NetMan Desktop Manager 5: RDP-Beschleunigung, Support für App-V, HA/DR

    Netman Desktop Manager 5Die Göttinger H+H Software GmbH kündigt mit der Version 5 ein Major Release ihres NetMan Desktop Manager (NDM) an. Das Produkt ergänzt die Terminaldienste von Windows Server um zahlreiche Funktionen und präsentiert sich nun als ernsthafte Alternative zu Citrix XenApp. In der langen Liste der Neuerungen finden sich unter anderem die Optimierung von RDP für WANs, ein erweitertes Regelwerk für die Bereitstellung von Anwendungen, ein Lizenz-Management, das auch lokale Anwendungen berücksichtigt oder zusätzliche Funktionen für Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery.

    Die mit Windows Server 2008 R2 in Remote Desktop Services (RDS) umbenannten Terminaldienste erhielten zwar im Lauf der Jahre nach und nach neue Funktionen, aber die Fortschritte reichten nie aus, um die Daseinsberechtigung von Add-ons wie Citrix XenApp ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Die neu hinzugekommenen Funktionen waren oft nur für die neuesten Windows-Clients zugänglich oder ihre Umsetzung fiel so dürftig aus, dass sie die vorhandenen Alternativen nicht ersetzen konnten.

    Intelligentes Load-Balancing

    Auch die Feature-Liste von NetMan Desktop Manager und ihr Vergleich mit Windows Server 2008 R2 (PDF) belegt eindrucksvoll, wie groß der Bedarf an ergänzenden Produkten nach wie vor ist. Das betrifft auch grundlegende Funktionen, die der NDM schon länger bietet, beispielsweise eine intelligente Lastverteilung. Die Software von H+H berücksichtigt dafür nicht nur die Zahl der Sessions auf einem Host, sondern auch dessen tatsächliche Auslastung anhand von CPU- und RAM-Statistiken.

    Beschleunigung und WAN-Optimierung von RDP

    Während die meisten Funktionen der Vorgängerversion auch in Server 2008 R2 noch keineswegs obsolet geworden sind, bringt der NDM 5 zusätzliche Verbesserungen, die dem Terminal-Server weitere Einsatzgebiete erschließen. Dazu gehört die Beschleunigung des RDP-Protokolls, das über WANs zu einem notorisch schlechten Benutzererlebnis führt. H+H reklamiert für NDM 5 eine bis zu 25-fach bessere RDP-Performance, die vor allem durch Kompression erreicht wird und damit auch die Bandbreiten von WANs schont. Dieses Feature beschränkt sich nicht auf Windows-PCs, sondern gilt auch für Android- und iOS-Geräte, für die H+H einen optimierten RDP-Client zur Verfügung stellt.

    Bereitstellung von App-V-Packages

    Eine weitere Neuerung von NDM 5 besteht in der Unterstützung für App-V, Microsofts Lösung zur Applikationsvirtualisierung. Auf dem Terminal-Server sind derartige Tools vor allem deshalb interessant, weil sie Konflikte zwischen Programmen oder verschiedenen Versionen einer Software vermeiden helfen. Seit App-V 4.6 enthält die RDS-CAL eine Lizenz für App-V, die ausschließlich auf Session Hosts genutzt werden kann. NDM 5 erlaubt es, virtualisierte Anwendungspakete direkt aus seiner Management-Konsole bereitzustellen.

    Failover durch Satelliten-Server

    Für hoch verfügbare Terminal-Server-Installationen sieht NDM 5 die Einrichtung von so genannten Satelliten-Servern vor. Ein solcher kann bei Ausfall des Primär-Servers dessen Sessions in Echtzeit und ohne Unterbrechung übernehmen. Für besonders hohe Anforderungen lassen sich mehrere solche Satelliten konfigurieren. Mit dieser Lösung bietet H+H eine Alternative zum Einrichten eines Clusters, mit dem beim Terminal-Server normalerweise eine Failover-Strategie umgesetzt wird.

    Dynamische Benutzerumgebung, Lizenz-Management

    NetMan Desktop Manager 5 bringt unter anderem noch folgende neue Funktionen:

    • Rechte für Anwendungen und die Konfiguration der Benutzerumgebung lassen sich abhängig von zahlreichen Kriterien wie dem Standort oder dem Endgerät dynamisch anpassen. H+H spricht in diesem Zusammenhang von User Environment Management, wobei sich diese Bezeichnung für eigenständige und funktionsreichere Produkte wie RES Workspace Manager oder Appsense eingebürgert hat.
    • Verteilte Server-Farmen: Mit NDM 5 lassen sich an mehreren Firmenstandorten Farmen von Terminal-Servern einrichten, die sich gegenseitig als Fallback dienen. Wenn also der oder die Server in einer Niederlassung ausfallen, können die Clients von einem anderen Standort aus versorgt werden.
    • Erweitertes Lizenz-Management: Bisher konnte NetMan Desktop Manager nur Lizenzen von Software überwachen, die auf dem Server installiert wurde. Die Version 5 deckt nun auch lokal installierte Programme ab. Das Feature umfasst auch ein Usage Tracking, so dass sich der tatsächliche Bedarf an Lizenzen ermitteln lässt. Das erweiterte Lizenz-Management wird von einer Applikationskontrolle ergänzt, die nun ebenfalls auf die lokalen Programme ausgedehnt wurde und mit der sich dort die Ausführung nicht autorisierter Anwendungen unterbinden lässt.

    NetMan Desktop Manager 5 wird in den nächsten Tagen als Public Beta veröffentlicht und soll im Juni auf den Markt kommen.

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