SMB-Kompression beim Kopieren über das Netzwerk aktivieren

    Dateien kopierenWindows 10 20H2 brachte SMB Compression als neues Feature, Server 2022 wird es ebenfalls ent­halten. Es soll Kopier­vorgänge über das Netz­werk beschleunigen, primär für große, unkom­primierte Dateien wie VHDs. Die Kom­pression lässt sich mit Robocopy und xcopy über einen neuen Schalter aktivieren.

    Die Möglichkeit zur Komprimierung von Dateien ist offenbar schon länger Teil der SMB-Spezifikation und in Windows 10 seit geraumer Zeit enthalten. Bisher ließ sie sich in der Praxis aber nicht nutzen. Bei der Ankündigung im letzten Jahr war noch nicht klar, wann und wie sie verfügbar sein würde.

    Mittlerweile lassen sich Dateien beim Kopieren auf bzw. von einem File-Share unter Windows 10 20H2 explizit komprimieren. Auch in der Preview von Server 2022 ist diese Option vorgesehen. Entgegen anders lautender Berichte wurde sie in Server 2019 nicht durch ein kumulatives Update nachgerüstet.

    Weder Robocopy noch xcopy unterstützen die SMB-Komprimierung in Server 2019.

    Fest steht bereits, dass die SMB-Komprimierung nicht für Endbenutzer gedacht ist, die etwa Office-Dateien von einem File-Server laden. Zielgruppe sind vielmehr Admins, die große Dateien auf andere Rechner übertragen müssen.

    Hyper-V und Cloud als Profiteure

    Das betrifft zum einen die  Live Migration von virtuellen Maschinen, nachdem Hyper-V ja auch SMB-Freigaben als Storage unterstützt. Eine wesentliche Motivation für die SMB-Komprimierung dürften jedoch Dienste wie Azure Files gewesen sein.

    Die Anbindung an die Cloud erfolgt in aller Regel über relativ langsame Netzwerke, so dass hier der Gewinn durch die Reduktion der übertragenen Datenmenge am größten ist.

    Im Moment sind die Einsatzgebiete für die SMB-Komprimierung aber begrenzt, weil sie in erster Linie für Windows Server vorgesehen, aber dort noch nicht verfügbar ist. Größere Kopieraktionen zwischen Client sind eher die Ausnahme.

    Nutzen von Art der Daten abhängig

    Die Tools, welche Microsoft für die explizite Aktivierung der Komprimierung auserkoren hat, sind robocopy.exe und xcopy.exe. Beide verfügen in Windows 10 20H2 und Server 2022 Preview über den Schalter /compress.

    Es liegt auf der Hand, dass der Performance-Gewinn vor allem von der Art der kopierten Daten abhängt. Microsoft unterstützt zwar mehrere Algorithmen, aber an ZIP-Archiven, JPGs oder anderen bereits komprimierten Daten beißen sie sich die Zähne aus. Um zu verhindern, dass sich in diesem Fall der Kopiervorgang sogar verlangsamt, schaltet sich die Komprimierung automatisch ab.

    In meinen Versuchen brachte die Komprimierung bei einer ISO-Datei, die primär .cab-Files enthielt, nur einen geringen Vorteil. Erwartungs­gemäß ergab sich beim Kopieren einer Ordnerstruktur mit vielen relativ kleinen Dateien ein ähnliches Bild.

    Bei der Übertragung eines virtuellen Laufwerks erzielte die Komprimierung die größte Wirkung.

    Signifikante Unterschiede zeigten sich indes beim Übertragen einer 11 GB großen VHDX mit robocopy. Allerdings fielen diese nicht so eindrucksvoll aus wie in Microsofts Beispiel anlässlich der Ankündigung der SMB-Komprimierung.

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    1 Kommentar

    Karl Wester-Ebb... sagt:
    22. April 2021 - 13:40

    möchte nicht unken. Wenn jemand auf Dateibasis migrieren muss kann ich GuruSquad GSCopy empfehlen. Es ist deutlich performanter und skaliert besser. In der Praxis haben wir damit +40% mehr Performance. im Bereich von TB macht das schon mal einen Unterschied. Die Compression werden sie auch noch einbauen.

    Grundsätzlich finde ich es toll was Ned Pyle und das Team da erreicht haben. Siehe auch kommentare auf techcommunity.