UTM: Gartner sieht Fortinet, SonicWALL und Check Point vorne

    Appliance für Unified Threat ManagementIm kürzlich veröffentlichten Quadranten zu Systemen für das Unified Threat Management berücksichtigt Gartner insgesamt 14 Anbieter. Von ihnen schaffen es 5 in die Position der Leaders, gleich viele gelten für die Analysten dagegen nur als Nischenanbieter. Unter den am besten bewerteten Herstellern finden sich vor allem die Spezialisten für dieses Marktsegment, darunter Fortinet, SonicWALL oder WatchGuard. Die großen Lieferanten von Netzwerkausrüstung wie Cisco und Juniper bringen es nur auf die Bewertung Herausforderer.

    Applicances für das Unified Threat Management (UTM) eignen sich nach Gartners Verständnis vor allem für den Mittelstand. Sie kombinieren vorinstalliert auf einer Hardware oder als vorkonfigurierte virtuelle Maschine die Funktionen einer Stateful Firewall, eines Web Security Gateway mit Anti-Malware, URL- und Content-Filter sowie sicheren Fernzugriff und Site-zu-Site-Verbindungen über VPN. Zusätzlich schützen sie mit einem integrierten Intrusion Prevention System die Rechner im Firmennetz vor Angriffen. Hinzu kommen bei meisten Modellen integrierte WLAN-Access-Points, einige bieten zudem Funktionen für Data Loss Prevention.

    Mehr Funktionen als von vielen Firmen benötigt

    Für mittelständische Unternehmen sind UTM-Appliances interessant, weil sie die wesentlichen Features für die Netzwerksicherheit in sich vereinigen. Zudem lassen sie sich in der Regel über eine Browser-Oberfläche relativ einfach verwalten. Andererseits stellen die Analysten von Gartner fest, dass der Funktionsumfang der Geräte von den meisten Anwendern nicht ausgeschöpft wird. Sie empfehlen daher, vor Kaufentscheidungen zu prüfen, welche Features tatsächlich benötigt werden.

    Cloud verdrängt langfristig UTM-Appliances

    Gartner Quadrant 2012 zu Unified Threat Management Die Gartner Group beziffert den weltweiten Umsatz mit Lösungen für Unified Threat Management im Jahr 2011 auf 1,28 Mrd. Dollar. In den nächsten 5 Jahren erwarten sie ein weiteres Wachstum von jährlich 15 Prozent. Mittel- und längerfristig arbeiten nach ihrer Einschätzung aber einige wichtige Trends gegen die integrierten Systeme zur Gefahrenabwehr.

    Dazu zählt der Vormarsch von Cloud-basierten Secure Web Gateways, die sich als Service buchen lassen. Hinzu kommt die Ablösung von intern betriebenen Mail-Servern durch gehostete Dienste wie Office 365 oder Google Mail, die selbst Schutz vor Malware und Spam bieten. Schließlich verliert das LAN durch die zunehmende Nutzung von Smartphones und Tablets an Bedeutung, weil diese direkt über 4G-Netzwerke in das Internet gehen.

    Fortinet

    Am besten positioniert Gartner in seinem Quadranten Fortinet, das insgesamt neun UTM-Modelle für den Mittelstand anbietet, mit einem Firewall-Durchsatz von 20 MB/s bis zu 1 GB/s. Alle Geräte enthalten WLAN-APs, einige Modelle auch VoIP-Gateways. Als besonderes Plus von Fortinet sehen die Analysten das gute Preis-Leistungsverhältnis und bei Bedarf eine einfache Migration auf leistungsfähigere Geräte. Außerdem verfüge der Hersteller über gute Informationen zu aktuellen Bedrohungen und komme bei Gartner-Kunden am öftesten in die engere Wahl.

    SonicWALL

    Auf Platz 2 rangiert SonicWALL, das kürzlich von Dell übernommen wurde. Die Firma liefert zwei Produktlinien für den Mittelstand, die TZ- und die NSA-200-Serie. Erstere deckt den Bereich von 100 bis 200 MB/s ab, Zweitere beginnt bei 600 MB/s, geht bis 2,75 GB/s und bietet integrierte SSL-Inspektion. Als Stärken sehen die Analysten ein großes Partnernetzwerk, ein gutes Management-Interface der Systeme und die Innovationsfähigkeit des Herstellers. Andererseits bemängeln sie das Fehlen eines Virtual Appliance.

    Check Point

    Check Point, der auf dem Quadranten drittplatzierte Anbieter, hat für mittelständische Firmen ein ganzes Portfolio an UTM-Appliances, beispielsweise die Modelle 2200, 4200 und 4800 mit einem IPS-Durchsatz von 2 bis 6 GB, sowie Geräte wie die SG80, die sich für Außenstellen eignen. Als Stärken von Check Point sehen die Analysten, dass es viel Expertise zu Check-Point-Produkten im Markt gibt und dass der Hersteller einen günstigen Managed Service anbietet. Gleichzeitig beanstanden sie, dass die Preisgestaltung für Produkte und Services zu höheren Ausgaben beim Kunden führen als bei konkurrierenden Anbietern.

    4 europäische Hersteller

    Im Feld der untersuchten UTM-Hersteller finden sich 4 europäische Firmen, darunter 2 deutsche. Eine davon, nämlich Astaro, wurde im letzten Jahr von Sophos übernommen und landete bei Gartner unter den Leaders. Aufgrund nicht ausreichender Ability to execute verfehlte die französische NETASQ nur knapp das begehrte Quadrat rechts oben. Dagegen müssen sich die deutsche gateProtect und die schwedische Clavister mit Plätzen unter den Nischenanbietern begnügen.

    Wie in anderen Produktkategorien sieht es Gartner als Nachteil an, wenn Firmen ihren Tätigkeitsschwerpunkt in Europa haben und nicht global nicht ausreichend präsent sind. Allerdings dürfte es einen deutschen Anwender meistens nicht stören, wenn sein Lieferant hierzulande besonders gut vertreten ist.

    Cisco, Juniper, Netgear

    Mehrere große Namen müssen sich ebenfalls mit mäßigen Platzierungen abfinden, genau genommen sind das Cisco, Juniper und Netgear. Bei Cisco fällt Gartner zufolge negativ ins Gewicht, dass sich besonders die High-end-Modelle nur schwache Management-Funktionen bieten, außerdem habe die Firma 2011 kaum technische Fortschritte bei ihren UTM-Systemen vorzuweisen. Dafür sei jedoch der Support exzellent.

    Auch Juniper muss sich den Vorwurf geringer Innovationsgeschwindigkeit gefallen lassen, außerdem seien die Reporting-Funktionen verbesserungswürdig. Gut schneidet dagegen die Management-Konsole wegen ihrer einfachen Bedienung ab. Netgear schließlich, das vor allem im Consumer-Markt bekannt ist, landet unter den Nischenanbietern.

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