Neues Downgrade-Recht für XP: Was es für die Windows-7-Planung bringt

    Downgrade von Windows 7 auf XPEine mit einem neuen PC erworbene Windows-7-Lizenz berechtigt für den Einsatz von XP oder Vista auf diesem Rechner. Dieses Recht sollte nach den bisherigen Regelungen erlöschen, sobald das Service Pack 1 (SP1) für Windows 7 erscheint oder spätestens 18 Monate nach der Veröffentlichung von Windows 7, also am 22. April 2011. Microsoft hob dieses Verfallsdatum für das Downgrade-Recht nun auf, um es nach eigener Aussage konsistenter zu gestalten. Einfacher wird die Planung für Anwender aber dadurch keineswegs. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum geänderten Downgrade-Recht.

    Was genau hat Microsoft angekündigt?

    Microsoft hat die zeitliche Befristung für das Downgrade-Recht aufgehoben und erlaubt nun, während "des gesamten Windows-7-Lebenszyklus" auf die letzten zwei Versionen des Client-Betriebssystems zurückzukehren.

    Gilt das Downgrade-Recht für alle Editionen von Windows 7?

    Nein, es bezieht sich nur auf Windows 7 Professional und Ultimate. Sie dürfen durch äquivalente Varianten von Vista und XP ersetzt werden.

    Wie bedeutet dieser Schritt für Volumenlizenzen von Windows 7?

    Die Ankündigung bezieht sich ausschließlich auf OEM-Lizenzen von Windows 7, die mit dem Kauf eines neuen PCs erworben werden. Inhaber einer Volumenlizenz (VL) hatten schon zuvor ein uneingeschränktes Downgrade-Recht, das auch auf beliebige ältere Windows-Versionen zurückreicht. Allerdings besteht kein Recht, bei einer späteren Migration des Unternehmens auf Windows 7 das Downgrade-XP wieder durch Windows 7 zu ersetzen. Dies ist Kunden mit einer Software Assurance vorbehalten.

    Stimmt es, dass Microsoft somit XP bis 2020 verlängert?

    Einige amerikanische Online-Publikationen haben diese Interpretation kolportiert, sie sind damit aber einem Missverständnis aufgesessen. Beim Life Cycle von Windows 7 meinte Microsoft nicht den Support-Lifecycle, der sich über 10 Jahre nach Erscheinen einer Windows-Version erstreckt. Vielmehr geht es um den Sales-Lifecycle, also den Zeitraum, während dessen OEM-Lizenzen einer bestimmten Version verkauft werden dürfen.

    Demnach können Windows-Versionen als Paket ("boxed") noch ein Jahr verkauft werden, nachdem bereits der Nachfolger auf dem Markt ist. OEMs dürfen die ältere Version noch 2 Jahre nach dem Erscheinen des neuen Windows auf ihren Rechnern vorinstallieren. Im Fall von Windows 7 bedeutet dies, dass neue PCs noch bis zum 22. Oktober 2011 mit Vista ausgeliefert werden dürfen.

    Entscheidend für das Ende von XP ist diese Regelung, sobald Windows 8 auf den Markt kommt. Wenn Microsoft seine geplanten Update-Intervalle von 3 Jahren einhalten kann, sollte dies 2012 oder spätestens 2013 der Fall sein. Zwei Jahre danach, also 2014 oder 2015, geht der letzte mit Windows 7 vorinstallierte Rechner an seinen Käufer. Ab diesem Zeitpunkt sind nur mehr PCs mit Windows 8 zu bekommen, das ein Downgrade-Recht für Windows 7 und Vista enthält - aber nicht mehr für XP.

    Was bedeutet diese Ankündigung für die Migrations-Planungen?

    Vermutlich nur wenig. Das entscheidende Datum für den Abschied von Windows XP ist der 8. April 2014. Dann endet der technische Support für den OS-Veteranen, d.h., es gibt auch keine Sicherheits-Updates mehr. Der Support für Windows XP mit SP2 lief gerade am 13. Juli 2010 aus, der April 2014 gilt für XP mit Service Pack 3.

    Aber es könnte problematisch werden, selbst diesen Termin abzuwarten. Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass viele Software-Anbieter schon vorher Windows XP mit den neuesten Versionen ihrer Produkte nicht mehr unterstützen werden.

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