Microsoft bringt neue Remotedesktop-App für Windows 10, iOS und Android

    Kachel für Remotedesktop-AppDer Remote­desktop-Client für Touch-Geräte erfährt ein Update auf allen unter­stützten Platt­formen. Größere Fort­schritte macht vor allem die Uni­versal App für Windows 10, die nun mehrere Verbin­dungen gleich­zeitig unterstützt.

    Vor gut 3 Jahren hat sich Microsoft entschlossen, auch Betriebs­systeme anderer Hersteller mit eigenen RDP-Clients zu unterstützen. Seitdem sind Updates für Mac OS, iOS und Android erschienen, die zunehmend mehr Funktionen für den Zugriff auf die Remote Desktop Services bieten.

    App für Windows 10 holt auf

    Nachdem eine Modern App bereits für Windows 8.1 existierte, stellte Microsoft mit Windows 10 auf eine Universal Windows App (UWP) um, die im ersten Release gegenüber dem Vorgänger einige Funktionen einbüßte. Dafür deckt der neue RDP-Client Windows 10 und Windows 10 Phone gleichzeitig ab.

    Das aktuelle Update rüstet einige Features nach, die vor allem den Benutzer­komfort erhöhen. So kann man gleichzeitig mehrere Sessions (auch unter verschiedenen Benutzernamen) starten und zwischen ihnen umschalten. Für jede Verbindung lässt sich wie gewohnt ein Session-Icon auf der Hauptseite speichern.

    Zu den Neuerungen der UWP-App gehören Gruppen für Verbindungen und die Änderung der Bildschirmauflösung.

    Wenn man sehr viele solche Verknüpfungen angelegt hat, dann verliert man relativ leicht die Übersicht. Aus diesem Grund erlaubt die App nun das Erstellen von Gruppen, in denen man die Verbindungen zusammen­fassen kann. Auf diese Weise ließen sich die Symbole etwa nach Hosts oder nach Benutzer gruppieren.

    Eine weitere Verbesserung besteht darin, dass man die Bildschirm­auflösung der Remote-Sitzung nun während der Laufzeit ändern kann. Zusätzlich ist es möglich, die Größe des Bildschirms zu verändern und damit einen Zoom-Effekt zu erzeugen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn auf dem Remote-Host mindestens Windows 8.1 oder Server 2012 R2 läuft.

    Keine Umleitung auf lokale Drucker

    Keine Fortschritte gibt es bei der Einbindung lokaler Ressourcen in die Remote-Sitzung, allen voran von Laufwerken und Druckern des Clients. Sounds lassen sich dagegen bereits seit der ersten App-Version auf dem lokalen Gerät ausgeben. Die Zwischenablage zwischen lokaler und Remote-Session ist ebenfalls aktiviert, auch wenn sich in den Einstellungen dafür keine Option findet.

    Nachdem die UWP-App sich primär an Geräte mit Touch-Bedienung richtet, kann man natürlich argumentieren, dass dort nur selten lokale Drucker angeschlossen sind und ein Zugriff auf deren Dateisysteme in der Remote-Session nicht so wichtig ist.

    Kein RDP 10 für Windows 7 und 8.1

    Wer solche Features benötigt, kommt somit weiterhin nicht am herkömmlichen Desktop-Client vorbei. Wer dort auch die neuesten Funktionen wie das Zoomen haben möchte, bekommt diese nur unter Windows 10 und Server 2016. Während Microsoft nämlich RDP 8.1 noch auf Windows 7 portiert hat, wird es RDP 10 für die älteren Versionen des Betriebs­systems nicht geben.

    Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht, welche lokale Ressourcen sich mit welchem Client in die Remote-Sitzung umleiten lassen.

    UmleitungHerkömmlicher RDP-ClientUWPAndroidiOSMac
    Zwischenablage ja Text, Bilder Text Text, Bilder Text, Bilder (in der Preview-Version)
    Mikrofon ja - - - ja (in der Preview-Version)
    Lokale Laufwerke ja - ja - -
    Drucker ja - - - ja (nur CUPS)
    Smartcard ja - - - ja (Preview-Version, Windows-Authenti­fizierung wird nicht unterstützt)
    Lautsprecher ja ja ja ja ja

    Kleine Fortschritte für Apple-Geräte

    Die Remotedesktop App für Apple-Geräte erhält einige moderate Verbes­serungen. So verhält sie sich unter Mac OS bei einem Multi-Monitor-Setup so, wie es Benutzer vom vollwertigen Client gewohnt sind.

    Auf iOS-Geräten lassen sich gespeicherte Verbindungen nun über eine Spotlight-Suche finden, so dass man eine Sitzung starten kann, ohne dass man zuvor die App öffnen muss.

    Hoch- und Querformat unter Android

    Bedeutender sind die Fortschritt der App für Android. So passt sie sich jetzt automatisch an das Hoch- und Querformat an, wenn man das Gerät dreht. Allerdings ändert sich die Auflösung nur dann dynamisch, wenn der Host mindestens unter Windows 8.1 oder Server 2012 R2 läuft. Andernfalls ändert sich zwar die Orientierung, aber die Darstellung verbleibt weiterhin in den ursprünglichen Dimensionen.

    Dreht man ein Android-Gerät, dann passt sich die Session jetzt automatisch an Hoch- und Querformat an.

    Ebenfalls eine deutliche Verbesserung bedeutet die neue Tastaturerweiterung, weil damit alle Tasten zur Verfügung stehen, die man für die Bedienung von Windows benötigt.

    Die UWP-App für Windows 10 kann kostenlos vom Microsoft Store heruntergeladen werden. Die Pendants für Apple-Systeme und Android finden sich im App Store bzw. auf Google Play.

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