Kommandozeile in Windows 10: Copy & Paste, Zeilenumbruch, Hotkeys

    Eingabeaufforderung in Windows 10Windows führt seit seinen Frühzeiten auch solche Anwendungen auf der grafischen Oberfläche aus, die für den Textmodus entwickelt wurden. Windows 10 bringt nun überfällige Verbesser­ungen für Konsolen­programme, besonders beim Editieren, der Anpassung an die Fenstergröße und der Unterstützung von Hotkeys.

    Anwendungen für den Textmodus verhalten sich nicht nur anders als genuine Windows-Programme, sie bieten dabei auch noch deutlich weniger Komfort. Aus diesem Grund entstand im Lauf der Zeit eine Reihe von Tools, die diese Defizite ausgleichen sollten. Zumeist handelt es sich dabei um Freeware, wie beispielsweise Console oder PowerCMD. Bei PowerShell kann man auf die ISE ausweichen, die zwar mehr für die Script-Entwicklung und weniger für den interaktiven Gebrauch gedacht ist, aber gegenüber der Kommandozeile einige Vorteile hat.

    Neue Optionen für das Editieren

    Eine besondere Schwäche der Konsolenprogramme waren bis dato das Markieren, Kopieren und Einfügen von Text. Zum Beispiel war per Voreinstellung der Quickedit-Modus gar nicht aktiviert, so dass man erst den Befehl Markieren ausführen musste, um Text auszuwählen. Diese Auswahl erfolgte dann auch noch blockweise, so dass man beim Kopieren von mehrzeiligen Kommandos auch stets den Prompt mit an Bord hatte und diesen in einem Texteditor erst entfernen musste.

    Windows 10 (li.) bringt im Vergleich zu 8.1 (re.) eine ganze Reihe zusätzlicher Einstellungen für Konsolenprogramme.

    Unter Windows 10 ändert sich dieser Zustand, weil zum einen Quickedit standardmäßig angeschaltet ist und das Markieren so konfiguriert werden kann, dass es sich wie in einer normalen Windows-Anwendung an Zeilen orientiert. Diesem Zweck dient die neue Einstellung Auswahl des Zeilenumbruchs aktivieren. Wenn man beim Markieren mit der Maus jedoch die Alt-Taste gedrückt hält, dann hebt die Textanwendung wie gewohnt nur rechteckige Blöcke hervor.

    Kommandos lassen sich nun vollständig kopieren, ohne dass der Prompt mit in die Zwischenablage wandert.

    Darüber hinaus lässt sich die Markierung wie in den meisten Editoren durch Tastenkombinationen erweitern. Daher ist es etwa möglich, erst einen Text mit der Maus auszuwählen und die Hervorhebung danach mit STRG + Pfeiltasten oder STRG + Ende anzupassen.

    Tastenkombinationen für Copy & Paste

    Will man anschließend Text aus dem Output vorhergehender Befehle kopieren und am Prompt wieder einfügen, dann kann man dies wie gewohnt mit der rechten Maustaste tun. Alternativ funktionieren dafür aber nun wie bei allen anderen Windows-Anwendungen auch die Hotkeys STRG + C sowie STRG + V (verantwortlich dafür ist die Einstellung Neue STRG-Tastenkombinationen aktivieren). STRG + C behält seine bisherige Funktion zum Abbrechen von Kommandos und Programmen, aber nur, wenn kein Text markiert wurde.

    Eine weitere Neuerung besteht darin, dass die Konsole für den Textmodus nun unerwünschte Zeichen konvertieren kann, wenn man Inhalte von der Zwischenablage einfügt. So entfernt es Tabulatoren und wandelt typografische in gerade Anführungszeichen um. Zuständig dafür ist die Option Inhalt der Zwischenablage beim Einfügen filtern.

    Zeilenumbruch und automatische Fensterbreite

    Die Verbesserungen bei der Darstellung von Text in Konsolenfenstern finden sich in den Einstellungen unter Eigenschaften => Layout. Hier existiert eine neue Option mit der Bezeichnung Textausgabe bei Größenänderung umbrechen. Sie bewirkt einen Zeilenumbruch nicht nur beim Output künftiger Befehle, sondern auch bei den vorhandenen Inhalten des Fensters. Beim Kopieren derart umgebrochener Zeilen fügt die Konsole keinen harten Zeilenvorschub ein.

    Windows 10 passt die Puffergröße für die Fensterbreite automatisch an, wenn man diese verändert.

    Die Registerkarte Layout enthält wie gewohnt einen Abschnitt namens Fensterpuffergröße. Die darin angezeigten Werte haben aber nichts mit der Länge der Befehlshistorie zu tun, diese Einstellung findet sich unter dem Tab Optionen. Vielmehr geht es hier um die Zahl der Zeilen und Spalten, die für die Ausgabe eines Programms zur Verfügung stehen.

    Ändert man unter Windows 10 die Breite des Fensters, so wird ihre Puffergröße automatisch angepasst. Das wirkt sich zwar nicht auf den vorhandenen Text aus, aber der Output aller nun folgenden Befehle wird auf die neue Breite formatiert.

    Kompatibilität mit alten Textprogrammen

    Die meisten dieser Neuerungen lassen sich einzeln in den Eigenschaften abschalten, so dass sie sich dann jeweils verhält wie unter früheren Versionen von Windows. Wenn ältere Textmodus-Software mit bestimmten Verbesserungen nicht zurechtkommt, dann kann man konservative Einstellungen in der Verknüpfung speichern, die das Programm starten.

    Andere Anwendungen kommen dann weiterhin in den Genuss der erweiterten Editiermöglichkeiten. Wenn jedoch alle Stricke reißen, kann man unter Optionen zur alten Textkonsole zurückkehren.

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