RSAT für Windows 8: die wichtigsten Neuerungen im Überblick


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    Server Manager 2012 DashboardDie Remote Server Administration Tools (RSAT) bzw. Remoteserver-Verwaltungstools erlauben das Server-Management von einer Windows-Workstation aus. Allerdings deckten die Werkzeuge in der Vergangenheit nicht alle Features von Windows Server ab und unterstützten ältere Server-Versionen nur eingeschränkt. Die RSAT für Windows 8 nähern sich weiter dem Ziel einer vollständigen Server-Verwaltung, lassen aber noch Lücken und bringen keine Fortschritte für Windows Server 2008 (R2).

    Die meisten Änderungen bei RSAT für Windows 8 entspringen zum einen der neuen Bedienerführung des Client-Betriebssystems, zum anderen den neuen Features von Server 2012. Unverändert bleibt dagegen, dass der Download der Remote Server Administration Tools getrennt nach 32- und 64-Bit-Windows in Form einer .msu-Datei (Microsoft Standalone Update) erfolgt. Die Installation der neuesten RSAT setzt Windows 8 Release Preview voraus, sie lassen sich nicht unter Windows 7 oder gar einer älteren Version des Betriebssystems nutzen.

    Setup installiert standardmäßig nun alle Tools

    Im Unterschied zur Vorgängerversion richtet die Installation von RSAT für Windows 8 sämtliche Tools ein. Wenn man einzelne davon nicht benötigt, dann kann man sie wie gewohnt in der Systemsteuerung unter Programme => Windows-Funktionen aktivieren oder deaktivieren abwählen.

    RSAT für Windows 8 versus RSAT für Windows 7: die neue Version installiert standardmäßig alle Tools.

    Nach vollendetem Setup stellt sich für alle, die sich noch nicht mit dem Verschwinden des Startmenüs abgefunden haben, die Frage, wo man die Tools nun aufrufen kann. Ein Weg führt erwartungsgemäß über die neue Metro-Oberfläche, wo man durch Tippen des Programm-Namens automatisch die Suchfunktion auslöst. Dies setzt allerdings voraus, dass man die teilweise eigenwillig lokalisierten Bezeichnungen der Tools im Kopf hat.

    Anzeige der Admin-Tools auf der Metro-Oberfläche

    Wer bevorzugt von Metro aus arbeitet, wird daher eher die Symbole für RSAT und andere Verwaltungswerkzeuge neben den vorhandenen Kacheln einblenden. Zu diesem Zweck fährt man mit dem Mauszeiger in die rechte obere Ecke, dies öffnet den Charm am rechten Bildschirmrand. Dort wählt man Einstellungen => Kacheln und aktiviert die Option Verwaltungstools anzeigen.

    Die Programme von RSAT lassen sich über eine eigene Option auf der Metro-Oberfläche einblenden.

    Wer lieber vom Desktop aus arbeitet, findet dort wie beim Server ein abgespecktes Startmenü, das Links zu den integrierten Management-Tools enthält. Allerdings zeigt es nach der Installation von RSAT keines der darin enthaltenen Programme. Als Alternative für ein Desktop-zentrisches Arbeiten empfiehlt sich daher der Server Manager, der wie am Server als Schaltzentrale für alle RSAT-Tools dient.

    Server Manager kann alle RSAT-Tools starten

    Dort kann man aus dem Tools-Menü alle RSAT-Anwendungen starten, außerdem enthält auch das Kontextmenü der verwalteten Server entsprechende Links. Während sich unter Tools fast nur GUI-Anwendungen finden, bietet das Kontextmenü eines Servers auch direkten Zugriff auf eine Reihe von Kommandozeilen-Tools.

    Der Server Manager zeigt im Kontext eines oder mehrerer Server, welche Befehle sich auf sie anwenden lassen.

    Im Gegensatz zur ersten Ausführungen des Tools ist der Server Manager mittlerweile schlau genug, in diesem Kontextmenü nur die Befehle anzuzeigen, die auf die installierten Features und die OS-Version des Zielrechners tatsächlich passen - natürlich vorausgesetzt, die entsprechenden Tools sind lokal installiert. So blendet er auch den Befehl "Rollen und Funktionen hinzufügen" aus, wenn ein Rechner unter Server 2008 (R2) läuft.

