Lizenz-Management für Microsoft-Produkte: 4 Tools im Vergleich

    Software Asset ManagementMicrosofts Lizenzbedingungen sind komplex und schwer überschaubar, so dass Anwender immer Gefahr laufen, zu viele oder zu wenige Lizenzen für die Software aus Redmond zu erwerben. Gerade für größere Unternehmen sind daher Tools willkommen, die den Bestand an Microsoft-Produkten regelmäßig erfassen und eine Über- oder Unterlizenzierung erkennen.

    Die Komplexität der Lizenzierung von Microsoft-Produkten ergibt sich nicht nur durch komplizierte Product Use Rights (PUR), sondern vor allem durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen die Bezugsmöglichkeit über verschiedene Programme zur Volumenlizenzierung, Erwerb dauerhafter Lizenzen versus Abonnements, Verfügbarkeit von Produkten in Suites oder die Notwendigkeit für CALs.

    Kosten vermeiden und für Audits rüsten

    Wenn Anwender zu scharf kalkulieren oder die Nutzung von Software nicht systematisch mit den vorhandenen Lizenzen abgleichen, dann drohen Strafen und teure Nachlizenzierungen bei Audits durch den Hersteller. Umgekehrt bewahrt eine zu großzügige Ausstattung mit Lizenzen zwar vor solchen unliebsamen Überraschungen, führt aber zu unnötigen Mehrkosten.

    Nachdem nur die wenigsten Unternehmen in ihrer IT-Abteilung Experten für Microsofts Lizenzmodelle beschäftigen, können entsprechende Tools bei der Vermeidung von Lizenzverstößen oder Überlizenzierung helfen. Die englische ITAM Review hat 4 solche Werkzeuge getestet, nämlich AppClarity von 1E, SmartTrack von Aspera, Spider License von Brainware und License Manager von Snow Software.

    Umfangreicher Kriterienkatalog

    Während die drei Letztgenannten das volle Spektrum des Lizenz-Managements abdecken, fällt 1E etwas aus der Reihe, weil seine Software auf die Rückgewinnung von ungenutzten Lizenzen spezialisiert ist. Dafür muss es zwar auch das Inventar analysieren und Suites wie Office erkennen können, aber es verzichtet dafür etwa auf eine Vertragsverwaltung.

    Dem Vergleich von ITAM Review zufolge erfüllt Aspera SmartTrack die gestellten Kriterien am besten.

    Die ITAM Review legte in ihrem Produktvergleich unter anderem folgende Kriterien an:

    • Kann die Software verschiedene Quellen für die Inventarisierung heranziehen und die Daten zu einem einheitlichen Bild konsolidieren?
    • Sind die Produkte in der Lage, aus den enormen Datenmengen, die etwa der SCCM erzeugt, die wesentlichen Informationen extrahieren, allen voran die Produkte, die eine Lizenz erfordern?
    • Können die Tools Microsoft-Produkte zu Suites zuordnen, um den Abgleich mit den vorhandenen Lizenzen zu unterstützen?
    • Identifizieren sie Redundanzen und Überschneidungen, so das Unternehmen unnötige Kosten vermeiden?
    • Entdecken sie eine Unterlizenzierung, so dass Firmen die damit verbundenen Risiken beseitigen können?
    • Kommen Sie mit den zahllosen Lizenztypen von Microsoft sowie den unterschiedlichen Geräten zurecht, auf denen die Produkte installiert sein können?
    • Sind sie in der Lage, Lizenzverträge zu verwalten?

    Der ITAM Review zufolge erfüllt Aspera SmartTrack unter den genannten 4 Produkten die an sie angelegten Kriterien am besten. Auch Brainware und Snow Software bieten ein breites Funktionsspektrum, nur 1E konzentriert sich auf die Beseitigung ungenutzter Software und somit auf einen Aspekt des Lizenz-Managements.

    Neben der Übersicht über die Testergebnisse veröffentlichte die ITAM Review auch eine detaillierte Besprechung der einzelnen Tools, die entsprechenden Links finden sich am Anfang des Überblickartikels.

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