SCSM 2012: Service-Katalog, Data Warehouse, Release-Management

    Logo System Center Service ManagerMit dem System Center Service Manager 2010 stieg Microsoft erst relativ spät in den Markt für das Incident-, Change- und Configuration-Management ein. Mit dem SCSM 2012 steht nun das zweite Release der Software an. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen die Unterstützung für das Service-Request- und das Release-Management sowie neue Analyse- und Reporting-Funktionen auf Basis von OLAP Cubes aus dem SQL Server. Hinzu kommt eine engere Integration mit dem Virtual Machine Manager 2012 und dem Orchestrator 2012 (ehemals Opalis).

    In seiner ersten Ausführung unterstützte der SCSM vor allem die für den Service Desk erforderlichen Funktionen, darunter definierbare Workflows und ein Self-Service-Portal, in dem User auftretende Probleme melden können. Daneben führte der SCSM 2010 eine Configuration Management Database (CMDB) ein, die Informationen über IT-Service-Komponenten aus verschiedenen Quellen importieren kann, darunter dem Active Directory oder dem System Center Configuration Manager (SCCM). Schließlich unterstützte der SCSM schon bisher ein Change Management und bot Funktionen für das Reporting.

    Erweiterung um Request- und Release-Management

    Der SCSM 2012 erweitert nun die Einsatzgebiete, indem er mit dem Service-Request- und dem Release-Management zwei neue Aufgaben übernehmen kann. In der Version 2012 haben die Anwender nun erweiterte Möglichkeiten, IT-Leistungen in Eigenregie zu beziehen. Zuständig dafür ist der neue Service-Katalog, in dem die IT-Abteilungen vorkonfigurierte Anwendungen und Leistungen hinterlegen können. Dabei muss es sich nicht nur um einfache Software-Pakete handeln, sondern sie können auch Services beinhalten, die mehrere Applikationen und die dazugehörige Infrastruktur umfassen.

    Der Schwerpunkt des SCSM 2010 lag auf dem Incident-, Change- und Configuration-Management.

    Die Einführung neuer Services oder Anwendungen unterstützt der System Center Service Manager 2012 nun mit einem eigenen Release Management. Eine Software kann dabei einen Workflow durchlaufen, der alle wesentlichen Stadien abbildet (Entwicklung, Customizing, Test, Produktion, etc.). Dabei können alle damit verbunden Aktivitäten wie Pflichtenhefte oder Dokumentation mit verwaltet werden. Im Prinzip handelt es sich beim Release Management um eine erweiterte Form des Change Managements, das viele verschiedene Änderungen in einem Projekt zusammenfassen kann.

    Self-Service-Portal erfordert Sharepoint 2010

    Bei der Bearbeitung von Service-Anfragen kommt dem überarbeiteten Self-Service-Portal eine zentrale Rolle zu. Bisher meldeten Benutzer dort Störfälle, verfolgten den Fortgang von deren Bearbeitung oder suchten in (Knowledge-Base-)Dokumenten selbst nach Lösungen. Darüber hinaus konnten sie die Installation neuer Software anfordern und damit einen Genehmigungs-Workflow anstoßen.

    Die Mitarbeiter in den Fachabteilungen erhalten nun über das neu gestaltete Self-Service-Portal Zugang zu standardisierten Services, wobei sie nur jene angezeigt bekommen, die für ihre Rolle vorgesehen sind. Beim überarbeiteten Web-Interface handelt es sich um Webparts für Sharepoint, die in Silverlight geschrieben wurden. Somit erfordert der SCSM 2012 zusätzlich eine Installation von Sharepoint 2010, allerdings ist dafür auch das kostenlose Sharepoint 2010 Foundation zulässig.

