Office 2016: Nur ausgewählte Programme installieren, Setup anpassen

    Angepasstes Setup für Office 2016 mit dem Deployment ToolWenn man das Setup von Office 2016 startet, dann instal­liert es sämtliche Appli­ka­tionen, und zwar auf Basis einiger vorge­gebener Ein­stellungen. Dieses Ver­halten ist häufig unerwünscht. Daher besteht die Möglich­keit, die Instal­lation mit Hilfe des Office Deploy­ment Tools und einer Konfi­gurations­datei anzu­passen.

    Microsoft liefert Office 2016 nicht mehr mit einem MSI-Installer aus, sondern verwendet stattdessen das Click-to-Run-Verfahren. Dabei werden die Installations­dateien vom Setup-Programm aus dem Internet herunter­geladen, alternativ kann man sie aber wie gewohnt über lokale Datenträger bereit­stellen.

    Keine Optionen beim Standard-Setup

    Anders als bei der herkömmlichen Installation kann man bei Click-to-Run standard­mäßig weder auswählen, welche Anwendungen man installieren möchte noch den Pfad festlegen, wo sie abgelegt werden sollen. Will man das Setup aber individuell anpassen, dann bietet Microsoft dafür das Office Deployment Tool (ODT) an.

    Die Dateien des Office 2016 Deployment Tool

    Der Download besteht aus einer .exe-Datei, die bei Ausführung ihren Inhalt in das ausgewählte Verzeichnis entpackt. Wenn man diese Prozedur und den dafür notwendigen UAC-Prompt umgehen möchte, dann kann man die enthaltenen Dateien auch direkt mit 7-zip extrahieren.

    Lieferumfang des ODT

    Das Paket besteht aus drei Dateien, nämlich der setup.exe, einem Beispiel für die Konfigurations­datei und einer Text­datei mit der EULA. Um zu einer angepassten Installation zu gelangen, muss man im nächsten Schritt eine neue Konfigurations­datei erstellen oder das mitgelieferte Muster editieren.

    Die mit dem Office Deployment Tool mitgelieferte Beispielkonfiguration

    Diese liegt im XML-Format vor und akzeptiert eine Handvoll Elemente, um das Setup zu steuern. Unterhalb von Configuration ist ein Add-Knoten erforderlich. Dieser legt über eigene Attribute fest, ob die 32- bzw. 64-Bit-Version installiert werden soll (OfficeClientEdition="32" bzw. "64") oder von wo das Tool die Installations­dateien abrufen soll.

    Quellpfad angeben

    Letzteres teilt man dem Setup über das Attribut SourcePath mit. Hat man etwa die ISO-Datei als virtuelle DVD gemountet, dann gibt man hier das Wurzel­verzeichnis des Laufwerks an, also zum Beispiel "D:\". Alternativ kann man die Installations­medien auf eine Freigabe im Netz kopieren und den UNC-Pfad eintragen:

    <Add OfficeClientEdition="32" SourcePath="D:\">

    Als Kindknoten von Add erwartet die Konfiguration ein oder mehrere Product-Elemente. Sie beschreiben die nicht die einzelnen Anwendungen, sondern über das Attribut ID die SKUs von Office. Zulässige Werte sind hier:

    • O365ProPlusRetail
    • O365BusinessRetail
    • VisioProRetail
    • ProjectProRetail
    • AccessRuntimeRetail
    • LanguagePack

    Sprachen konfigurieren

    Unterhalb von Product legt man mit dem Language-Element die Sprache(n) fest. Die erste davon bestimmt, in welcher Landes­sprache die Benutzer­oberfläche der Office-Programme angezeigt wird. Für Deutsch lautet der Eintrag

    <Language ID="de-de" />

    Hier gäbe es die Möglichkeit, anstatt einer Konstanten den Wert MatchOS anzugeben, so dass Office 2016 in der gleichen Sprache installiert wird wie das Betriebs­system:

    <Language ID="MatchOS" Fallback="de-de" />

    Bei meinen Versuchen führte das aber zur Fehlermeldung 30182-40, wonach die Datei nicht gestreamt werden könne.

    Das Wert MatchOS führte bei der Festlegung der Office-Sprache auf einem deutschen Windows 10 zu diesem Fehler.

    Bestimmte Office-Anwendungen ausschließen

    Über ein weiteres Kindelement von Product bestimmt man schließlich, welche Applikationen nicht aufgespielt werden sollen. Für jedes Programm, auf welches man verzichten möchte, fügt man ein solches Element ein und gibt im Attribut ID dessen Namen an, also beispielsweise

    <ExcludeApp ID="Access" />

    Zulässige Werte für die Anwendungen sind:

    • Access
    • Excel
    • Groove
    • Lync
    • OneDrive
    • OneNote
    • Outlook
    • PowerPoint
    • Publisher
    • Word

    Groove deckt auch OneDrive for Business ab, Lync trifft zusätzlich auf Skype for Business zu.

