RSAT für Windows 10: Probleme mit OS-Versionen


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    RSAT für Windows10Einige Pro­gramme der Remote Server Admini­stration Tools (RSAT) verur­sachen Pro­bleme, wenn man sie auf einem Windows 10 aus­führt, das vor dem Anni­versary Upgrade er­schienen ist. Betroffen sind besonders die Tools für das Management des Active Directory, die selbst bei einfachen Aufgaben abstürzen.

    Seit jeher gilt für RSAT die Regel, dass sie an eine bestimmte Version des Client-OS gebunden sind und von dort Windows Server der gleichen Generation verwalten. So eignen sich die RSAT für Windows 7 zum Management von Server 2008 R2, bei Windows 8.1 ist das Gegenstück Server 2012 R2. Zu einem gewissen Grad sind die Tools abwärts­kompatibel und können auch ältere Server administrieren.

    Versetzte Freigabe von Server 2016

    Bei Windows 10 und Server 2016 kommen zwei Faktoren hinzu, welche die Situation unübersichtlich machen. Zum einen gab Microsoft die beiden Betriebssysteme zeitversetzt frei, so dass alle RSAT-Versionen für Windows 10 bis Mitte 2016 den Status einer Tech Preview hatten. Die erste "offizielle" Ausführung der RSAT für Windows 10 gab es für das Anniversary Upgrade 1607, weil es gleichzeitig mit Server 2016 RTM auf den Markt kam.

    Zum anderen sorgt die Versionierung von Windows 10 für Konfusion, weil das System zwar immer gleich heißt, aber in regelmäßigen Abständen Feature-Upgrades erhält. Entscheidend ist hier deshalb die Release-Nummer, also etwa 1607 im Fall des Anniversary Upgrade.

    RSAT-Installation möglich

    Die aktuellen RSAT für Windows 10 sind somit für das neueste Release des OS ausgelegt und für ältere Versionen nur bedingt geeignet. Nachdem sich Microsoft nach der Freigabe von Server 2016 RTM nicht mehr die Mühe machte, die RSAT etwa auf Windows 10 1507 oder 1511 anzupassen, lassen sich diese Versionen in der Praxis kaum zur Fernwartung von Server 2016 einsetzen.

    Die Download-Seite für die RSAT gibt keinen Hinweis auf die benötigte Version von Windows 10.

    Während man ein RSAT für Windows 8.1 nicht auf Windows 7 installieren kann, lassen sich die aktuellen Tools aber ohne weiteres auf Windows 10 1511 einrichten. Selbst die Download-Seite für die RSAT nennt als System­voraus­setzung nur allgemein Windows 10. Angaben zur benötigten Release-Nummer fehlen.

    Eingeschränktes AD-Management

    In der Praxis lassen sich die RSAT-Programme dann zwar aufrufen, produzieren aber immer wieder Fehler. So zeigt Active Directory-Benutzer und Computer in den Eigenschaften eines Users die meisten Registerkarten nicht an.

    AD-Benutzer und -Computer kann die Eigenschaften eines Users nicht korrekt darstellen.

    Weicht man für diese Aufgabe auf das Active Directory Verwaltungscenter aus, dann stürzt das Programm bei der Anzeige der Benutzer­eigenschaften komplett ab.

    Das AD-Verwaltungscenter stürzt beim Anzeigen der User-Eigenschaften ab.

    Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob Microsoft die RSAT für frühere Versionen von Windows 10 weiterhin zum Download vorhält. Wenn die Firma dabei bleibt, immer nur eine Ausführung der RSAT für das neueste Windows 10 anzubieten, dann müssen Administratoren stets das letzte Upgrade einspielen, bevor sie die RSAT auf einem Rechner installieren können.

    Nachteil für Windows 10 LTSB

    Unter diesen Bedingungen außen vor bliebe die Enterprise Edition, welche dem Long Term Service Branch (LTSB) unterliegt. Aufgrund der langen Release-Zyklen hängt sie meistens einige Versionen zurück und genügt deshalb oft nicht den Anforderungen der aktuellen RSAT. Zurzeit ist sie zwar auf dem Stand von 1607, aber mit dem Creators Update gerät sie gegenüber den anderen Editionen wieder in Rückstand.

    Die SMT entwickeln sich zur Cloud-basierten Alternative zu den RSAT.

    Als Alternative bietet Microsoft in dieser Situation die Azure-basierten Server Management Tools (SMT), die derzeit aber noch nicht den Funktionsumfang der RSAT erreicht haben. Zieht man die recht aggressive Cloud-Strategie des Herstellers in Betracht, dann dürften sie aber in absehbarer Zeit ohnehin die On-Premise-Tools ablösen.

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