Kostenloser Hyper-V Server 2012 erhält neue DR- und Storage-Features


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    Hyper-V ReplicaWie schon bei Windows Server 2008 R2 koppelt Microsoft auch bei Server 2012 den Hypervisor inklusive eines Minimal-Betriebssystems als eigenständiges und kostenloses Produkt aus. Dabei packt der Hersteller zahlreiche fortgeschrittene Funktionen des Vollprodukts in den Hyper-V Server 2012. Der kürzlich erschienene Release Candidate enthält unter anderem einige der neuen Storage-Funktionen von Windows Server 2012 sowie die Replikation von VMs.

    Wie bisher erbt der Hyper-V Server den unlimitierten Hypervisor aus dem Vollprodukt und kommt so in den Genuss der höheren Leistungsfähigkeit von Hyper-V 3.0. Dazu zählt die Unterstützung von max. 320 logischen CPUs pro Host (bisher 64), von 4 TB physikalischem RAM (bisher 1 TB) oder 1 TB vRAM pro VM. Einige dieser Zahlen eignen sich vor allem für Marketing-Broschüren, etwa der Support von maximal 1024 VMs sowie von 2048 virtuellen CPUs pro Host. Einen für die Praxis dagegen relevanten Fortschritt bringt die Erhöhung der Speicherkapazität für virtuelle Disks von 2 TB auf 64 TB durch das neue VHDX-Format.

    Support für Cluster, Live Migration und Storage Live Migration

    Neben den Erweiterungen der Basisfunktionen übernimmt Hyper-V Server 2012 auch fortgeschrittene Features aus dem Vollprodukt. Dazu zählt wie bisher die Unterstützung für Failover-Cluster und Live Migration von virtuellen Maschinen. Neu dagegen ist Storage Live Migration, bei der die Dateien einer VM während des laufenden Betriebs auf ein anderes Speichersystem kopiert werden. Anschließend schaltet der Hypervisor unterbrechungsfrei auf die erstellten Kopien um.

    Zu den neuen Funktion von Hyper-V 3.0, die auch die kostenlose Variante erbt, zählt auch die Shared Nothing Live Migration, die VMs zwischen Hosts umziehen kann, ohne dass dafür Shared Storage oder ein Windows-Cluster benötigt wird. Dieses Feature begnügt sich mit lokalen Server-Platten und ist vor allem bei kleineren Installationen von Nutzen.

    Storage Spaces und Hyper-V Replica

    Ähnliches gilt für Storage Spaces, mit deren Hilfe man Disk-Pools beliebig auf mehrere Volumes aufteilen und daher in bestimmten Konfigurationen auf Shared Storage verzichten kann. Mit von der Partie ist auch die neue DR-Funktion Hyper-V Replica, mit deren Hilfe man VMs unabhängig von den verwendeten Speichersystemen auch zwischen Rechenzentren synchron halten kann.

    Kaum Einsatzgebiete für kostenlosen Hypervisor

    Im Vergleich zum relativ mager ausgestatteten, kostenlosen VMware Hypervisor fällt der Funktionsumfang von Hyper-V Server 2012 regelrecht üppig aus und liefert Microsoft reichlich Stoff für Marketing-optimierte Vergleichstabellen.

    In der Praxis spielt der kostenlose Hypervisor für die Virtualisierung von Windows Server aber praktisch keine Rolle, weil es aus lizenzrechtlichen Gründen dafür keinerlei Anreiz gibt. Windows Server wird nämlich nicht pro VM, sondern pro Host lizenziert und enthält dafür ohnehin alle Virtualisierungsfunktionen.

    Desktop-Virtualisierung als Nische

    Die Nische von Hyper-V Server 2012 liegt bei virtuellen Servern auf Basis älterer Windows-Versionen ohne eigenen Hypervisor, wobei sich dieses Thema mit dem sich abzeichnenden Ende des Supports erledigen wird. Sein wichtigstes Einsatzgebiet ist die Desktop-Virtualisierung, wo er die VMs für zentrale Desktops bereitstellen kann.

    Eine weitere Verwendung der Software bestünde für die Virtualisierung von Linux-Servern, nachdem Microsoft seit geraumer Zeit Integration Components für die wichtigsten Distributionen des Open-Source-Systems anbietet. Allerdings werden Anwender in diesem Fall eher die Linux-eigene Virtualisierungstechnik einsetzen.

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