Mikogo Cloud Desktop: Windows-Session im Web-Browser


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    Startseite von Windows Server 2012 im Mikogo Cloud DesktopDie in Mannheim ansässige BeamYourScreen GmbH bietet unter der Bezeichnung Mikogo Cloud Desktop Windows als Service an. Genau genommen handelt es sich dabei um Sessions auf einem Terminal-Server (Remote Desktop Session Host). Ein besonderes Merkmal des Dienstes besteht im selbst entwickelten HTML5-Client, der auf dem Endgerät nur einen modernen Web-Browser voraussetzt und keine Installation von Software erfordert.

    BeamYourScreen verdient sein Geld bis dato mit einer Screensharing-Lösung, die es unter dem Namen Mikogo als SaaS anbietet. Eines ihrer wesentlichen Features besteht in einem HTML5-Frontend. Dafür benötigt der Hersteller ein Gateway, mit dem das proprietäre Screensharing-Protokoll in HTML5 umgesetzt wird. Dieses wurde nun für RDP adaptiert und ermöglicht so den Zugriff auf die Windows-Oberfläche aus einem modernen Web-Browser.

    Zunehmendes Angebot an HTML5-Clients

    Mit steigender Verbreitung von HTML5-fähigen Browsern bringen immer mehr Anbieter solche Lösungen auf den Markt, die den Zugriff auf virtuelle Desktops oder Terminal-Sessions erlauben, ohne dass dafür auf dem Endgerät eine eigene Software installiert werden muss. Erst kürzlich kündigte VMware anlässlich der Freigabe der Horizon Suite die Verfügbarkeit seiner Blast-Technologie an, die dem gleichen Zweck dient.

    Der Mikogo Cloud Desktop bietet mit seinem HTML5-Client ein gutes Benutzererlebnis.

    Im Unterschied zu den meisten dieser frühen Implementierungen erlaubt der HTML5-Client von Mikogo Cloud Desktop ein flüssiges Arbeiten ohne Darstellungsprobleme. Darüber hinaus überträgt er im Unterschied zu VMware Blast auch die Audioausgabe des Remote-PCs.

    Integration mit dem lokalen Rechner

    Hinzu kommen eine relativ gute Integration mit dem lokalen System, unter anderem das Copy & Paste zwischen lokalen und entfernten Anwendungen oder die Ausgabe von Printjobs aus entfernten Applikationen auf lokale Drucker. Zu den weiteren Funktionen des HTML5-Frontends gehören der Upload und der Download von Dateien, die Unterstützung für Touch-Bedienung sowie die verschlüsselte Kommunikation über SSL.

    Der unkomplizierte Zugriff von fast jedem Endgerät aus soll den Desktop aus der Cloud für mobile Mitarbeiter oder externe Projektbeteiligte interessant machen, weil er von überall und fast jedem Gerät aus erreichbar ist und schnell bereitgestellt werden kann. Aber gerade die sinnvollen Nutzungsszenarien sind derzeit noch das große Fragezeichen für eine solche Lösung.

    Unklare Nutzungsszenarien

    Der Cloud-Service soll (und kann) nämlich kein Ersatz für einen regulären Firmen-Desktop sein, so dass er parallel dazu oder nur temporär eingesetzt würde. Daher dürfte die einfache Erreichbarkeit des Mikogo Desktop in den meisten Fällen nur dann von Nutzen sein, wenn die Anwender dort ihre Daten und Programme vorfinden. Dagegen sprechen indes die Restriktionen bei der Installation von Software auf einem Terminal-Server, für den der Anwender keine administrativen Rechte hat.

    Für die Synchronisierung der Daten sieht der Mikogo Cloud Desktop die Installation des Dropbox-Clients vor. Allerdings ist Verteilung von Firmeninformationen auf diesem Weg nirgendwo gerne gesehen und von kaum einer IT-Abteilung zugelassen. Daher richtet sich diese Option primär an private Anwender des Cloud-Desktops, die der Anbieter ebenfalls ansprechen möchte.

    AD-Vertrauensstellung und VPN

    Um Unternehmen die Anbindung des Cloud-Desktops in ihre IT zu vereinfachen, möchte BeamYourScreen ein Site-to-Site-VPN anbieten und die Einrichtung von Vertrauensstellungen mit der AD-Domäne des Cloud-Dienstes erlauben. Das würde Rechteverwaltung vereinfachen und den Zugriff vom Cloud-Desktop auf interne Ressourcen ermöglichen.

    Dennoch dürfte für viele potenzielle Firmenkunden der HTML5-Client zwar interessant, ein weiterer Desktop aus der Cloud jedoch überflüssig sein. Daher plant BeamYourScreen die Bereitstellung des RDP-zu-HTML-Gateways als eigenständigen Service, der über ein VPN auf die Rechner hinter der Firewall des Kunden zugreifen kann.

    Preis und Verfügbarkeit

    Derzeit befindet sich der Mikogo Cloud Desktop noch in einer Erprobungsphase und einige der angekündigten Dienste wie die AD-Integration oder die VPN-Anbindung würden nur auf Anfrage bereitgestellt. Die Nutzung des Dienstes ist derzeit noch kostenlos, die Anmeldung für ein Demo-Konto erfolgt über die Website des Anbieters.

    1 Kommentar

    Bild von Lewald
    Lewald sagt:
    11. Juli 2013 - 9:59

    Mit thin RDP kann das jeder selber machen.

    Läuft ganz brauchbar :)

    RDP via Browser