Microsoft beschränkt Support für Windows 7 / 8.1 auf neuen Intel-CPUs

    Dell Inspiron Support für Windows 7Microsoft kündigte an, dass es Windows 7 und 8.1 auf Intels Skylake-CPUs nur kurz­zeitig unter­stützen wird, die neueste Hardware soll Windows 10 vorbe­halten bleiben. Ihre Anschaf­fung erfordert somit die baldige Migration auf das aktuelle Betriebs­system, und zwar noch vor dem Support-Ende von Windows 7 oder 8.1.

    Der Hersteller setzt alles daran, um Unternehmen möglichst bald zu einem Umstieg auf Windows 10 zu bewegen. Diesem Zweck diente zunächst das kostenlose Upgrade während des ersten Jahres nach Erscheinen des OS. Letzte Woche erhöhte Microsoft den Druck, indem es ab Ende Januar die Get Windows 10 App über Windows Update auch an PCs verteilt, die Mitglied in einer Domäne sind.

    Support für Windows 7 theoretisch noch bis 2020

    Der letzte Streich besteht nun in einer Änderung der Support-Bedingungen für Windows 7 und 8.1. Gemäß des Microsoft Support Lifecycle endet die Unterstützung für diese Systeme offiziell erst am 14. Januar 2020 bzw. am 10 Januar 2023 (für Windows 8 endete der Support bereits am 12. Januar 2016, weil Anwender innerhalb von 2 Jahren nach Erscheinen der Version 8.1 auf diese migrieren mussten).

    Windows 10 soll für Kunden mit Windows 7/8 für 1 Jahr kostenlos sein.  Aus diesem Angebot wird immer mehr eines, das Unternehmen nicht ablehnen können.

    Faktisch gelten diese Fristen aber nur, wenn diese Versionen des Betriebssystems auf den derzeit noch mehrheitlich eingesetzten Prozessoren der Core-i-Serie laufen. Es handelt sich dabei um die vierte und fünfte Generation mit den Codenamen Haswell und Broadwell.

    Einschränkungen auf Skylake-Prozessoren

    Für PCs und Notebooks, die mit einer CPU aus der Skylake-Generation ausgestattet sind, sieht Microsoft eine Reihe von Einschränkungen vor:

    • Der Support für ältere Windows-Versionen auf Skylake-Prozessoren gilt nur für Geräte, die der Hersteller explizit in eine entsprechende Liste aufgenommen hat. Diese Auswahl soll künftig noch erweitert werden. Aktuell berücksichtigt sie vornehmlich Premium-Hardware von OEMs wie Dell, HP oder Lenovo.
    • Die Unterstützung von Windows 7 und 8.1 auf diesen zertifizierten Geräten endet am 17. Juli 2017. Anwender sollen diese Phase für den Umstieg auf Windows 10 nutzen.
    • Nach dem 17. Juli 2017 gibt es Updates auf der Skylake-Hardware nur mehr für die gefährlichsten Sicherheits­lücken. Und selbst dafür gilt die Einschränkung, dass diese Bugfixes die Stabilität von Windows 7 und 8.1 auf den weiterhin unterstützten Plattformen nicht beeinträchtigen.
    • Die kommende Prozessorgeneration bleibt ausschließlich Windows 10 vorbehalten. Dazu zählen Intels Kaby Lake, Qualcomms 8996-CPU und AMDs Bristol Ridge.

    Microsoft nennt technische Gründe

    Terry Myerson, Executive Vice President, Windows and Devices Group, begründet diesen Vorgehen in einem Blog-Post mit technischen Argumenten. Nach einem endlosen Schwall an Marketing-Phrasen, der die Innovationen von Windows 10 auf der neuesten Hardware preist, benennt er Gerätetreiber und Firmware als wichtigste Hindernisse für Windows 7 auf Skylake.

    Diese müssten modifiziert werden, damit sie den Anforderungen des alten Betriebssystems bei der Verarbeitung von Interrupts oder dem Power-Management entsprächen. Das sei etwa für die Grafik oder für WLAN eine große Herausforderung.

    Die Hardware-Partner, deren Geräte in der Microsoft-Liste genannt sind, würden die Treiber entsprechend modifizieren. Die Benutzer müssten aber damit rechnen, dass die OEMs diesen Support für Windows 7 danach zurückfahren.

    Windows as a Service gegen Veralten des OS

    Insgesamt ist die reduzierte Unterstützung von Windows 7 und 8.1 auf Intels Skylake eine weitere Maßnahme, um die Migration auf Windows 10 zu forcieren. Von einer weiten Verbreitung des neuen OS verspricht sich Microsoft einen Schub für sein stagnierendes Business auf Mobilgeräten.

    Die orangen Stufen stellen die max. 8 Monate langen Update-Intervalle innerhalb des Current Branch for Business dar.

    Darüber hinaus kann der Hersteller dann ein für alle Mal verhindern, dass zahlreiche Unternehmen mit einem System arbeiten, das Jahre hinter dem aktuellen Stand hinterherhinkt. Windows as a Service sorgt selbst mit dem zahmeren Current Branch for Business dafür, dass alle PCs jedes Upgrade spätestens 8 Monate nach seinem Erscheinen erhalten.

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