Datenträger bereinigen mit DISM: Speicherplatz sparen in Windows Server

    Belegung eines Laufwerks unter Windows ServerSystemlaufwerke von Windows Server sind oft knapp bemessen, vor allem dann, wenn er in einer VM läuft und diese auf einem Flash-Speicher abgelegt ist. Platz kann man sparen, indem man nicht mehr benötigte Updates oder Service Packs aus dem Komponenten­speicher entfernt.

    Auf einer Windows Workstation findet sich in den Eigenschaften von Laufwerken die Funktion Bereinigen. Mit ihr lassen sich temporäre Dateien, Speicher-Dumps oder nicht benötigte Treiber löschen. Dahinter verbirgt sich das Dienstprogramm cleanmgr.exe.

    Zeitgesteuerte Bereinigung in Windows Server

    Diese Option fehlt standardmäßig unter Windows Server 2012 R2, weil die meisten Installationen nur Server Core oder die abgespeckte GUI umfassen. Möchte man die Datenträger­bereinigung wie auf dem Client, dann muss man das Feature Desktopdarstellung hinzufügen.

    Die Datenträgerbereinigung nach dem Vorbild des Clients erfordert die Installation der Desktopdarstellung.

    Grundsätzlich ist das aber nicht notwendig, weil in der Aufgabenplanung unter Microsoft => Windows => Servicing regelmäßig eine Task namens StartComponentCleanup ausgeführt wird. Ähnlich wie cleanmgr.exe geht sie aber eher zögerlich ans Werk und schöpft nicht alle Einsparungs­möglichkeiten aus.

    Komponentenspeicher untersuchen mit DISM

    Hier kommt das Kommandozeilen-Tool DISM ins Spiel, das seit Windows 8 und Server 2012 den Schalter /Cleanup-Image unterstützt. Er lässt sich mit mehreren Parametern kombinieren. Um sich einen Überblick über die potenziellen Einsparungen im zu verschaffen, ruft man DISM so auf:

    dism.exe /online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore

    Auf diese Weise ermittelt man die Belegung des Komponenten­speichers unter %systemroot%\WinSxS.  Die Ausgabe zeigt, wie viele Pakete DISM entfernen kann und gibt gleich eine Empfehlung, ob sich die Bereinigung lohnt.

    Nach der Analyse des Speicherplatzes rät DISM, ob man den Komponentenspeicher bereinigen soll.

    Von einem direkten Löschen des WinSxS-Verzeichnisses ist abzuraten, weil sich dort auch Dateien befinden, die vom Betriebssystem benötigt werden.

    Nicht mehr benötigte Pakete entfernen

    Ergibt die Analyse, dass der Komponenten­speicher entrümpelt werden sollte, dann gibt man im nächsten Schritt diesen Befehl ein:

    dism.exe /online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup

    Die verschärfte Variante mit dem zusätzlichen Schalter /ResetBase schaufelt noch mehr Speicherplatz frei, führt aber dazu, dass sich eingespielte Updates oder Service Packs anschließend nicht mehr entfernen lassen.

    Komponentenspeicher reparieren

    DISM kann den Komponentenspeicher nicht nur analysieren und aufräumen, sondern auch auf mögliche Fehler untersuchen und diese beseitigen. Ersteres erledigt der Schalter /ScanHealth im Aufruf

    dism.exe /online /Cleanup-Image /ScanHealth

    Fördert dieser Probleme zu Tage, dann kann man diese unter Angabe von /RestoreHealth reparieren.

    2 Kommentare

    Bild von Alexander
    Alexander sagt:
    5. Juli 2016 - 15:14

    Hallo,

    kleine Bemerkung:

    der Befehl
    die Option /AnalyzeComponentStore im DISM Befehl
    wird wohl erst ab Server Version 2012 R2 unterstützt.
    Unter Windows Server 2012 kommt der Fehler 87
    Komponente AnalyzeComponentStore wird nicht unterstützt.

    Viele Grüße

    Bild von Hans Wurst
    Hans Wurst sagt:
    6. Dezember 2019 - 22:52

    Perfekt. Habe jetzt alles so durchgeführt und tatsächlich 28MB mehr Speicher...