SCCM-Nutzung vereinfachen mit SoftwareCentral: Web-Konsole, flexible Software-Verteilung, App-Shop

    Shop mit Approval Workflow in SoftwareCentralMicrosofts SCCM ist ein mächtiges Werk­zeug mit zahl­reichen Funktionen. Damit einher geht jedoch eine hohe Kom­plexität, die gerade mittel­ständische Firmen häufig über­fordert. Der dänische Hersteller SoftwareCentral verein­facht mit seinem Tool viele Aufgaben in SCCM.

    Der System Center Configuration Manager hat die größte Verbreitung unter allen Werkzeugen für das Client-Management. Gründe dafür sind zum einen die attraktiven Lizenzbedingungen, weil die nötigen Client Management Licenses bereits in der Core CAL Suite enthalten sind. Zum anderen ist SCCM selbst bei den kurzen Update-Intervallen von Windows 10 stets auf der Höhe der Zeit.

    Add-ons gleichen funktionale SCCM-Defizite aus

    Auch wenn sich SCCM direkt aus der Box nutzen lässt, hat die Software in vielerlei Hinsicht den Charakter einer Plattform. Daher gibt es ein ganzes Ökosystem von Anbietern, die Add-ons für den Configuration Manager anbieten. Diese dienen etwa dem Asset Management oder der Administration von Mac-Computern und erweitern so die rudimentären Fähigkeiten des SCCM in diesem Bereich.

    Hier reiht sich auch die dänische SoftwareCentral mit ihrem gleichnamigen Produkt ein. Allerdings beschränkt sich der Hersteller nicht darauf, SCCM um eine einzelne Fähigkeit zu erweitern, sondern füllt eine ganze Reihe funktionaler Lücken im Microsoft-Tool. Dabei ergänzt er dieses nicht nur um eigenständige Komponenten, sondern vereinfacht die Nutzung von SCCM auch durch zahlreiche Detail­verbesserungen.

    Web Console

    Zu den wesentlichsten Features von SoftwareCentral zählt die Web-Konsole für SCCM. Microsoft selbst folgt dem Trend zu HTML-basierten Management-Oberflächen nur sehr zögerlich, wie die späte Entwicklung der RSAT-Alternative unter dem Codenamen Honolulu zeigt. Zum Lieferumfang von SCCM gehört ein nativer Windows-Client, Informationen über eine geplante Web-basierte Konsole gibt es bis dato nicht.

    Die Web-Konsole stellt einen wesentlichen Mehrwert gegenüber dem bloßen SCCM dar.

    SoftwareCentral bietet mit seinem Browser-Interface nicht nur einen zentralen Zugang zu vielen wesentlichen Funktionen des Configuration Manager, sondern erschließt diese zudem für neue Benutzer­gruppen.

    Durch die HTML-Oberfläche stehen die Funktionen des SCCM nämlich auf allen möglichen Endgeräten zur Verfügung, sobald es dort einen halbwegs modernen Browser gibt. Außerdem entfällt damit die Installation der Client-Software, die man beim Einsatz des bloßen SCCM benötigt.

    Auf diese Weise kann man schnell und unkompliziert Aufgaben an Mitarbeiter delegieren, die mit dem SCCM-eigenen Admin-Tool oft überfordert wären.

    Rechtevergabe über Rollen

    Das Rollenkonzept erlaubt eine fein granulare Vergabe von Berechtigungen. Auf diese Weise könnten Mitarbeiter etwa ermächtigt werden, ausgewählte Software auf bestimmte PCs zu verteilen oder der Helpdesk würde in die Lage versetzt, Rechner in einer bestimmten OU neu zu installieren.

    Für jede Rolle lässt genau festlegen, welche Funktionen von SoftwareCentral sie nutzen darf.

    Die mit einer Rolle vergebenen Berechtigungen schlagen sich in der Gestaltung der Web-Oberfläche nieder. Dort zeigen sich dann nur jene Features, zu denen die betreffenden Benutzer auch Zugang haben. Auf diese Weise entsteht etwa eine GUI speziell für Helpdesk-Mitarbeiter, die sich auf deren Aufgaben beschränkt.

    Die Web-Oberfläche von SoftwareCentral zeigt nur die Features, für die ein User Berechtigungen hat.

