ReFS in Windows 10 verwenden

    Storage SpacesMicrosoft nennt die Unter­stützung von ReFS als wichtiges Feature der neuen Edition Pro for Work­stations, gleich­zeitig redu­ziert der Her­steller den Support für das neue Datei­system in der Pro Edition. Ein Grund für große Aufregung ist das nicht, weil ReFS unter Windows 10 nur einge­schränkt nutzbar ist.

    Windows 10 Pro für Workstations, das erstmals mit dem Fall Creators Update erhältlich sein wird, kann vor allem leistungsfähige Hardware ausnutzen. So läuft es auf PCs mit bis zu 4 Xeon- oder Opteron-CPUs und 6TB RAM. Darüber hinaus unterstützt es SMB Direct und Non-volatile Memory Modules (NVDIMM-N).

    Pro Edition kann ReFS-Volumes nicht mehr anlegen

    Als weiteres Feature führt Microsoft in seiner Ankündigung das Resilient Filesystem (ReFS) an. Das verwundert auf den ersten Blick, weil ReFS in Windows 10 Pro und Enterprise bereits bisher verfügbar war. Das ändert sich nun allerdings, weil ReFS nachträglich in die Liste der Funktionen gelangte, die aus Windows 10 1709 entfernt werden.

    Die wichtigsten Funktionen von Windows 10 Pro for Workstations.

    Betroffen davon ist allerdings nur die Pro Edition, während die Enterprise-Ausführung den vollen Support behält. Windows 10 Pro kann zwar künftig weiterhin Volumes lesen und schreiben, die mit ReFS formatiert wurden, aber selbst keine Datenträger mit diesem Dateisystem einrichten.

    Damit wertet Microsoft die Windows 10 Pro Edition erneut ab, nachdem seit der Version 1607 eine Reihe von GPO-Einstellungen dort nicht mehr verfügbar sind.

    ReFS-Vorteile vor allem am Server

    Nachdem ReFS im Vergleich zum altgedienten NTFS zahlreiche Funktionen fehlen, empfiehlt es sich primär dort, wo seine Robustheit besonders gefragt ist (siehe dazu: ReFS oder NTFS: Vor- und Nachteile der Dateisysteme in Windows Server 2016). Typischerweise gilt das vor allem für den Server, etwa bei Speicher für virtuelle Maschinen. Daher sieht Microsoft ReFS bei Storage Spaces Direct als Standard vor.

    Auch wenn der fehlende Support für Disk Quotas oder Deduplikation am Client keine Einschränkung darstellen, so würde man es auf normalen Laufwerken trotzdem kaum einsetzen. Man müsste nämlich dafür ein separates Volume nur für die Daten einrichten, weil Windows von ReFS nicht booten kann.

    Die Datenträgerverwaltung bietet nur die Auswahl zwischen FAT32 und NTFS.

    Versteckte Option zum Formatieren mit ReFS

    Möchte man in der Datenträger­verwaltung ein Volume anlegen, dann bietet das Tool nur NTFS und FAT32 als Dateisysteme an. Seit Windows 10 1703 kann man aber ein bestehendes Volume nachträglich mit ReFS formatieren. In der aktuellen Insider Preview fehlt diese Option aber wieder.

    Seit Windows 10 1703 lässt sich in Volume in der Datenträgerverwaltung mit ReFS formatieren.

    Greift man stattdessen auf das PowerShell-Cmdlet New-Volume zurück, dann kann dort man für den Parameter FileSystem den Wert ReFS angeben. Im Build 16257 führt dieser Aufruf aber bereits zu einer Fehlermeldung.

    Versucht man mit New-Volume ein neues Volume mit ReFS zu formatieren, dann erhält man die Meldung, dass ReFS nicht zulässig ist.

    ReFS für Storage Spaces

    Microsoft hat den Einsatz von ReFS vor allem für Storage Spaces vorgesehen. Um dort in den Genuss des neuen Dateisystems zu kommen, legt man einen neuen Speicherplatz an (siehe dazu meine ausführliche Anleitung für Windows 8, die auch noch unter der Version 10 gültig ist).

