VMware ESXi aktualisieren: Update Manager, Auto Deploy, esxcli

    Installer von VMware ESXi 5.1ESXi 5.1 ist die neueste Version des Hypervisors von VMware, der leistungsfähiger ist als der Vorgänger und bis zu 64 vCPUs pro VM skaliert. Der Hersteller bietet mehrere Verfahren an, um ESXi auf die Hosts zu verteilen. Während sich dieser Prozess in Umgebungen mit hunderten Servern weitgehend automatisieren lässt, kommen für kleinere Umgebungen die interaktive Ausführung des Setup-Programms sowie das Kommandozeilen-Tool esxcli in Frage.

    Mit der gestiegenen Zahl an virtualisierten Servern gibt es einen erheblichen Bedarf an Tools, um das manuelle Update oder Patching von Hosts zu vermeiden. VMware bietet dafür gleich mehrere Optionen an, wobei sich abhängig von der installierten ESXi-Version nicht alle für das Update auf die Version 5.1 eignen.

    vSphere Update Manager

    Die Allzweckwaffe für das Aktualisieren von ESXi-Hosts ist der vSphere Update Manager. Er gehört zum Lieferumfang sämtlicher vSphere-Editionen und ist in den vCenter Server integriert. Das Tool kann nicht nur den Hypervisor patchen oder aktualisieren, sondern auch die Virtual Hardware und die VMware Tools in VMs anpassen. Außerdem ist in der Lage, Software von Drittanbietern zu installieren, die auf einem Host läuft. In vSphere 5 wurde jedoch das Patch-Management von Gast-Betriebssystemen entfernt.

    Update Manager arbeitet mit dem Distributed Resource Scheduler zusammen, so dass Hosts auf eine neue Version von ESXi gebracht werden können, ohne dass man VMs herunterfahren muss. Der Update Manager 5.1 ist in der Lage, ESX und ESXi 4.x sowie ESXi 5.0 auf die Version 5.1 zu aktualisieren. Das Update von ESX 3.5 unterstützt er nicht.

    vSphere Auto Deploy

    Mit vSphere 5 führte VMware ein Feature namens Auto Deploy ein. Sein wesentliches Merkmal besteht darin, dass die Server nach einem PXE-Boot ein Image des Hypervisors von einem zentralen Repository laden. Dabei lässt sich über ein Regelwerk festlegen, welche Maschinen welche Images erhalten. Die Konfiguration von ESXi wird dem Host dynamisch während des Startvorgangs über ein Host Profile zugewiesen.

    Auto Deploy wurde mit vSphere 5 eingeführt und lädt beim Booten des Server ein Image des Hypervisors über das Netz.

    vSphere Auto Deploy führt in seiner ursprünglichen Form also zu keiner permanenten Installation von ESXi, sondern lädt diesen bei jedem Start der Maschine neu über das Netz. Daher benötigen Server bei dieser Art der Bereitstellung nicht unbedingt lokale Platten. Ein Nebeneffekt dieses Verfahrens ist natürlich, dass sich eine neue Version von ESXi vergleichsweise einfach einführen lässt, indem man einem Server beim nächsten Start ein aktualisiertes Image zuteilt.

    vSphere 5.1 bringt zwei neue Varianten von Auto Deploy, mit denen sich die Abhängigkeit von der dafür nötigen Infrastruktur (TFTP, DHCP, Auto Deploy Server) verringern lässt:

    • Stateless Caching: Es lässt sich im Host Profile festlegen und sorgt dafür, dass Auto Deploy das Image auf dem Server ablegt. Dieses kommt nur dann zum Einsatz, wenn der Rechner neu startet und dabei der Auto-Deploy-Server nicht erreichbar ist.
    • Stateful Installs: Diese Option installiert das Image auf herkömmliche Weise, so dass der Server nach dem nächsten Neustart von Disk bootet. Auto Deploy ist danach nicht mehr für die Bereitstellung des Hypervisors zuständig.

    Update vom Installationsmedium

    Wenn man nur eine kleinere Zahl an Hosts zu verwalten hat, dann kann man das Update auf ESXi 5.1 einspielen, indem man den Server vom Installationsmedium (USB oder DVD) bootet. Dieses Verfahren wird auch von ESXi 5.1 Free unterstützt und ist dort die gängige Methode für das Update.