    Optimiertes Deployment

    Ein weiterer großer Block, bei dem SoftwareCentral den SCCM erweitert, betrifft das Deployment von Betriebs­system und Anwendungen. Der Configuration Manager bringt dafür zwar die meisten benötigten Funktionen mit, aber deren Nutzung ist häufig unnötig umständlich oder erfordert das ständige Wiederholen von langwierigen Abläufen für wiederkehrende Tätigkeiten. In vielen Fällen lassen sich Vorgänge nur durch den Einsatz von eigenen Collections und Sites realisieren, was sich in der Praxis oft als zu sperrig erweist.

    Der Administrator kann PCs über die Suchfunktion auswählen und ihnen Softwarepakete zuweisen.

    Der Deployment Manager von SoftwareCentral bringt mehrere Features mit, um das Ausrollen des Betriebssystems oder das Verteilen von Anwendungen zu vereinfachen. Dazu gehört, dass man Software an beliebige Rechner zuweisen kann, ohne man diese erst in einer Collection zusammen­fassen muss.

    Software-Installation über Zeitplan und Templates

    Eine weitere Ergänzung, die ein allgemein bekanntes Defizit von SCCM behebt, ist die Installation von Programmen anhand eines Zeitplans. Dieser lässt sich auch auf die Deinstallation von Software anwenden, so dass man damit etwa Applikationen auch temporär bereitstellen kann.

    Software lässt sich zeitgesteuert installieren und auch wieder entfernen.

    Das wiederholte Durchlaufen von Wizards, das SCCM für die Installation erfordert, vermeidet SoftwareCentral durch den Einsatz von Templates. Diese Vorlagen fassen häufig benötigte Einstellungen (Ländereinstellung, Zeitzone, OU, etc.) zusammen und können einzelnen oder Gruppen von Computern zugeordnet werden. Verwendet man ein bestimmtes Schema für den Computername, dann kann das Tool diesen sogar automatisch generieren.

    Templates fassen gängige Eigenschaften für Computer zusammen und beschleunigen die Zuweisung dieser Merkmale.

    Sind Anwendungen von bestimmter Software abhängig, beispielsweise von einer Java-Runtime, dann lassen sich die betreffenden Pakete hier wesentlich einfacher gruppieren als durch ihre Verkettung im Configuration Manager.

    Reinstall und Clone für den Helpdesk

    Eigene Komfort­funktionen speziell für den Helpdesk dienen der Neuinstallation und dem Klonen von Computern. Wurde ein Rechner kaputtkonfiguriert oder auf sonstige Weise durch den Benutzer außer Gefecht gesetzt, dann entnimmt SoftwareCentral die Ausstattung des PCs aus der SCCM-Datenbank und rollt das OS und die Anwendungen erneut aus. Bei Bedarf kann man hier aber auch Pakete hinzufügen oder abwählen.

    Mit SoftwareCentral lassen sich einzelne oder mehrere PCs neu installieren. Dieses Feature richtet sich primär an den Helpdesk.

    Nach einem ähnlichen Prinzip lässt sich die Konfiguration eines PCs mit Hilfe der Clone-Funktion auf mehrere andere Rechner übertragen, etwa um innerhalb einer Abteilung eine Standard­konfiguration zu erreichen.

    Mit der Clone-Funktion lässt sich eine Musterinstallation auf andere Rechner übertragen.

    Einfache Lizenzkontrolle

    Den Funktions­umfang von SCCM erweitert SoftwareCentral auch beim Lizenz-Management. Zwar verfügt der Configuration Manager auch hier über die Basisfunktionen, die sich die Dänen zunutze machen. Dazu zählen die Inventarisierung und die Nutzungs­statistiken der installierten Anwendungen.

    Funktionen des Lizenzmoduls von SoftwareCentral

    Aber SoftwareCentral erzeugt auf dieser Basis einen Mehrwert, indem es hilft, eine Unterlizenzierung zu vermeiden. Dabei warnt das Tool den Admin, wenn die Zahl der verfügbaren Lizenzen durch eine weitere Installation einer Software überschritten würde. Bei Bedarf lässt sich das Aufspielen des betreffenden Programms auch blockieren.

