht automatisch, läuft dann aber problemlos ab.Wenn die VM fertig eingerichtet ist, sollte man die VMware Tools installieren. Sie verbessern nicht nur die Bedienbarkeit des Gastes durch die Integration des Mauszeigers und Auto-Resize des Fensters. Wichtig sind sie gerade in dieser ohnehin komplexen Konfiguration aus Performance-Gründen, weil sie paravirtualisierte Treiber für die den Zugriff auf Speichermedien und das Netzwerk enthalten.

    Führt man unter dem Menüpunkt Virtual Machine im Player-Fenster den Befehl Install VMware Tools aus, dann startet die Installationsroutine anders als bei einer Vollversion von Windows nicht selbständig. Man muss daher vom virtuellen DVD-Laufwerk (meist Laufwerk d:), das der Player zum Zweck der Installation mountet, das Setup von der Kommandozeile aufrufen. Das Einrichten der Tools geht auf der dürren Core-Oberfläche dann ohne Schwierigkeiten über die Bühne, der Explorer wird dafür nicht benötigt.

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