Quest: Vom Tools-Zoo zum Management aus der Cloud

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    Quest Software besitzt ein umfangreiches Portfolio von über 200 Produkten für das IT-Management, die vom Hypervisor über das Betriebssystem bis zu Anwendungen fast alle Schichten abdecken. Viele der Tools gelangten jedoch über Akquisitionen zu Quest, so dass sich deren Funktionen teilweise überlappen oder inkonsistent sind. Die Orientierung in Richtung Software as a Service (SaaS) nutzt das Unternehmen, um die Produkte im Rahmen eines Online-Service zu konsolidieren.

    Als Modell für die künftigen Cloud-Services sollen die beiden Tools für Windows Powershell, PowerGUI und EcoShell dienen, die ein grafisches Frontend für Cmdlets bieten, mit denen die die Management-Software angesprochen wird. Für den Online-Service soll die bisherige Windows-GUI einem modernen Web-Frontend weichen.

    Web-basiertes System-Management

    Hinter dieser Web-Fassade werden sich nach und nach die Funktionen der vorhandenen Tools versammeln, wobei eine Reihe von ihnen erst ein API erhalten müssen, über das sie sich via Powershell ansprechen lassen. Dabei besteht die Möglichkeit, die Features zu konsolidieren, weil der Cloud-Service nicht mehr die bisherigen Stand-alone-Produkte anbietet, sondern Funktionspakete.

    Die Kandidaten für die erste Basisausstattung sind solche Tools, die Administratoren in ihrer täglichen Arbeit benötigen. Konkret nannte mir Scott Herold das Backup-Programm für VMware vRanger, das Tool zur Kapazitätsplanung vFoglight (ebenfalls für VMware) sowie den Recovery Manager zur Wiederherstellung gelöschter Active-Directory-Objekte. Letzterer wird für die Integration in das SaaS-Angebot derzeit weitgehend erneuert.

    Kontinuierlicher Ausbau des Funktionsumfangs

    Mittel- bis langfristig verfolgt Quest mit seinem Cloud-Service das Ziel eines vollständigen Managements für das Datacenter. Unternehmen könnten diese Online-Dienste selbst buchen und über die Verwaltungs-Tools aus der Cloud ihre internen Systeme administrieren. Im Fall von Backup bestünde dabei die Möglichkeit, entweder wie gewohnt auf internen Speichersystemen zu sichern oder die Daten in die Cloud zu übertragen.

    Die wichtigste Zielgruppe für Quest sind jedoch Systemhäuser oder VARs, die sich damit als Managed Service Provider (MSPs) positionieren können. Mit diesem Ansinnen ist Quest nicht alleine, sondern folgt einem Trend zum System-Management aus der Cloud. Dafür haben sich beispielsweise bereits Citrix mit GotoManage, Kaseya oder auch Microsoft mit Intune in Stellung gebracht. Letzteres wird allerdings in der ersten Ausbaustufe nur Desktops verwalten können, während der Schwerpunkt für Quest auf dem Server liegt.

    Service auf Basis von Microsoft Azure

    Als Plattform für seinen Service wählt Quest Microsofts Azure. Das überrascht einerseits wenig, weil die Firmen enge Partner sind und die meisten Tools auf der Microsoft-Plattform laufen. Als wesentliches Argument nannte Scott Herold die Tatsache, dass Azure im Unterschied zu IaaS-Angeboten viele Infrastrukturdienste automatisiert, während Quest diese Plattformdienste anderswo erst selbst realisieren müsste (etwa automatisches Bereitstellen von VMs oder von Datenbankinstanzen bei steigender Arbeitslast).

    Aus diesem Grund wird es vom neuen Web-basierten Management-Framework auf absehbare Zeit auch keine Version geben, die Firmen auf ihren eigenen Servern installieren können. Für das etablierte Lizenzgeschäft wird auch weiterhin die umfangreiche Sammlung von Einzelprodukten zur Verfügung stehen.

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