    Das Update über das Booten vom Installationsmedium funktioniert, wenn der Host bisher unter ESX/ESXi 4.x oder ESXi 5.0 läuft. Eine direkte Aktualisierung von ESX 3.x ist auf diesem Weg nicht möglich.

    Das Setup des Hypervisors erkennt vorhandene Installationen und Datastores. Es bietet beim Update von ESXi 4.x drei nicht auf Anhieb verständliche Optionen zur Auswahl, wie mit dem bestehenden Host zu verfahren ist:

    • Upgrade ESXi, preserve VMFS datastore: Dabei werden Einstellungen der alten Version, beispielsweise die IP-Konfiguration oder die Troubleshooting Options, beibehalten
    • Install ESXi, preserve VMFS datastore: Das Setup richtet in diesem Fall eine frische Instanz von ESXi 5.1 ein, lässt aber die vorhandenen VMFS-Volumes unangetastet.
    • Install ESXi, overwrite VMFS Datastore: Die Neuinstallation des Hypervisors geht einher mit der Formatierung der Datastores aus Basis von VMFS-5, so dass dort alle Daten verloren gehen.

    Beim Update von ESXi 5.0 auf 5.1 kann man die bestehende Konfiguration behalten oder überschreiben.

    Läuft ein Host schon unter ESXi 5.0, so bietet das Setup nur die Auswahl zwischen Install und Update. Letzteres spielt den neuen Hypervisor auf und bewahrt die vorhandenen Einstellungen, während sie bei der Neuinstallation verloren gehen.

    Eingabe des Lizenzschlüssels

    Nach dem Abschluss eines interaktiven Updates weist das Setup darauf hin, dass der Hypervisor nun 60 Tage im Evaluierungsmodus läuft. Während dieses Zeitraums muss die Software mit einem Lizenzschlüssel freigeschaltet werden. Dies erfolgt wie gewohnt mit Hilfe des vSphere Client (siehe dazu meine Anleitung).

    Hypervisor mittels esxcli aktualisieren

    Eine neue Variante für das Update führt ESXi 5.1 ein, indem es das auf der Shell verfügbare Dienstprogramm esxcli um dafür nötige Befehle ergänzt (zur Syntax siehe die vSphere-Dokumentation). Diese Methode klappt nur, wenn man ESXi 5.0 auf 5.1 aktualisiert.

    Auf die Kommandozeile kann man entweder direkt an der Konsole oder über SSH zugreifen. Beide Zugänge sind per Voreinstellung deaktiviert und müssen vor dem Einsatz von esxcli freigeschaltet werden (siehe dazu meine Anleitung).

    Die Verwendung von esxcli für ein interaktives Update hat gegenüber dem Booten von einem Installationsmedium gleich zwei Vorteile: Zum einen kann man dem Befehl als Parameter den Namen eines Remote-Host mitgeben, so dass man mehrere Server von einer Konsole aus aktualisieren kann.

    Zum anderen muss das vSphere Installation Bundle (VIB) nicht auf einer lokalen Datenquelle liegen, sondern esxcli lädt das Update direkt vom VMware Online-Depot herunter. Eine detaillierte Anleitung für dieses Vorgehen findet sich auf virtuallyGhetto.

    Update der Virtual Hardware und der VMware Tools

    Schließlich ist noch zu bedenken, dass nach dem erfolgreichen Update des Hypervisors die VMs auf die Virtual Hardware 9 gebracht werden sollten. Zwar ist ESXi auch mit älteren Versionen kompatibel, aber nur die aktuelle Ausführung erlaubt die Nutzung aller neuen Funktionen.

    Das Gleiche gilt für die VMware Tools in den Gast­betriebs­systemen. ESXi 5.1 lässt die Weiterverwendung älterer Versionen problemlos zu, aber mit ihnen sind nicht alle Neuerungen des aktuellen Hypervisors zugänglich.

    1 Kommentar

    Bild von Frank
    Frank sagt:
    9. Juni 2013 - 21:07

    Klasse Artikel, genau das hab ich gesucht.
    Bei VMWare bekommt man wie immer viel zu viel irrelevante Informationen.