SSD simulieren in ESXi und VMware Workstation

    Solid State DriveWenn man in Lab- und Testumgebungen für bestimmte Aufgaben SSDs benötigt und keine dieser Datenträger vorhanden sind, dann kann man sie simulieren. Sowohl die Desktop-Produkte wie VMware Workstation als auch der Bare-Metal-Hypervisor ESXi bieten ab Virtual Hardware 9 diese Möglichkeit.

    Unter den Neuerungen von vSphere 5.5 finden sich zwei, deren Nutzung das Vorhandensein von SSDs voraussetzt. Dazu zählt zum einen der vSphere Flash Read Cache, der die SSD-Datenträger von ESXi-Hosts zu einem Pool zusammenfasst und diesen als Lese-Cache einsetzt (Schreiboperationen werden dagegen im Write-through-Verfahren direkt durchgereicht).

    Virtuelle SSDs zum Testen von vSAN

    Die größte Storage-Neuerung in vSphere 5.5, das Virtual SAN, verlangt SSD-Laufwerke. Seine Aufgabe besteht darin, lokale Laufwerke zu einem Pool zusammenzufassen, der sich von virtuellen Maschinen als Shared Storage ansprechen lässt. Die permanente Speicherung erfolgt zwar nur auf Festplatten, aber SSDs werden aus Performance-Gründen zwingend benötigt.

    Windows 8 akzeptiert simulierte SSDs sowohl auf IDE- als auch SCSI-Basis

    Eine typische Testumgebung für vSAN oder vSphere Flash Read Cache besteht aus mehreren Instanzen von ESXi, die ihrerseits in virtuellen Maschinen unter ESXi oder VMware Workstation laufen. Bei einer solchen verschachtelten Virtualisierung kann der Hypervisor, der auf die Hardware installiert wurde, den ESXi-Instanzen in den VMs bei Bedarf SSDs vorgaukeln.

    virtualSSD-Eintrag in die vmx-Datei

    Die einfachste Variante für das Simulieren von SSDs besteht darin, dass man die .vmx-Konfigurationsdatei um einen entsprechenden Eintrag ergänzt.

    Beispiele für den Eintrag zum Simulieren von SSDs

    Zu diesem Zweck öffnet man sie in einem Editor und sucht nach dem betreffenden Laufwerk, das künftig dem Gast­betriebs­system als SSD präsentiert werden soll. Am einfachsten erkennt man es über den Dateinamen der VMDK im Eintrag des Typs

    scsiX:Y.fileName = "meine.vmdk"

    X und Y stehen für die numerischen Werte, über die das Gerät identifiziert wird. Für den neuen Eintrag nimmt man von diesem Parameter den Abschnitt vor "fileName", ergänzt ihn um "virtualSSD" und weist ihm den Wert 1 zu. Das Ergebnis würde für die zweite Disk am ersten SCSI-Controller so aussehen:

    scsi0:1.virtualSSD = 1

    Das Ganze funktioniert auch für IDE-Laufwerke nach dem gleichen Prinzip. Für welchen Controller man sich entscheidet, hängt vor allem vom Gast ab. Bei ESXi wird man sich für SCSI entscheiden, Windows 8 ist nicht wählerisch und kommt mit beiden zurecht. Insgesamt stehen die Chancen für IDE-Laufwerke besser, als SSD angesehen zu werden.

    3 Kommentare

    Bild von PB
    PB sagt:
    25. September 2013 - 23:47

    Warum kann trotz der Erkennung der SSD im Gast keine Optimierung ausgeführt werden? Würde dies sowieso nichts bringen als VM?

    Gruss

    Bild von Daniel
    Daniel sagt:
    10. Februar 2014 - 10:01

    Gute Howto ... leider hat sich ein fataler Tippfehler eingeschlichen.
    scsci0:1.virtualSSD = 1

    Es sollte scsi lauten. Ales andere würde rausfliegen bzw. nicht zu geltung kommen.

    LG
    Daniel

    Bild von Wolfgang Sommergut
    10. Februar 2014 - 10:13

    Besten Dank, ist korrigiert!