Roaming Profiles in Windows 10: Versionierung, Startmenü

    User ProfilesAuch in Windows 10 sind Server-gespei­cherte Profile der bevorzugte Mecha­nis­mus zur Synchroni­sierung von Einstellungen und Daten zwischen Firmen-PCs. Das erneute Update der Profilversion und die fehlende Unterstützung für das Startmenü schränken ihren Nutzen aber ein.

    Die altgedienten Roaming Profiles sind nur eine von mehreren Microsoft-Techniken zur Synchronisierung von Daten und Einstellungen. Möchte man nur die Benutzerdateien zwischen verschiedenen Geräten abgleichen (auch unter MacOS, iOS und Android), dann empfehlen sich seit Windows Server 2012 R2 dafür die so genannten Arbeitsordner.

    Moderne Alternative nicht Teil des OS

    Für das Roaming von Einstellungen zwischen mehreren PC bietet Microsoft seit geraumer Zeit ebenfalls eine Alternative zu den Server-gespeichrten Profilen. Es handelt sich dabei um UE-V. Es gehört seit Windows 10 1607 zum Lieferumfang der Enterprise Edition, zuvor gab es das Tool nur über MDOP.

    Die Synchronisierung von Einstellungen über das Microsoft-Konto richtet sich primär an private Anwender.

    Schließlich bringt Windows 10 noch die Möglichkeit, Einstellungen über die Microsoft-Cloud zu synchronisieren. Dieses Feature ist jedoch Microsoft-Konten vorbehalten und wird vermutlich in den wenigsten Unternehmen in Frage kommen.

    Daher läuft es bei den meisten Anwendern wahrscheinlich wieder auf eine Kombination aus Roaming Profiles und Ordnerumleitung bzw. Arbeitsordern hinaus, wenn sie keine UEM-Lösung von einem Drittanbieter kaufen wollen.

    Update: Mittlerweile bietet Microsoft eine Cloud-basierte Synchronisierung von Windows- und App-Einstellungen an. Siehe dazu: Einstellungen zwischen Firmen-PCs mit Enterprise State Roaming synchronisieren.

    Benutzerprofile v5 und v6

    Windows 10 bringt für Server-gespeicherte Protokolle keine erkennbaren Verbesserungen. So kommen auch keine neuen Einstellungen für Gruppen­richtlinien hinzu, die eine Konfiguration pro Benutzer anstatt pro Computer erlauben würde.

    Dafür führt das Betriebssystem eine weitere Version der Benutzerprofile ein. Nach Windows 7 (v2), 8 (v3) und 8.1 (v4) langt Windows 10 nun bei v5 an. Mit Build 14279 erhöhte Microsoft die Version der Profile sogar auf 6. Das bedeutet wie bei vergangenen Upgrades, dass bei einer Anmeldung an Windows 10 kein existierendes Profil vom Server geladen wird, wenn es zuvor mit Windows 7 oder 8.x angelegt wurde.

    Die Profile für Windows 10 erhalten automatisch die Endung .v5

    Microsoft ist nämlich wieder zur alten Praxis zurückgekehrt, die Benutzerprofile durch Anhängen von ".v5" an den Namen der jeweiligen Unterverzeichnisse zu versionieren, um Konflikte zu vermeiden. Damit ist sichergestellt, dass nur Windows 10 und Server 2016 die Profile der Version 5 abrufen. Unter Windows 8.x musste man dieses Verhalten durch Einspielen eines Hotfix und das Setzen eines Registry-Schlüssels erst erzwingen.

    Kein Roaming für das Startmenü

    Wie sich bereits in Windows 8.x gezeigt hat, läuft die schöne neue Welt der Store Apps und der dazugehörigen Startseite an Roaming Profiles vorbei. Das setzt sich unter Windows 10 fort, wo eine persönliche Konfiguration von Kacheln im Startmenü nicht zwischen verschiedenen Rechnern übertragen wird.

    Die dafür zuständigen Einstellungen befinden sich nämlich im Zweig appdata\local der Benutzerprofile, so dass sie vom Roaming ausgenommen sind. Das gilt ebenfalls für das WinX-Menü, das sich durch Rechtsklick auf den Start-Button öffnen lässt. Offenbar möchte Microsoft dadurch verhindern, dass Kacheln und Links den Benutzern auf PCs folgen, wo die dazugehörigen Apps fehlen.

    Die Konfiguration für Kacheln im Startmenü und WinX befinden sich im Zweig appdata\local des Profiles.

    Eine befriedigende Lösung für das Roaming des Startmenüs lässt sich mit anderen Bordmitteln schwer realisieren. Die PowerShell-Cmdlets Export-StartLayout und Import-StartLayout eignen sich zwar, um die Konfiguration des Startmenüs in eine XML-Datei zu schreiben bzw. von dort wieder einzulesen.

    Primäres Einsatzgebiet dafür ist aber die Einrichtung eines einheit­lichen Startmenüs für ganze Abteilungen oder Firmen. Zu diesem Zweck kann eine solche exportierte Konfiguration per GPO verteilt werden. Für das Roaming von individuellen Profilen sind sie indes nicht gedacht.

    Ähnlich sieht es mit der Ordnerumleitung für das Startmenü aus. Diese speichert nur jene Daten auf einer zentralen Freigabe, die sich unter appdata\roaming befinden.

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