Produkte für Windows 10 in WSUS auswählen

    Updates in WSUS auf bestimmte Produkte eingrenzenWenn man Updates für Windows 10 mit WSUS verteilen möchte, dann wird man schnell fest­stellen, dass sich für dieses Betriebs­system unter Produkte und Klassifizierungen eine ganze Litanei von Pro­dukten findet. Mangels einer ausreichenden Dokumen­tation ist es nicht einfach, hier die richtige Auswahl zu treffen.

    Während man bei Windows 7 nur zwei Optionen hat (Windows 7 und Windows Embedded Standard 7), stieg die Zahl der Produkte, die man in WSUS für Windows 8.1 abonnieren konnte, bereits auf 7 (inklusive RT). Bei Windows 10 kann man nun über fast 2 Seiten durch die Liste scrollen.

    Unnötige Updates vermeiden

    In der Regel wird man den Bezug von Updates vermeiden, die man auf den Ziel-PCs nicht benötigt. Dadurch reduzieren sich der Platz­verbrauch und die Netzwerklast durch die herunter­geladenen Dateien. Überflüssige Updates steigern zudem den Wartungs­aufwand für WSUS, wenn man etwa häufiger die Updates bereinigen muss.

    Updates für Windows 10 S kann man in den meisten Fällen abwählen

    Bei Windows 10 fällt es angesichts der Fülle von Produkten und der unzu­reichenden Dokumen­tation jedoch nicht so leicht, unnötige Updates auszu­schließen. Am einfachsten gelingt eine Filterung noch anhand der Editionen. Wenn man Windows 10 S oder Windows 10 LTSC (in WSUS heißt es noch LTSB) nicht nutzt, dann braucht man hier keine Häkchen zu setzen.

    Filtern von Releases

    Eine weitere Möglichkeit, die Zahl der abonnierten Produkte einzugrenzen, ergibt sich anhand der Releases von Windows 10. Wenn auf den Rechnern beispiels­weise schon Windows 10 1709 läuft, dann kann man alles ignorieren, was sich etwa auf Anniversary Update and later oder Creators Update and later bezieht.

    Relativ klar ist das Produkt Windows 10. Durch seine Auswahl bezieht man Updates, die sich auf alle Versionen von Windows 10 anwenden lassen. Ähnliches gilt für Windows 10 and Later Drivers, über das man generell Treiber für Windows abonniert.

    Viele der neuen Produkttypen für Windows 10 werden für Windows as a Service benötigt.

    Dass es neben der Klassifizierung Treiber auch Produkte für Treiber gibt, macht die Sache jedoch nicht einfacher. Da es ganz allgemein keine gute Idee ist, wegen der schieren Menge und der enormen Redundanzen Treiber über WSUS zu beziehen, wird man von einer Aktivierung dieser Option zumeist absehen.

    Schließlich bleibt immer noch eine Reihe von Produkten für Windows 10, deren Bedeutung sich nicht auf Anhieb erschließt:

    Windows 10 Dynamic Update: Startet man in Windows 10 ein Upgrade auf die nächste Version, dann sucht das Setup nach Updates, welche die Installation des neuen Releases optimieren. Bei einem interaktiven Setup fragt das System den Benutzer, ob derartige Updates abgerufen werden sollen. Erfolgt das Patch-Management über WSUS, dann kann man diese dort bereitstellen.

    Spielt man das Upgrade auf, nachdem man einen Rechner über das Netzwerk oder WinPE gestartet hat, dann benötigt man diese Updates nicht.

    Windows 10 GDR-DU: Die Abkürzung steht für General Distribution Release - Dynamic Update. Hier handelt es sich offenbar um Pakete für das dynamische Update der aktuellen Version von Windows 10, während Windows 10 Dynamic Update für alle Releases zuständig ist.

    Windows 10 […] Upgrade and Servicing Drivers: Dabei handelt es sich um Treiber, die ausschließlich während eines dynamischen Updates benötigt werden. Diese Produkte gibt es allgemein für Windows 10 und zusätzlich für jedes Release. Sie helfen ebenfalls dabei, Windows 10 für das Upgrade vorzubereiten.

    Language Packs: Auch hier existiert die Unterscheidung zwischen Sprachpaketen allgemein (Windows 10 Language Packs) und solchen, die das aktuelle Release während eines dynamischen Updates benötigt (Windows 10 GDR-DU LP). Hinzu kommen die Language Interface Packs für Sprachen, die nicht vollständig lokalisiert wurden.

    Windows 10 Feature On Demand: Damit sind solche Features gemeint, die man über die App Einstellungen unter Apps & Features hinzufügen kann. Die Dateien dafür sind in der Regel bereits installiert. Zusätzlich möchte Microsoft nun auch welche über Windows Update bereitstellen, beispielsweise das .NET-Framework, Sprachpakete oder die RSAT.

    Windows 10 GDR-DU FOD: Dabei handelt es sich ebenfalls um Features on Demand, jedoch speziell für das dynamische Update der aktuellen Version von Windows 10.

    Wie man aus dieser Liste entnehmen kann, ist Windows as a Service und das dafür favorisierte In-Place-Upgrade für einen Gutteil der zusätzlichen Komplexität verantwortlich.

    Wer neue Versionen von Windows 10 nach wie vor über Wipe and Load einspielt, braucht viele der genannten Produkte in WSUS nicht. Entfallen kann dann auch die Klassifizierung Upgrade, die für das In-Place-Update erforderlich ist.

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