PowerShell 5.0: Package-Manager für Web-Installation, Switch-Verwaltung


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    Powershell-LogoDas Release 4.0 von PowerShell erschien zwar erst mit Windows 8.1 und Server 2012 R2, aber Microsoft arbeitet bereits an der Version 5.0. Ihre wichtigsten Neuerungen sind der Package-Manager OneGet, der Software aus Web-Reposi­tories installieren kann, sowie eine Reihe von Cmdlets zur Verwaltung von Netzwerk-Switches.

    Die wichtigste Neuerung von PowerShell 4.0 bestand in der so genannten Desired State Configuration (DSC). Sie beschreibt in einer deklarativen Syntax, wie ein System konfiguriert werden soll. Dies betrifft etwa die Aktivierung von Rollen und Features sowie deren Einstellungen. Die DSC realisiert zudem das Konzept des "kontinuierlichen Deployments", so dass Server regelmäßig auf Abweichungen von der vorgesehenen Konfiguration (Configuration Drift) geprüft und bei Bedarf auf diese zurückgesetzt werden können.

    Neues Resource Kit für DSC

    PowerShell 5.0 wertet DSC durch Fehlerkorrekturen und Performance-Optimierungen weiter auf. Hinzu kam zuletzt das Resource Kit Wave 3, das 18 weitere Produkte, Rollen und Features konfigurieren kann. Darunter fallen etwa die IIS, SQL Server und RD Session Hosts. Für Microsoft ist DSC eine wesentliche Komponente in seiner Server-Strategie, so dass der Hersteller nur den Kauf von Tools für das Configuration Management empfiehlt, die DSC unterstützen.

    Zu den vollständig neuen Features von PowerShell zählt OneGet. Es handelt sich dabei um einen Package-Manager, der ähnliche Aufgaben erfüllt wie apt-get oder Aptitude unter Linux. Das Modul enthält eine Reihe von Cmdlets, um Software-Pakete in Online-Repositories zu finden, sie herunterzuladen und zu installieren oder auch um sie wieder zu entfernen.

    OneGet installiert Standard-Software

    In der ersten Ausführung unterstützt OneGet nur die Community-Site Chocolatey, die aktuell rund 1800 Programme vorhält. Später sollen weitere Repositories hinzukommen, wobei deren Einrichtung auf Basis von IIS und des kostenlosen Nuget-Server sehr einfach sein soll.

    Das OneGet-Modul enthält Cmdlets zum Suchen, Herunterladen und Installieren von Software-Paketen.

    Beim Einsatz von OneGet in Unternehmen stellt sich natürlich die Frage, welche Quellen für Software als vertrauenswürdig gelten und ob jeder Benutzer nach Gutdünken auf diesem Weg Programme installieren soll. Schließlich verfolgt Chocolatey die Absicht, Software auch für User ohne administrative Rechte zugänglich zu machen, indem es diese standardmäßig nicht unter %ProgramFiles%, sondern unter c:\chocolatey einrichtet.

    Noch ist unklar, wie Microsoft dieses Problem in den Griff bekommen möchte und ob beispielsweise ein Whitelisting von Repositories über Gruppenrichtlinien geplant ist. Derzeit gelten Web-Repositories standardmäßig als nicht vertrauenswürdig, was allerdings nur zur Rückfrage an den Benutzer führt, ob er denn die Software wirklich installieren möchte.

    Trotz dieser Einwände gegen OneGet hat es das Potenzial, die Installation von Standardprogrammen enorm zu vereinfachen. Mit Hilfe eines einzigen Scripts ließen sich gängige Pakete wie Firefox, Adobe Flash und Reader, 7-zip und andere weitgehend automatisch einrichten.

    Management von Netzwerk-Switches

    Die zweite große Neuerung von PowerShell 5.0 sind die NetworkSwitch-Cmdlets, mit denen sich ausgewählte Geräte von Arista, Cisco oder Huawei verwalten lassen. Microsoft nutzt dafür ein Interface, das von der Distributed Management Task Force unter Mitwirkung maßgeblicher Hersteller für diesen Zweck standardisiert wurde.

    Microsoft möchte künftig nur noch solche Geräte als kompatibel mit Windows Server zertifizieren, die diese Management-Schnittstellte implementieren. Sie erlaubt nicht nur eine Administration über PowerShell, sondern auch über den System Center Virtual Machine Manager 2012 R2, ohne dass dieser dafür zusätzliche Plugins benötigt.

    PowerShell 5.0 über WMF 5.0 Preview verfügbar

    PowerShell 5.0 liegt derzeit als Bestandteil des Windows Management Framework (WMF) 5.0 Preview vor. Dieses lässt sich unter Windows 8.1 und Server 2012 R2 installieren, allerdings nicht auf Maschinen, auf denen SCCM 2012, SCVMM 2008 R2 oder Exchange 2007 läuft. Nach der Fertigstellung des WMF 5.0 soll es auch für ältere Windows-Versionen erscheinen.

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    Bild von Wolfgang Sommergut

    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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