Trotz Cloud: Server-Verkäufe legen zu, HP und Dell mit neuen Modellen

    MP Proliant MicroServerDie zunehmende Nutzung von Cloud-Diensten durch Unternehmen ließe erwarten, dass der Bedarf für Server für die interne IT zurückgehen würde. Eine solche plausible Prognose machte etwa die Experton Group im Rahmen ihrer Studie zu Cloud-Providern. Tatsächlich meldete IDC jedoch kürzlich nach 4 positiven Quartalen den stärksten Zuwachs bei Server-Verkäufen seit 2003. Dell und HP, die beiden Gewinner der steigenden Nachfrage, bringen neue Modellen für kleine und mittlere Unternehmen auf den Markt.

    Für die wachsenden Umsätze mit x86-Servern gibt es einige Erklärungen. Die einfachste besteht darin, dass Unternehmen die während der Wirtschaftskrise zurückgestellten Investitionen nun nachholen und ihre Server modernisieren.

    Ein weiterer Grund für die Nachfrage nach Servern besteht in der Hardware-Virtualisierung. Laut IDC wurde im letzten Quartal 2009 jeder 5. Server virtualisiert. Ein wesentliches Ziel der Virtualisierung besteht darin, den Bestand älterer Server auf weniger neuen Maschinen zu konsolidieren. Daher kann sie nicht auf Dauer das Wachstum der Server-Verkäufe treiben.

    Microsoft sieht Wachstum für Cloud und on premise

    Microsoft interpretiert die Zahlen jedoch in dem Sinn, dass viele Unternehmen zwar die Flexibilität von Cloud-Computing möchten, diese aber häufig ihrem eigenen Rechenzentrum. Nachdem die meisten Firmen auf längere Sicht nicht vollständig auf öffentliche Cloud-Dienste umsteigen werden, führe das Streben nach einer private Cloud auf absehbare Zeit zur Nachfrage nach Servern für den internen Einsatz.

    Nach allgemeiner Erwartung werden vor allem mittelständische Firmen für gängige Anwendungen wie Mail oder Collaboration zügig auf Cloud-Angebote wechseln, anstatt dafür eigene Server zu betreiben. Microsoft trägt dieser Entwicklung durch eine Version des Small Business Server ("Aurora") Rechnung, die keine Server-Anwendungen wie Exchange oder Sharepoint enthält.

    HP Proliant MicroServer

    Trotz der zu erwartenden Affinität kleinerer Firmen zu Cloud-Services stellten HP und Dell neue Server besonders für dieses Segment vor. Auffällig ist dabei der HP Proliant MicroServer, der für Arbeitsgruppen bis zu 10 PCs gedacht ist und bleibt damit deutlich unter der Grenze, die Microsoft lizenzrechtlich bei Aurora zieht.

    Die mit dem Notebook-Prozessor AMD Athlon II Dual Core 1.3 GHz ausgestattete Maschine kostet in der Standardausstattung nur 329 Dollar, enthält aber nur 1 GB RAM. Als Virtualisierungs-Host kommt der Rechner damit nicht in Frage, eine Aufrüstung auf max. 8 GB übersteigt den Grundpreis des Geräts. Die Leistung der CPU würde zudem nur die Ausführung weniger Gäste erlauben.

    Dell PowerEdge R415 und R515

    Die neuen Server von Dell für KMUs liegen leistungsmäßig eine Klasse über dem MicroServer von HP. Der flache 1U-Server PowerEdge R415 hat zwei Sockel für die AMD-Prozessoren Opteron 4100. Dell positioniert ihn File-, Web- oder Mail-Server, er soll sich auch als Virtualisierungs-Host eignen. Redundante Netzteile und Hot-Swap-Festplattenlaufwerke können zusätzlich erworben werden. Der Einstiegspreis für den R415 liegt bei 999 Euro.

    Eine Nummer Größer und explizit für die Server-Konsolidierung ist der PowerEdge R515. Der Rack-Server ist doppelt so hoch wie der R415 (2U) und basiert ebenfalls auf dem AMD Opteron 4100. Mit bis zu zwölf Festplatten lässt sich eine maximale Speicherkapazität von 25 TB erzielen. Die Basiskonfiguration kostet 1299 Euro.

    Keine Kommentare