    Installation von Office 2016 mit Beschränkung auf die 4 Kernanwendungen

    Weitere Optionen

    Neben dieser Kern­konfiguration unterstützt das Office Deployment Tool noch mehrere Optionen. So kann man die Anzeige der EULA unterdrücken oder festlegen, über welchen Channel künftige Updates eingespielt werden sollen.

    Eine grundsätzlich interessante Einstellung erlaubt das Anpinnen der Office-Anwendungen auf der Taskleiste. Dies funktioniert allerdings nur unter Windows 7 und 8.1, bei Windows 10 bleibt sie folgenlos.

    Eine vollständige Dokumentation aller unterstützten Einstellungen findet sich auf Microsoft Website.

    Beispiel für eine Konfiguration

    Eine Muster­konfiguration für die Installation von lokalen Medien könnte so aussehen:

    Angepasstes Setup ausführen

    Enthält die Konfigurations­datei alle gewünschten Einstellungen, dann kann man das Office Deployment Tool starten. Es handelt sich dabei um die setup.exe aus dem heruntergeladenen Archiv. Der Aufruf erfolgt nach dem Muster:

    setup.exe /configure configuration.xml

    Starten des Deployment Tools mit einer angepassten Installation

    Nach einer kurzen Vorbereitungs­phase zeigt das Tool die Symbole jener Programme an, die es installieren wird.

    Anwendungen entfernen

    Hat man nicht benötigte Office-Komponenten installiert, sei es, weil man sie in der Konfigurations­datei nicht ausgeschlossen oder das Standard-Setup ausgeführt hat, dann lassen sie sich über die System­steuerung nicht dein­stallieren. Auf diesem Weg kann man nur das gesamte Office eliminieren.

    Diese Konfiguration führt zum nachträglichen Entfernen von PowerPoint.

    Es ist aber nicht not­wendig, das ganze Paket zu entfernen und anschließend die gewünschten Programme neu aufzu­spielen. Vielmehr kann man auch hier wieder auf das Deployment Tool zurückgreifen und einfach die Programme, welche deinstalliert werden sollen, unter ExcludeApp in die Konfigurations­datei eintragen.

    Das anschließende Ausführen von setup.exe entfernt dann alle Applikationen, die bereits installiert, aber in der Konfi­gurations­datei ausgeschlossen wurden.

    8 Kommentare

    Bild von Lasse S. Krache
    Lasse S. Krache sagt:
    7. Juni 2018 - 13:23
    Bild von Markus Berg
    Markus Berg sagt:
    29. August 2018 - 14:34

    Ich versuche es schon den ganzen Morgen, aber wenn ich die XML ausführen will, bekomme ich von Microsoft die Info, dass was mit meiner Internetverbindung nicht stimmt, oder zu wenig Speicherplatz ist.
    Mit dem Standardinstaller läuft die Installation (allerdings auf ein Laufwerk wo ich sie nicht haben will).

    Erkennt ihr einen Fehler in der XML?

    Bild von Florian
    Florian sagt:
    14. Oktober 2018 - 17:26

    Soll das Office 2016 heißen oder ist nicht Office 2019 gemeint?
    Bei meinem Office 2016 kann ich noch auswählten was installiert werden soll

    Bild von Wolfgang Sommergut
    14. Oktober 2018 - 19:41

    Die Beschreibung gilt sicher auch für Office 2019, war aber auf 2016 gemünzt. Ob die MSI-Installationsoption verfügbar ist, hängt von der Edition und der Lizenzierung ab. Beim Bezug über O365 ist Click-to-run der Standard, aber man kann nachträglich ein MSI-Paket herunterladen, wenn notwendig.

    Bild von Florian
    Florian sagt:
    15. Oktober 2018 - 19:13

    Weiß jemand ob die "Zulässige Werte für die Anwendungen" die gleichen sind wie bei Office 2019?

    Bild von Wolfgang Sommergut
    15. Oktober 2018 - 21:41

    Ja, die sind in Office 2019 gleich geblieben.

    Bild von Heiko
    Heiko sagt:
    22. Oktober 2018 - 21:32

    Weiß jemand, ob ich das auch mit einer normalen Office 365 Home Version machen kann? Möchte unbedingt die Installation von Outlook und Skype verhindern.

    Vielen Dank

    Bild von Wolfgang Sommergut
    22. Oktober 2018 - 21:54

    Sollte funktionieren. Dieses Support-Dokument von Microsoft listet die Produkt-IDs auf, die das ODT akzeptiert. Darunter sind auch Home-Editionen.