KVM-Hypervisor unter VMware Workstation oder Player installieren

    KVM LogoWenn man die Virtualisierung auf Basis des Hypervisors KVM ausprobieren möchte, dann muss man Linux nicht direkt auf die Hardware installieren, sondern kann dafür auch eine VM unter VMware Workstation bzw. Player nutzen.

    VMware ist schon seit mehreren Generationen der Workstation oder von ESXi in der Lage, Intel-VT und AMD-V zu virtualisieren. Dies ist die Voraussetzung, um einen Hypervisor in einer VM zu betreiben, wenn er diese Hardware-Unterstützung der CPU benötigt. Auf diese Weise lassen sich ESXi und Hyper-V unter der Workstation bzw. dem Player betreiben, aber auch verschachtelte Installationen von ESXi sind möglich.

    Konfiguration der VM

    Der erste Schritt für das Einrichten von KVM besteht in der Konfiguration der VM. Nach dem Start des Wizards für neue virtuelle Maschinen wählt man im ersten Dialog Custom (advanced) und belässt es anschließend bei der höchsten Version der vHardware (Workstation 10 unter der aktuellen Ausführung). Bei der Entscheidung zwischen den verschiedenen Installationsquellen aktiviert man anschließend die Option I will install the operating system later.

    Die ISO zur Installation von Linux ordnet man der VM später zu.

    Im nächsten Schritt nimmt man Linux als Betriebssystem und wählt die verwendete Distribution aus der angezeigten Liste. Es ist darauf zu achten, dass man zu einer 64-Bit-Ausführung greift, weil KVM auf einem 32-Bit-Kernel einigen Einschränkungen unterliegt (max. 2GB RAM pro VM, nur 32-Bit-Gäste).

    Die VMware Workstation enthält eine Liste mit den gängisten Linux-Distributionen.

    Die Zahl der zugeteilten vCPUs und die Dimensionierung des RAM hängen von den verfügbaren Ressourcen und dem geplanten Einsatz ab. Der von VMware vorgeschlagene Wert von 1GB Arbeitsspeicher ist indes deutlich zu niedrig, es sollten mindestens 8 GB sein.

    Ein wesentlicher Konfigurationsschritt besteht darin, Intel VT zu virtualisieren.

    Schließlich zieht man als Festplatten-Controller LSI Logic SAS dem von VMware empfohlenen LSI Logic vor und dimensioniert anschließend das virtuelle Laufwerk nach seinen Vorstellungen. Im letzten Dialog, der eine Zusammenfassung der gesamten Konfiguration zeigt, öffnet man über den Button Customize Hardware die Einstellungen der VM. Unter Processors aktiviert man die Option Virtualize Intel VT-x/EPT or AMD-V/RVI und fügt zudem einen zweiten Netzwerk-Adapter hinzu.

    Anpassen der .vmx-Datei

    Vor dem Start der Linux-Installation sind noch zwei Dinge zu erledigen: Zum einen muss man die .vmx-Konfigurationsdatei um den Eintrag apic.xapic.enabled=FALSE ergänzen, zum anderen ordnet man die ISO-Datei dem virtuellen CD/DVD-Laufwerk zu. Nun kann man die VM booten und das gewählte Linux installieren.

    Prüfung der Systemvoraussetzungen für KVM

    Nach dem ersten regulären Start des Gastbetriebssystems kann man nochmals überprüfen, ob die Voraussetzungen für KVM gegeben sind. Dazu öffnet man ein Terminal und gibt den Befehl

    egrep -c '(vmx|svm)' /proc/cpuinfo

    Ein Wert größer als Null bestätigt, dass die vCPU die Virtualisierung Hardware-seitig unterstützt. Alternativ könnte man kvm-ok aufrufen, das auf den meisten Distributionen jedoch erst installiert werden muss.

    Installation von KVM

    Die eigentliche Installation des Hypervisors hängt von der verwendeten Linux-Variante ab, wobei die Unterschiede nicht gravierend sind. Für jedes System finden sich Anleitungen im Web.

    Für die Verwaltung von VMs ist der Virtual Machine Manager zuständig.

    Relativ einfach geht das Hinzufügen unter Linux Mint vonstatten, wo man die erforderlichen Pakete in einem Terminal mit

    sudo apt-get install qemu-system qemu-utils libvirt-bin virt-manager

    hinzufügt. Nach dem obligatorischen Neustart des Gastsystems kann man VMs über den Virtual Machine Manager verwalten, den man im Startmenü unter Systemverwaltung => Verwaltung für virtuelle Maschinen findet.

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