    Automatisierte Bereitstellung über Orchestrator und SCVMM

    Die Bereitstellung der angeforderten Dienste muss sich nicht auf die manuelle Abarbeitung von Workflows beschränken. Vielmehr soll eine engere Integration mit dem System Center Orchestrator und dem Virtual Machine Manager 2012 die Automatisierung solcher standardisierten Angebote erlauben. Für beide Produkte bringt der SCSM 2012 neue Konnektoren mit.

    Von Benutzern eingegebene Service Requests lassen sich mit Hilfe des VMM und des Orchestrators automatisch abarbeiten.

    Sie erlauben unter anderem die Pflege und Ausführung von Orchestrator-Runbooks aus der SCSM-Konsole sowie die Bereitstellung von virtuellen Maschinen. Ergänzend bietet Microsoft das Cloud Service Process Pack an. Es handelt sich dabei um einen so genannten Solution Accelerator, der eine Reihe von vordefinierten Prozessen und Workflows zur Bereitstellung von virtuellen Ressourcen enthält.

    Verbessertes Data Warehouse

    Zu den wesentlichen Neuerungen des SCSM 2012 zählt zudem das überarbeitete Data Warehouse mit seinen erweiterten Möglichkeiten zur Erstellung von Berichten. Es ist nicht auf die Daten des Service Managers beschränkt, sondern kann auch andere Datenquellen anzapfen, allen voran die anderen System-Center-Produkte. Die Integration von Anwendungen anderer Anbieter wie etwa SAP ist vorgesehen.

    Mit Hilfe der Analysis Services des SQL Server lassen sich die Daten multidimensional als Cubes aufbereiten und etwa nach Excel exportieren. Neu ist dabei die Möglichkeit, dass User ihre Berichte in Self-Service-Manier erstellen können.

    Service Manager als zentrale Komponente von System Center

    Mit einigen der Neuerungen holt der SCSM 2012 nach, was in dieser Produktkategorie durchaus üblich ist. Dazu gehört vor allem der Service-Katalog inklusive eines Self-Service-Portals. Zu den wesentlichen Verbesserungen zählt sonst vor allem die Integration mit den anderen Produkten des System-Center-Portfolios, besonders mit dem Orchestrator und dem Virtual Machine Manager.

    Damit wird der SCSM 2012 zu einer wichtigen Drehscheibe der Management-Suite, weil er mit der CMDB die zentrale Sammelstelle für Informationen über IT-Service-Komponenten enthält. Zusätzlich fungiert er als übergeordnete Report-Engine für Daten, die aus den anderen Produkten in seinem Data Warehouse zusammengeführt werden.

    SCSM 2012 nur im Paket mit SCCM, SCOM, VMM, u.a.

    Die engere Integration mit den anderen Produkten von System Center 2012 drückt sich nicht nur technisch aus, sondern findet ihren Niederschlag auch in der gemeinsamen Vermarktung und Lizenzierung der Tools. Da der SCSM 2012 nicht als einzelnes Produkt zu haben ist, sondern nur im Paket mit allen anderen Programmen von System Center 2012, dürfte das Kalkül von Microsoft darin bestehen, dass Anwender des Configuration Manager oder Operations Manager beim Update auf die Version 2012 auch beim Incident- oder Change-Management auf den Service Manager setzen.

    Zusammenspiel komplexer Tools

    Freilich ist der Einsatz des gesamten Portfolios aus durchgängig komplexen Tools keine Aufgabe, die sich kleinere oder mittlere Unternehmen ohne weiteres zumuten werden. Für sie dürfte alleine der SCSM 2012 schon eine Nummer zu groß sein.

    Der SCSM 2012 ist schon ohne Integration mit den anderen System-Center-Tools ziemlich komplex.

    Seine Installation erfordert eine separate Server-Instanz für jede Komponente (Management-Server, Datenbank-Server, Service-Manager-Konsole, Self-Service-Portal und Data-Warehouse-Server), typischerweise in Form von virtuellen Maschinen. Hinzu kommt dann noch die für das Self-Service-Portal notwendige Installation von Sharepoint.

    Keine Kommentare