    Rückgewinnung ungenutzter Lizenzen durch SoftwareCentral

    Neben dieser Lizenzkontrolle bietet SoftwareCentral eine Funktion, mit deren Hilfe man Lizenzen zurückgewinnen kann ("Harvesting"). Zu diesem Zweck kann man einstellen, nach wie vielen Tagen der Inaktivität eine Software von einem Rechner automatisch entfernt wird.

    Shop mit Genehmigungs-Workflow

    Eine weitere Komponente von SCCM, die SoftwareCentral durch eigene Erweiterungen aufwertet, ist der Application Catalog. Letzterer eignet sich nur für Self-Service-Bestellungen von Software, während der Shop von SoftwareCentral auch beliebige andere Artikel zulässt, etwa Hardware oder auch Bürobedarf.

    Für jeden Artikel im Shop lässt sich ein eigener Genehmigungs-Workflow konfigurieren.

    Darüber hinaus bietet das Shop-Modul weiter­gehende Möglichkeiten beim Genehmigungs-Workflow. So lässt sich etwa festlegen, ob alle oder nur einzelne der angegebenen Personen die Bestellung freigeben müssen.

    Tool für AD-Management

    Schließlich verfügt SoftwareCentral noch über ein Modul, das nicht den SCCM ergänzt. Es handelt sich dabei um ein Tool für das Benutzer- und Computer-Management im Active Directory und somit um eine Alternative zu AD-Benutzer und -Computer aus den RSAT.

    Das Modul für das Management von AD-Benutzern bietet eine Browser-basierte Alternative zu den RSAT.

    Ein wesentlicher Nutzen ergibt sich hier schon daraus, dass SoftwareCentral im Gegensatz zu den Bordmitteln von Windows eine Web-Oberfläche bietet. Damit lassen sich bestimmte Aufgaben leichter delegieren, weil eine Installation der MMC-basierten Tools entfällt.

    Hinzu kommt, dass sich Tätigkeiten an Mitarbeiter auslagern lassen, indem ihnen die Administratoren Berechtigungen auf Basis des integrierten Rollenkonzepts erteilen. Eine typische Anwendung dafür wäre etwa das Zurücksetzen von Passwörtern durch den Helpdesk.

    Zusammenfassung

    Insgesamt besteht der wesentliche Nutzen von SoftwareCentral darin, die Funktionen des Configuration Manager für Nutzer zugänglich zu machen, die kaum oder gar keine SCCM-Kenntnisse haben. Dank der Web-Oberfläche entfällt die Installation eines Clients, ein fein abgestuftes Rollenkonzept erlaubt eine zielgenaue Delegierung von Aufgaben.

    Die Web-Konsole alleine bietet daher schon einen erheblichen Vorteil, selbst wenn sie nur SCCM-Funktionen durchreicht, wie etwa im Fall des Patch-Managements.

    Bei vielen Funktionen kompensiert SoftwareCentral aber zusätzlich die Unzuläng­lichkeiten von SCCM, indem es gängige Abläufe wesentlich vereinfacht. Dazu zählt auch, dass es Basis­operationen des Deployments zu komplexeren Vorgängen zusammenfasst, etwa für das Klonen oder die Neuinstallation von PCs.

    Das Tool ist allerdings nicht dafür gedacht, den SCCM-Client vollständig zu ersetzen. SCCM-Admins benötigen ihn weiterhin für Funktionen, die sie in der Web-Konsole nicht finden. Dazu zählt etwa das Erstellen und Bearbeiten von Task Sequences. Auch die Migration der Benutzerdaten lässt sich zwar in SoftwareCentral anstoßen, aber die Konfiguration des User State Migration Tool erfolgt nach wie vor außerhalb.

    Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

    Das Tool setzt mindestens die IIS 6.0, das .NET Framework 4.5.1 und SQL Server voraus. Außerdem benötigt es einen Service-Account im Active Directory. Am Client begnügt es sich mit dem Agent des Configuration Manager, einen eigenen installiert es nicht.

    Im deutsch­sprachigen Raum wird SoftwareCentral von der Darmstädter Softtailor GmbH vertrieben. Sie bietet eine kostenlose 30-Tage-Testversion des Tools an.

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