QNAP Turbo NAS: iSCSI-Target konfigurieren, LUNs anlegen, MPIO nutzen

    iSCSI - Clients und TargetsSelbst einfache NAS unterstützen mittlerweile das iSCSI-Protokoll, so dass sie in kleineren Umgebungen als Speicher für Hyper-V oder vSphere in Frage kommen. QNAP bietet für alle seine Geräte die gleiche Management-Konsole, so dass die hier beschriebene iSCSI-Konfiguration auch für die leistungsstarken Modelle funktioniert.

    Initiatoren für iSCSI gehören zur Ausstattung der meisten modernen Betriebssysteme, so dass sich daraus ein breites Anwendungsspektrum für iSCSI-Storage ergibt. Windows enthält einen iSCSI-Client auch in den Workstation-Versionen. Der Server umfasst zudem ein iSCSI-Target, das sich in einem Failover-Cluster auch hochverfügbar einrichten lässt.

    iSCSI-Dienst in QNAP-Speichermanager starten

    Möchte man aber alternativ ein NAS von QNAP als iSCSI-Ziel verwenden, dann ist in QTS der Speichermanager dafür zuständig. Er dient auch zum Anlegen von Speicherpools und Volumes sowie zum Anpassen von RAID-Levels und dem Erstellen von LUNs.

    Im ersten Schritt muss man den iSCSI-Dienst aktivieren.

    Klickt man in der linken Navigation zum ersten Mal auf den Eintrag iSCSI, dann fragt das System nach, ob es diesen Dienst starten soll. Wenn man das bejaht, führt das Tool anschließend automatisch einen Wizard aus, der wahlweise beim Einichten eines Targets plus einer dazugehörigen LUN, eines Targets alleine oder bloß einer LUN hilft.

    Der iSCSI-Wizard hilft bei drei verschiedenen Konfigurationsaufgaben.

    iSCSI-Target einrichten

    Beim ersten Aufruf dieses Assistenten wird man in der Regel den ersten Punkt auswählen, also ein iSCSI-Ziel und eine LUN erstellen. Die Konfiguration des Targets besteht aus nur zwei Schritten, wobei man im ersten Dialog den gewünschten Namen eingibt. In instabilen bzw. wenig verlässlichen Netzwerken kann man hier zusätzliche eine Fehlerprüfung aktivieren, indem man eine oder beide CRC-Optionen (Header- bzw. Daten-Digest) auswählt.

    Beim Erstellen eines Targets gibt man zuerst den Namen des Ziels an und aktiviert bei Bedarf eine der CRC-Optionen.

    Im zweiten Dialog schließlich hat man noch die Möglichkeit, die Authenti­fizierung über CHAP zu aktivieren und zu diesem Zweck die von den Clients benötigten Anmeldedaten einzugeben. Danach schließt man diesen Vorgang mit dem Erzeugen des iSCSI-Targets ab.

    Wenn man möchte, dass sich iSCSI-Initiatoren gegenüber dem Target authentifizieren müssen, dann kann man dafür CHAP aktivieren.

    Image- versus blockbasierte LUNs

    Nun steht das Erstellen einer LUN auf der Tagesordnung, egal ob man dafür den kombinierten Wizard gewählt hat oder mit diesem Vorgang separat beginnt. Dabei muss man sich entscheiden, ob man die LUN auf einem bestehenden Volume einrichtet, wobei das System bei dieser Variante eine Image-Datei (unglücklich übersetzt mit Bilddatei) anlegt. Alternativ bietet QNAP eine blockorientierte LUN, die man direkt auf einem Speicherpool erzeugt.

    LUNs können entweder mit einer Image-Datei auf einem bestehenden Daten-Volume oder direkt in einem Speicherpool angelegt werden.

    Für die erste Variante spricht, dass man den verfügbaren Speicherplatz flexibel zwischen normalen Shares und iSCSI-LUNs aufteilen kann. Dagegen muss man für blockorientierte LUNs eigenen Speicherplatz getrennt von den Daten-Volumes reservieren. Der Hersteller nennt eine höhere Performance als Vorzug der blockorientierten Variante.

    Thin oder Thick Provisioning

    Der nächste Dialog zeigt allerdings, dass sich die beiden LUN-Typen beim Management des Speicherplatzes in der Praxis nicht wesentlich unterscheiden. Denn beide Varianten unterstützen Thin und Thick Provisioning, so dass man etwa bei einer dünnen Bereitstellung von iSCSI-LUNs und Daten-Volumes in beiden Fällen eine dynamische Aufteilung der verfügbaren Speicherkapazität erreicht. Eine solche ist sogar mit der Option Sofortige Zuweisung möglich, weil sich eine LUN bei Thick Provisioning nachträglich vergrößern lässt.

    Egal für welchen LUN-Typ man sich entschieden hat, sie unterstützen Thin und Tick Provisioning ("Sofortige Zuweisung").

    Wenn man den Wizard nur zum Erzeugen einer LUN ausgeführt hat, dann kann man diese nun einem eventuell vorhandenen Target zuweisen. Alternativ bietet der entsprechende Dialog die Möglichkeit, die LUN vorerst mit keinem iSCSI-Ziel zu verbinden.

    Zugriffsrechte für Initiatoren festlegen

    Grundsätzlich ist der Vorgang nun abgeschlossen und man könnte im nächsten Schritt zu einem Client wechseln, um dort den Initiator mit dem neu eingerichteten Target zu verbinden (siehe dazu: iSCSI-Storage in Windows Server 2012 R2 und Hyper-V nutzen). Zuvor kann man aber bei Bedarf noch Richtlinien definieren, die den Lese- und Schreibzugriff über die Default Policy generell festlegen oder diesen über eine eigene Regel nur für bestimmte Initiatoren einschränken.

    Der Zugriff auf Targets und LUNs durch iSCSI-Initiatoren lässt sich über Richtlinien regeln.

    Den dafür zuständigen Dialog öffnet man über die Schaltfläche Erweiterte ACL. Dessen Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil man die einzelnen Einstellungen nur ändern kann, indem man so oft in die jeweiligen Felder klickt, bis sie den gewünschten Wert zeigen.

    Höhere Verfügbarkeit und Lastverteilung über MPIO

    Selbst kleinere Geräte wie das TS-253 Pro, das ich für diese Anleitung verwendet habe, besitzen bereits 2 NICs, in diesem Fall sind es 2 1GbE-Ports. Es bietet sich daher an, bei seiner Nutzung als iSCSI-Target auch Multipath-I/O zu konfigurieren, um die Verfügbarkeit und die Performance des Storage-Systems zu verbessern.

    Wenn man MPIO nutzen möchte, dann beschränkt sich die Konfiguration dafür auf den Client, im Beispiel Hyper-V Server.

    Dazu muss man auf der Seite des NAS keinerlei Maßnahmen ergreifen, die QNAP-Geräte sind für MPIO vorbereitet. Daher kann man sich darauf beschränken, auf dem Client MPIO zu aktivieren und das bevorzugte Load Balancing zu wählen (siehe dazu: Multipath I/O (MPIO) für iSCSI-Storage konfigurieren).

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