Hyper-V: Mit VMs verbinden über VMConnect und Remotedesktop


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    vmConnect lässt sich auch unabhängig von Hyper-V Manager nutzenVirtuelle Maschinen unter Hyper-V starten grundsätzlich headless, so dass der Desktop des Gastbetriebssystems nicht sichtbar ist. Möchte man mit dem Gast in der VM interagieren, dann muss man zu ihm eine RDP-Verbindung aufbauen. Das geht wahlweise über VMConnect im Hyper-V Manager oder über eine normale Remotedesktop-Session. Beide Mechanismen haben ihre eigenen Stärken und Schwächen.

    Der wesentliche Unterschied zwischen VMConnect und einer konventionellen RDP-Verbindung besteht darin, dass Ersteres über den Host läuft und nicht voraussetzt, dass das Gastbetriebssystem für den Zugriff via Remotedesktop konfiguriert oder dafür befähigt ist. Aus diesem Grund erlaubt VMConnect die Sicht in eine virtuelle Maschine selbst dann, wenn dort noch gar kein OS gestartet wurde. Dagegen wird eine Remotedesktop-Verbindung mit dem Gastbetriebssystem genauso hergestellt wie mit einem OS auf einem physikalischen PC. Daher muss dort vorher das Remotedesktop-Feature aktiviert werden.

    VMConnect unabhängig von Hyper-V Manager

    Obwohl es sich in beiden Fällen um RDP-Verbindungen handelt, die nur auf verschiedenen Ebenen des virtualisierten Rechners ansetzen, unterscheiden sie sich erheblich in der praktischen Nutzung. Das beginnt damit, dass sie über jeweils eigene Clients gestartet werden. Während es sich beim Remotedesktop um das altbekannte Tool handelt, ist VMConnect in den Hyper-V Manager integriert und lässt sich dort im Kontextmenü einer VM über den Befehl Verbinden öffnen.

    Zusätzlich besteht die Möglichkeit, VMConnect auch unabhängig von Hyper-V Manager zu verwenden. In Windows 8 fügt die Installation der Hyper-V-Verwaltungstools dafür eine eigene Kachel (Hyper-V-Verbindung mit virtuellen Computern) auf dem Startbildschirm hinzu.

    Unter Windows 7 muss man zu diesem Zweck eine Verknüpfung mit vmconnect.exe herstellen, das unter %ProgramFiles%\Hyper-V zu finden ist. Gibt man in der Verknüpfung als Parameter den Namen einer VM an, dann stellt das Programm sofort die Verbindung mit ihr her und man erspart sich die Auswahl aus der Server-Liste.

    VMConnect primär für die VM-Administration

    Da VMConnect bereits eine Verbindung mit einer VM aufbaut, bevor diese überhaupt eingeschaltet wurde, eignet es sich gut zur Installation von Betriebssystemen in virtuellen Maschinen. Im Menü Medien kann man eine ISO-Datei auswählen, von der die VM booten soll, oder ihr alternativ das DVD-Laufwerk des Hosts zuordnen. Dafür zuständig ist der wirr übersetzte Befehl E: aufzeichnen (für Capture E:).

    VMConnect bietet eine Reihe von Admin-Funktionen für virtuelle Maschinen.

    Auch für andere Verwaltungsaufgaben enthält VMConnect entsprechende Befehle im Menü bzw. der Symbolleiste. Dazu zählen das Starten, Anhalten, Herunterfahren und Ausschalten von virtuellen Maschinen, die Installation der Integrationsdienste, das Anlegen von Snapshots oder das Senden von Alt - Strg - Entf an die VM.

    Komfortablere Verbindung über Remotedesktop

    Da der primäre Zweck von VMConnect im Management von VMs besteht, eignet es sich aufgrund der vernachlässigten Usability nicht besonders gut, wenn man mit dem System in der virtuellen Maschine normal arbeiten möchte. So hat der Bildschirm des Gastes eine feste Größe (kein Smart Resize) und das Durchreichen von lokalen Laufwerken, USB-Geräten sowie Druckern in die VM ist nicht vorgesehen. Außerdem werden Audio-Signale des Gastes nicht am lokalen Rechner ausgegeben.

    Alle diese erweiterten Möglichkeiten bietet RDP 8.0 mit RemoteFX. Der dafür nötige Client gehört zum Lieferumfang von Windows 8, für Windows 7 kann er nachinstalliert werden. Der als Store App für Windows 8 verfügbare Remotedesktop-Client enthält dagegen nicht alle Features der Desktop-Anwendung und erlaubt kein Drive Mapping sowie keinen Zugriff auf lokale USB-Geräte.

    4 Kommentare

    Bild von Lasse
    Lasse sagt:
    27. März 2013 - 11:45

    ... oder man benutzt mRemoteNG (http://www.mremoteng.org/), was die Verwaltung von vielen Verbindungen deutlich vereinfacht.
    Erforderlich ist lediglich Microsoft .NET Framework 3.0 oder höher; läuft sogar portabel.

    Bild von Richard
    Richard sagt:
    2. April 2013 - 9:13

    Unterstützt irgend ein Tool denn mittlerweile die Maus bei der Linux Install.? Z. B. bei Cent OS?

    Bild von Joyce
    Joyce sagt:
    10. Dezember 2015 - 15:01

    "Unter Windows 7 muss man zu diesem Zweck eine Verknüpfung mit vmconnect.exe herstellen, das unter %ProgramFiles%\Hyper-V zu finden ist."

    ...ich muss wohl blind sein, aber das Verzeichnis gibt es bei Windows 7 nicht.

    Bild von Wolfgang Sommergut
    10. Dezember 2015 - 19:06

    Der Hyper-V Manager für Windows 7 ist Bestandteil von RSAT. Nach deren Installation sollte das genannte Verzeichnis vorhanden sein.