    In der Systemsteuerung startet man zunächst unter System und Sicherheit => Speicherplätze den Assistenten für Neuen Pool und Speicherplatz erstellen. Nachdem man im ersten Schritt die gewünschten Laufwerke zu einem Pool zusammen­gefasst hat, kann man im nächsten Schritt die Einstellungen für den Storage Space konfigurieren. Im Drop-Down-Menü für das Dateisystem lässt sich dort ReFS auswählen.

    Bei Storage Spaces steht ReFS zur Auswahl.

    ReFS nur für Zwei-Wege-Spiegelung

    Auch wenn der Assistent den Eindruck vermittelt, dass sich ReFS mit allen Resilienztypen kombinieren lässt, so ist das in der Praxis nicht der Fall. Entscheidet man sich dort für Parität, dann setzt das Tool die maximale Größe auf 0. Eine manuelle Änderung dieses Werts ändert nichts daran, dass die Schaltfläche Speicherplatz erstellen ausgegraut bleibt.

    ReFS lässt sich nicht zusammen mit dem Resilienztyp Parität einsetzen

    Scheinbar besser läuft es bei Einfach (keine Resilienz) oder der Drei-Wege-Spiegelung, für die man mindestens fünf Laufwerke benötigt. In beiden Fällen bricht der Vorgang aber später mit der irreführenden Fehlermeldung "Der Speicherplatz kann nicht gelöscht werden" ab.

    Das Anlegen eines Speicherplatzes mit ReFS scheitert, wenn man die Option Keine Resilienz gewählt hat.

    Legt man den Storage Space auf dem gleichen Pool mit denselben Einstellungen an und verwendet NTFS, dann läuft der Assistent fehlerfrei durch.

    3 Kommentare

    Bild von Peter Hellwege
    2. Dezember 2018 - 18:22

    Klingt alles ganz gut, aber Refs ist doch noch sehr fehlerbehaftet. Bei uns: Sowohl native als auch virtuelle Refs-Partitionen, die einmal mit Windows 10 Workstation gelesen wurden, sind später unter Windows 2016 nicht mehr zugänglich. Bislang habe ich hierzu keine Lösung von Microsoft bekommen. Mitglieder im Dt. Administratoren-Forum denken einen OS-Bug. MfG Peter

    Bild von Wolfgang Sommergut
    2. Dezember 2018 - 21:28

    Interessantes Feedback! Wenn ich die letzten Absätze des Beitrags über die fehler- bzw. mangelhafte Integration von ReFS in die Management-Tools nochmal lese, dann wundert mich Ihre schlechte Erfahrung mit dem Dateisystem aber nicht.

    Bild von Jerry B
    Jerry B sagt:
    17. Januar 2019 - 13:38

    Habe ReFS probehalber mal getestet - und kann nur dringend vom Gebrauch abraten.

    • Plötzlicher Stromausfall (Fehlerstrom-Schutzschalter sprach an) – und beim nächsten Neustart erschien ein internes RAID Volume als 'RAW' und war weder zur Selbstreparatur zu bewegen, noch mit den einschlägigen Powershell cmdlets wieder online zu bekommen.

    • Starke I/O-Belastung (Daten-Komplettsicherung) auf einem externen DAS RAID-Array – und mitten im laufenden Betrieb wird das Volume auf einmal 'RAW'; gleiche Probleme wie oben geschildert.

    Datenrettungssoftware kann auf diese RAW-Volumes zugreifen und die Dateien davon sichern. Bei mehreren TB dauert dies allerdings etliche Tage.

    Von daher: Für den laufenden Betrieb Finger weg von ReFS. So alt es sein mag – NTFS zeigt derartige Probleme nicht.

    Leider wird es wohl Wunschdenken bleiben, dass Windows irgendwann native Unterstützung für Dateisysteme wie BTRFS oder ZFS bietet.