Service Pack 1 (SP1) auf Hyper-V installieren

    Nach dem Installieren des SP1 auf dem Hyper-V-Server müssen in allen Gästen die Interation Services erneuert werdenNeben den üblichen kumulierten Fehlerkorrekturen bringt das SP1 zwei wichtige neue Features, die mit Hyper-V virtualisierte Server besonders betreffen. Es handelt sich dabei um Dynamic Memory und um RemoteFX. Die Installation des SP1 gestaltet sich allerdings nicht ganz unkompliziert, so dass Admins möglicherweise mit einer längeren Ausfallszeit der betroffenen Server rechnen müssen.

    Eine unverzichtbare Maßnahme vor der Aktualisierung eines Windows Server 2008 R2 besteht darin, alle VMs herunterzufahren. Das scheint auf den ersten Blick als selbstverständlich bzw. unproblematisch, weil der Rechner nach der Installation des SP1 ohnehin neu gestartet werden muss. Allerdings ist es wichtig, dass man sich dabei die verschiedenen Optionen vergegenwärtigt, die zum Ausschalten einer virtuellen Maschine bestehen.

    Vor dem SP1: VMs nicht im Ruhezustand belassen

    Wie der Virtual PC bietet auch Hyper-V die Möglichkeit, eine VM nicht nur auszuschalten oder das Gastsystem herunterzufahren, sondern die virtuelle Maschine in den Ruhezustand zu versetzen. Der Hyper-V-Manager bezeichnet diesen Vorgang mit dem irreführenden Begriff Speichern. Diese Form der Deaktivierung von VMs hat den Vorteil, dass sie sich sehr schnell reaktivieren lassen. Im Gegensatz zu anderen Formen des Standby ist dieser Modus sehr robust und übersteht sogar den Neustart des Hyper-V-Servers. Daher kann man inaktive VMs auf diesem Weg auch für längere Zeit aufbewahren.

    VMs sollen vor der Installation des SP1 auf dem Hyper-V-Server nicht gespeichert, sondern heruntergefahren werden.Vor dem Einspielen des SP1 sollte man die virtuellen Maschinen jedoch herunterfahren und nicht mittels Speichern deaktivieren, weil das Service Pack 1 das Dateiformat für den Ruhezustand verändert. Aus diesem Grund lässt sich eine VM nach dem Einspielen des SP1 nicht mehr aufwecken, wenn sie vorher in den Ruhezustand versetzt wurde. Es reicht allerdings nicht, bei aktiven VMs auf das Speichern zu verzichten. Zusätzlich müssen bereits inaktive VMs aus dem Ruhezustand geholt und heruntergefahren werden.

    Snapshots aufräumen

    Eine weitere Maßnahme betrifft Snapshots. Microsoft erwähnt hier zwar keine Inkompatibilitäten wie beim Ruhezustand, einige Anleitungen empfehlen jedoch, vor der Installation des SP1 alle Snapshots in die VHD zu übernehmen oder sie zu löschen, falls sie nicht mehr benötigt werden.

    Bei einer Übernahme werden alle Änderungen, die Hyper-V ab dem Zeitpunkt eines Snapshots nicht mehr in die Ur-VHD, sondern in eine differencing disk schreibt, in der ursprünglichen virtuellen Festplatte konsolidiert. Abhängig vom Datenvolumen und der Anzahl von Snapshots kann dieser Vorgang erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings ist eine Konfiguration mit vielen Snapshots in produktiven Umgebungen eher selten, weil sie sich sehr negativ auf die Performance einer VM auswirkt.

    Integration Services in allen Gastsystemen aktualisieren

    Nach dem Installieren des SP1 auf dem Hyper-V-Server müssen in allen Gästen die Interation Services erneuert werdenNach der Installation des SP1 ist ist zu bedenken, dass Dynamic Memory nur für Windows-Gäste zur Verfügung steht, die bereits die neuesten Integration Services enthalten. Das heißt also, dass die Gast-Betriebssysteme in allen VMs aktualisiert werden müssen. Im Fall von Windows 7 und Server 2008 R2 erledigt die Installation des SP1 diese Aufgabe, für ältere Versionen müssen diese Komponenten separat erneuert werden. Dies erfolgt im Hyper-V-Manager über den Befehl Aktion => Installationsdatenträger für Integrationsdienste einlegen.

    Das Update der Integration Services ist auch dann erforderlich, wenn Dynamic Memory vorerst gar nicht verwendet werden soll. Nach der Installation des SP1 benötigen sie nämlich neue Treiber, so dass mit den alten Integrationsdiensten in der Regel kein Netzzugriff möglich ist.

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