Tools für das PC-Management: CA, BMC, HP, IBM, Microsoft im Vergleich

    Magischer Quadrant für PC Configuration Lifecycle ManagementDie Gartner Group hat ihre jährlich aktualisierte Herstellerübersicht im Bereich PC Configuration Lifecycle Management (PCCLM) veröffentlicht. Die dort berück­sich­tig­ten Anbieter sind die gleichen wie im letzten Jahr, aber die Anforderungen der Analysten haben sich deutlich geändert. Die neu angelegten Kriterien orientieren sich hauptsächlich an neuen Entwicklungen am Client, etwa der Desktop-Virtualisierung und der stärkeren Nutzung von mobilen Geräten.

    Zu den wichtigsten Disziplinen des PC Configuration Lifecycle Management zählen traditionell das Deployment von Betriebssystemen, die Inventarisierung, die Software-Verteilung, das Patching und die Überwachung der Software-Nutzung (Metering). Eine neuere Entwicklung besteht in der Integration von Funktionen für Helpdesk und Asset Management, wobei 2010 alle von Gartner untersuchten Anbieter derartige Komponenten vorweisen konnten. In vielen Fällen wurde sie zugekauft oder in Lizenz genommen, so dass es häufig noch bei der Integration der Tools haperte. Als Beispiele nennt Gartner Frontrange, IBM und Martix42.

    Weitere Anforderungen durch neue Client-Trends

    Magischer Quadrant für PC Configuration Lifecycle ManagementZu den wesentlichen neuen Anforderungen des PCCLM erhob Gartner die Fähigkeit, virtuelle Desktops, mobile Geräte und Nicht-Windows-Desktops (primär Macs) verwalten zu können. Zudem stellen die Analysten eine zunehmende Verschmelzung von Betrieb der System (Operations) und Security fest, die sich in den Produkten niederschlagen sollte. Schließlich erwarten sie angesichts der Komplextität der Management-Tools neben der herkömmlichen Installation alternative Formen der Bereitstellung, in erste Linie als Appliances und Services (SaaS).

    Management mobiler Geräte

    Die Forderung nach der Unterstützung von mobilen Geräten, sowohl von Tablets als auch Smartphones, leitet sich nicht nur von ihrer zunehmenden Verbreitung ab, sondern besonders davon, dass in den meisten Unternehmen das Desktop-Management als zuständig für ihre Verwaltung gesehen wird. Diejenigen, die sich um die Administration von PCs kümmern, würden ihre bisher verwendeten Tools auch bevorzugt für die Verwaltung der neuen Client-Typen einsetzen, so dass sie von deren Herstellern entsprechende Funktionen erwarten. Das gilt auch für die angeblich steigende Zahl an Macs in den Unternehmen, angeblich unterstützt fast 50% der Firmen die Apple-Rechner. Zu führenden Anbietern gehören hier Dell (mit KACE), LANDesk und Symantec.

    Unterstützung für Desktop-Virtualisierung

    Die für die Desktop-Virtualisierung geforderte Unterstützung geht erwartungsgemäß darüber hinaus, die vorhandenen Funktionen für das Management physikalischer auf virtuelle Rechner anzuwenden. Dies würde nur für persistente zentrale Desktops ausreichen, in der Praxis geht die Entwicklung jedoch zu dynamisch generierten Umgebungen, die das Basis-Image mit dem Benutzerprofil und virtualisierten Anwendungen zusammenführen. Daher gehört Gartner zufolge auch die Unterstützung für Applikations-Virtualisierung auf Kriterienliste. Bei der Desktop-Virtualisierung schneiden besonders CA mit IT Client Manager, HP Client Automation Enterprise, Matrix42 Empirum v12 und Symantec mit der Altiris Client Management Suite gut ab.

    Alternative Bereitstellung als Appliance oder SaaS

    Bei Befragungen seiner Kunden will Gartner einen wachsenden Bedarf an alternativen Methoden der Bereitstellung von PCCLM-Tools registriert haben. Demnach erwägen 40% der Unternehmen, die für den Report berücksichtigt wurden, die Nutzung der Management-Tools über einen Online-Service. Daran waren vor allem mittelständische Firmen interessiert, weil sie damit die Einrichtung der komplexen Tools vermeiden können. Aktuell bieten SaaS-Versionen für das Client-Management noch nicht den Funktionsumfang der on-Premise-Lösungen, aber Gartner erwartet, dass sich dies im Laufe von 2011 ändert.

    Zu den Vorreitern in dieser Disziplin zählen Frontrange, das erst kürzlich einen Online-Service in Betrieb nahm, sowie KACE, das nur in der Form eines physischen oder virtuellen Appliance zu haben ist. Merkwürdigerweise verzichtet Gartner bei Microsoft auf die Erwähnung von Intune, das zwar weder eine Online-Version des Configuration Manager noch eine vollständige Lösung für das Configuration Lifecycle Management ist. Der Service steht aber kurz vor der Einführung und wird über einen weiteren Ausbau nach und nach alle wesentlichen Funktionen bekommen.

    Positionen im Quadranten fragwürdig

    Wie so oft ist die Umsetzung der Marktanalyse in den magischen Quadranten diskussionswürdig. Die Spitzenposition von Microsoft bei der Ability to execute scheint noch nachvollziehbar, da der ConfigMgr bei Kaufentscheidungen am häufigsten in die engere Wahl kommt und der Hersteller insgesamt eine unbestreitbare Marktmacht verfügt. Auch der Platz im Mittelfeld bei Completeness of Vision geht in Ordnung, da Microsoft keine Plattformen neben Windows direkt berücksichtigt, andererseits jedoch Applikationsvirtualisierung unterstützt und ein SaaS-Angebot vorbereitet. Zudem setzt es die Konvergenz von Operations und Security durch die Integration von Forefront Endpoint Protection in den Configuration Manager schon praktisch um.

    Unverständlich ist die Benachteiligung europäischer Anbieter. So schneidet Matrix42 bei der Ability to execute aufgrund seines auf Mitteleuropa begrenzten Wirkungsbereichs schlechter ab als BMC, das laut Gartner sein Engagement für BladeLogic Client Automation zurückgefahren habe, primär noch an Wartung und wenig an neuen Lizenzen verdiene und kein OS Deployment unterstützt. Das gilt auch für CA, das unter den befragten Unternehmen noch für Updates in Frage kommt, aber kaum noch Neukunden gewinnen könne.

    Neue Kriterien aus dem US-Markt

    Die amerikanische Perspektive zeigt sich auch bei den neuen Kriterien wie Mac-Support. Dessen Notwendigkeit leiten die Analysten vor allem davon ab, dass Mitarbeiter ihre privaten Apple-Rechner an ihren Arbeitsplatz mitbrächten. Dieses BYOC-Modell spielt in Deutschland unter anderem aus steuerrechtlichen Gründen bisher praktisch keine Rolle. Außerdem bleibt abzuwarten, ob angesichts der hierzulande noch verbreiteten Cloud-Skepsis derzeit tatsächlich mit einer nennenswerten Nachfrage nach PCCLM-Diensten aus der Cloud zu rechnen ist.

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