    Multi-Server-Management mit dem Server Manager

    Ein wesentlicher Fortschritt des Server Managers unter Windows Server 2012 besteht darin, dass er mehrere Maschinen in Gruppen zusammenfassen und Befehle auf alle ihre Mitglieder anwenden kann. Diese Fähigkeit besitzt auch die Client-Version des Server Managers, der optisch und in der Bedienerführung weitgehend identisch mit der Server-Variante ist. Aus naheliegenden Gründen fehlt dort jedoch in der linken Menüleiste der Eintrag Lokaler Server.

    Keine Remote-Installation von Rollen für Server 2008 R2

    Eine wichtige Einschränkung besteht darin, dass der Server Manager nur bei Windows Server 2012 Rollen und Features remote hinzufügen und entfernen kann. Für ältere Versionen des Betriebssystems ändert sich damit nichts zum Besseren, nachdem auch schon der Server Manager in RSAT für Windows 7 diese Limitierung hatte.

    Die vollständige Verwaltung bereits vorhandener Rollen und Features auf Windows Server 2008 (R2) mittels RSAT für Windows 8 setzt voraus, dass dort das .NET Framework 4 und das Windows Management Framework 3.0 installiert werden. Dies schränkt die Administration von Server Core ein, weil es das .NET-Framework für die Core-Option nur unter Windows Server 2008 R2 SP1 läuft.

    Neue Tools für neue Features

    In der Sammlung der Remote Server Administration Tools kommen unter Windows 8 neue Werkzeuge hinzu. Sie verwalten neue oder erweiterte Funktionen von Windows Server 2012, dagegen bleiben die bisher nicht berücksichtigten Features wie beispielsweise Windows Server Backup, die Windows Deployment Services oder die Rights Management Services weiterhin außen vor.

    Unter den Neuzugängen von RSAT für Windows 8 finden sich Verwaltungs-Tools für Cluster-Aware Updating, IP Address Management (IPAM) und NIC-Teaming, also für neue Funktionen in Windows Server 2012. Weitere Tools bieten eine neue Verwaltungssicht auf Features, die auch schon unter Server 2008 (R2) vorhanden waren.

    Remotezugriff-Verwaltungskonsole für DirectAccess und VPN

    Dazu zählt die Remotezugriff-Verwaltungskonsole, die das Management von DirectAccess und VPN unter einer Oberfläche zusammenführt, während Routing und RAS weiterhin mit dem alten Programm verwaltet wird.

    Mit von der Partie ist zudem die WSUS-Konsole, die bisher separat zu installieren war. Abwesend sind in RSAT für Windows 8 RP die SMTP Server Tools, der Storage Explorer und der Storage Manager for SAN.

    Hyper-V Manager für Windows 8 nicht abwärtskompatibel

    Ebenfalls aus den RSAT verschwunden ist der Hyper-V Manager, der nun als Teil des Betriebssystems ausgeliefert wird. Da Windows 8 die Client-Version von Hyper-V umfasst, bringt es die erforderlichen Management-Werkzeuge gleich selbst mit. Sie lassen sich auch dann installieren, wenn der lokale Hypervisor nicht verwendet wird, und sie können auch Hyper-V auf dem Server verwalten.

    Der Hyper-V Manager von Windows 8 kann nicht den Hypervisor von Windows Server 2008 R2 verwalten.

    Ärgerlich ist dabei jedoch, dass die in Windows 8 enthaltene Version des Hyper-V Manager nicht in der Lage ist, ältere Versionen von Hyper-V unter Server 2008 oder 2008 R2 zu verwalten. Da erwartungsgemäß auch der Hyper-V Manager aus RSAT für Windows 7 nicht mit Windows Server 2012 kompatibel ist, benötigt man zur entfernten Administration von Hyper-V eine jeweils passende, komplette Umgebung aus Windows plus das dazu gehörige Management-Tool.

    Powershell-Cmdlets für Server-Management

    Neben der Verwaltung über GUI-Tools spielt unter Windows Server 2012 die Administration mittels Powershell eine zentrale Rolle. Er umfasst daher zahlreiche neue Cmdlets für diesen Zweck, von denen ein großer Teil auch mit RSAT für Windows 8 installiert wird. Um ihre Verwendung zu erleichtern, bietet der Server Manager Befehle zum Aufruf der Powershell auf dem Remote-Computer sowie für eine lokale Session, die beim Start alle Cmdlets des ActiveDirectory-Moduls lädt.

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