Remote-Management: PowerShell Direct oder PS-Session über SSH

    Remote-ManagementPowerShell ist Micro­softs favorisiertes Tool zur Automati­sierung von Aufgaben der System­verwaltung. Sie unterstützt schon bisher verschiedene Mechanismen der Remote-Administration, darunter über WMI und WinRM. Mit PowerShell Direct und SSH kommen zwei weitere Optionen hinzu.

    Für ein Werkzeug mit einer solchen strategischen Bedeutung wie PowerShell ist es selbstverständlich, dass es nicht nur lokale Rechner verwalten kann. Daher ist das Remote-Management eine ihrer fundamentalen Fähigkeiten, die viele Cmdlets beherrschen. So unterstützen zahlreiche Befehle den Parameter -ComputerName, dem man die Namen gleich mehrerer Zielsysteme übergeben kann.

    PowerShell Direct: Zugriff auf VMs über Host

    Die von Microsoft angekündigten neuen Optionen schließen zwei Lücken bei der Remote-Verwaltung, und zwar beim Zugriff auf VMs, wenn diese nicht über das Netzwerk erreichbar sind, und beim Start einer PowerShell-Session von Nicht-Windows-Systemen aus.

    Die erste der beiden, PowerShell Direct, stellt ähnlich wie VMConnect eine Verbindung direkt über den Host zu den VMs her. Daher lassen sie sich auch dann ansprechen, wenn sie etwa mit einem internen oder privaten Netzwerk des virtuellen Switches verbunden sind oder wenn in der Gast-Firewall keine Ausnahme für WinRM eingerichtet wurde.

    Mit Hilfe von PowerShell Direct baut man wie gewohnt mittels Enter-PSSession eine interaktive Sitzung mit dem Gast auf, während man mit Invoke-Command einzelne Befehle oder Scripts remote absetzen kann. In beiden Fällen übergibt man den Kommandos den Namen der virtuellen Maschine.

    Allerdings müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein, um dieses Feature nutzen zu können. So handelt es sich dabei um eine Neuerung von Hyper-V unter Windows 10 und Server 2016, die obendrein nur diese Versionen des Betriebssystems als Gastsysteme zulässt. Zudem ist es erforderlich, dass man PowerShell als Administrator startet.

    Windows-Management von Linux-Workstations aus

    Größere Bedeutung dürfte die zweite Verbesserung von PowerShell haben, nämlich die Unterstützung für SSH. Microsoft kündigte an, für diesen Zweck mit der OpenSSH-Community zusammenzuarbeiten.

    Bis dato bietet Windows weder einen eigenen Client noch einen Server für SSH an. Während es mehrere gute Client-Implementierungen von Drittherstellern gibt, allen voran das quelloffene PuTTY, sieht das Angebot für Server relativ mager aus (siehe dazu: SSH unter Windows: kostenlose Clients und Server).

    Vorrangiges Ziel des Projekts ist es, dass Administratoren von Linux oder Mac OS aus über SSH eine Session auf einem Windows-Host starten und diesen so remote verwalten können. Umgekehrt soll es aber auch möglich sein, aus PowerShell eine SSH-Verbindung zu einem Unix-System aufzubauen und dort eine interaktive Shell wie bash zu öffnen.

    Aktuell befindet sich die SSH-Integration mit PowerShell in einer frühen Phase, das zuständige Entwicklerteam kann derzeit noch keinen Erscheinungs­termin nennen. Darüber hinaus ist noch unklar, ob dieses Vorhaben nur Windows 10 und Server 2016 zugute kommt oder ob eine Portierung auf ältere Versionen des Betriebssystems vorgesehen ist.

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