Microsoft ändert Update-Logik für Windows 10 erneut, künftig kein Current Branch mehr

    Windows as a ServiceAnwender müssen sich bei Windows as a Service auf eine wei­tere Änderung einstellen. Die zeit­lich gestaf­felte Freigabe des Betriebs­systems ver­zichtet künf­tig auf den Current Branch, so dass ein neues Release so­fort für alle Benutzer ver­fügbar ist. Wie bei Windows Server folgen die Feature-Updates nun dem Semi-annual Channel.

    Erst vor einigen Monaten hat Microsoft einen Rhythmus von zwei Upgrades für Windows 10 pro Jahr angekündigt, wobei das eine im März und das andere im September erscheinen soll. Jedes Release erhält Support über einen Zeitraum von 18 Monaten. Somit gibt es für eine Version keine Patches mehr, sobald der Nachfolger für das über­nächste Feature-Update erschienen ist.

    Bisher zusätzliche Testphase für Unternehmen

    Microsoft machte die Update-Intervalle durch diese Umstellung besser berechen­bar, nachdem der Hersteller zuvor bloß unregel­mäßige Zyklen mit 2 bis 3 Releases pro Jahr vorgesehen hatte. Faktisch blieb es dann schon 2016 bei nur einer neuen Ausgabe von Windows 10.

    Auch das im April angekündigte Modell ging noch davon aus, dass diese Intervalle für Consumer und Unternehmen zwar gleich lang sind, aber zeitversetzt beginnen. Nach der Preview-Phase würden zuerst Privat­anwender im Rahmen des Current Branch (CB) das neue Release erhalten.

    Unternehmen erhielten Feature-Upgrades jedoch mit einem Verzug von 3 oder 4 Monaten, wenn sie dem Current Branch for Business (CBB) folgten. Während dieser Frist würde jeden Monat ein kumulatives Update erscheinen, das Fehler behob, die beim Einsatz des OS auf Millionen von PCs auftraten.

    Kein Current Branch mehr

    Diese Staffelung wird es nun nicht mehr geben. Sobald ein Release die internen Tests und die Phase der Insider Preview durchlaufen hat, erscheint es für alle Benutzer gleichzeitig. In Anlehnung an das neue Service-Modell von Windows Server folgen die Feature-Upgrades nun dem Semi-annual Channel (SAC), der CB und CBB ersetzt.

    Feature-Updates von Windows 10 erscheinen nach der Preview-Phase für alle Anwender gleichzeitig.

    Eine Konsequenz daraus ist, dass Unter­nehmen eine neue Version des Betriebs­systems erhalten, die nicht durch den Einsatz im Massenmarkt über mehrere Monate zusätzlich gehärtet wurde. Außerdem verkürzt sich dadurch der Zeitraum für die Evaluierung und Tests, weil die Uhr für die Support-Frist sofort zu ticken beginnt, sobald das System auf den Markt kommt, und nicht mehr 3 oder 4 Monate später.

    Den Abstand zwischen CB und CBB sollten Unternehmen bisher für die Pilotphase nutzen.

    Evaluierung nur in der Preview-Phase

    Microsoft empfiehlt Unternehmen, sich auf das neue Update-Modell einzustellen, indem sie die Planung und Vorbereitung vollständig auf den Zeitraum der Insider Preview verlegen. Mit dem Erscheinen eines neuen Release im SAC sollten sie gleich mit Pilot­installationen auf rund 10 Prozent der Rechner beginnen. Bisher konnten sie das im Zeitraum zwischen CB und CBB tun. Sobald die Ergebnisse der Pilotphase zufriedenstellend sind, kann der vollständige Rollout beginnen.

    Die Pilotphase entfällt zukünftig auf die Zeit nach der Freigabe eines Updates im SAC.

    Windows 1703 nun im SAC

    Die Umstellung auf die neuen Intervalle erfolgt nun mit der Freigabe von Windows 10 1703 im Semi-annual Channel. Microsoft stellt aktualisierte Installations­medien über das Volume Licensing Service Center zur Verfügung. Sie enthalten bereits das kumulative Update vom Juli 2017.

    Darüber hinaus erhalten Kunden, die Feature-Upgrades über Windows Update for Business im Rahmen des CBB beziehen, die neue Version auf diesem Weg. Über GPOs ist dort jedoch ein weiterer Aufschub um bis zu 365 Tage möglich. Anwender, die Updates über WSUS oder SCCM verteilen, erhalten Windows 10 1703 jetzt ebenfalls.

    Gemäß der Service-Politik für Windows 10 fällt nun die Version 1511 aus dem Support. Als genaues Datum für das Ende dieser Version nennt der Hersteller den 10. Oktober. Die erneute Änderung des Service-Modells hat keine Auswirkung auf Windows 10, das im Long Term Service Channel (LTSC) erscheint. Das nächste Upgrade gibt es dort voraussichtlich im Jahr 2019.

    4 Kommentare

    Bild von Christian Wimmer
    Christian Wimmer sagt:
    31. Juli 2017 - 8:26

    Da kann man nur sagen: Mutig!

    Keine der bisherigen Windows 10 Versionen lief direkt fehlerfrei bei uns, teilweise waren sogar richtig böse quasi betriebsverhindernde Fehler drin.

    Bild von Nico
    Nico sagt:
    23. August 2017 - 12:38

    Ok ok... kann mir irgendwer verraten, wann 1607 jetzt Ende des Supports hat und gibt es den "erweiterten Support" noch??

    Bild von Daniel
    Daniel sagt:
    29. August 2017 - 10:33

    mhm, mir ist nicht ganz klar, wie wir unserer Umgebung mit 20'000 Clients und mit x Drittsystemen das bewerkstelligen sollen. Bis zu Windows 10 hatten wir jeweils ein Jahr Zeit, all die Systeme zu testen. Jetzt müssen wir wohl ständig testen. Viel Spass;-).

    Bild von m. maier
    m. maier sagt:
    10. September 2017 - 12:35

    Wenn man die mit diesem Modell (halbjährliche Updates) verbundenen Kosten auf die TCOs umlegt, dann ist SCCM CB wohl die erste SCCM-Generation, die deutlich schlechtere TCOs mitbringt als die Vorgänger-Version.
    Für Enterprise-Kontexte stellt SCCM CB in meinen Augen somit einen deutlichen Rückschritt dar.
    Wo ist eigtl. die Kunden-Orientierung von MS geblieben?