Upgrade Analytics: Kostenloses Tool für In-Place-Upgrades auf Windows 10

    Die 4 Phasen des In-Place-Upgrades.Microsoft stellt mit Upgrade Analytics ein Cloud-basiertes Tool vor, das PCs in Unter­nehmen auf ihre Upgrade-Fähig­keit untersucht. Dazu sammelt es Infor­ma­tionen zu Hard­ware, Treibern und Anwen­dungen und über­trägt diese an die Azure, wo die die Operations Management Suite die Daten aus­wertet und visualisiert.

    Windows as a Service, wie Microsoft die periodischen Upgrades des Betriebs­systems nennt, soll große Migrations­projekte alten Stils überflüssig machen. Anstatt alle vier bis fünf Jahre sämtliche PCs von Grund auf neu zu installieren, erhalten die Rechner zwei bis drei Mal pro Jahr ein Feature-Upgrade von Windows 10, das über die vorhandene Installation gespielt wird.

    Häufige Kompatibilitätstest erforderlich

    Während das In-Place-Upgrade die Migration und Aktualisierung des Betriebs­systems zwar vereinfacht, zwingen die kurzen Intervalle zwischen den OS-Releases aber zu ständigen Kompati­bilitäts­tests mit vorhandenen Anwendungen.

    Microsoft bietet dafür die bewährten Tools auch für Windows 10 an. In erster Linie handelt es sich dabei um das MAP Toolkit und das Application Compatibilty Toolkit (siehe dazu: ACT und MAP: kostenlose Inventarisierungs-Tools im Vergleich). ACT ist seit Windows 8.1 nicht mehr als eigenständige Software verfügbar, sondern Bestandteil des Windows ADK.

    Upgrade Analytics erfasst kontinuierlich Daten über die Upgrade-Fähigkeit von PCs und Anwendungen.

    Diese On-Premise-Tools sind für die Vorbereitung auf herkömmliche Wipe-and-Load-Migrationen ausgelegt und nicht für die kontinuierliche Analyse vieler PCs gedacht. Beim neuen Upgrade Analytics ist es genau umgekehrt: Es eignet sich auch für den Umstieg auf Windows 10, bei dem die Rechner neu installiert werden, aber sein wesentlicher Nutzen liegt in der Unter­stützung von In-Place-Upgrades.

    Datensammlung über Telemetrie

    Das Tool nutzt die Telemetrie-Funktion von Windows 10, um Daten in die Cloud zu übertragen. Diese muss entsprechend freigeschaltet sein, unter Windows 7 und 8.1 muss man dagegen das Customer Experience Improvement Program aktivieren. Außerdem erfordern die beiden älteren OS-Versionen das Einspielen von Updates (KB 2976978 bzw. KB2952664 und KB 3150513).

    Architektur von Upgrade Analytics

    Auf der Cloud-Seite benötigen Anwender die Operations Management Suite (OMS). Für Upgrade Analytics reicht allerdings ein Free Tier als Workspace, so dass insgesamt keine Kosten für das Analyse-Werkzeug anfallen.

    Nach dem Anmelden an OMS muss der Administrator eine Commercial ID erzeugen, die Microsoft für die Zuordnung der übertragenen Daten zum OMS-Konto benötigt. Sie wird über ein Deployment-Script auf die PCs verteilt.

    Anzeige Upgrade-fähiger Anwendungen und PCs

    Upgrade Analytics liefert dann folgende Informationen:

    • Ein aktuelles Inventar von Treibern und Anwendungen, inklusive Nutzungsdaten (letztere helfen bei der Priorisierung einer Applikation, wenn sich etwa herausstellt, dass sie sehr selten ausgeführt wird)
    • Daten zu bekannten Problemen von Anwendungen und Treibern
    • Eine Einschätzung, ob bestimmte PCs, Programme oder Treiber bereit für das Upgrade auf Windows 10 sind.

    Die Liste der Rechner, die Upgrade Analytics als tauglich für die Aktualisierung des Betriebssystems einstuft, lässt sich im CSV-Format exportieren und zum Beispiel in ein Tool für das Client-Management übernehmen, mit dem das OS auf Geräte verteilt wird.

    Eine Anleitung für die ersten Schritte bei der Nutzung von Upgrade Analytics findet sich auf dieser TechNet-Seite. Die Anmeldung erfolgt über die Produktseite.

    1 Kommentar

    Bild von Peter Christian Nowak
    Peter Christian... sagt:
    24. November 2016 - 12:45

    Eine phantastische Anleitung zur Migration auf Windows 10. Windows as a Service ist eine sehr gute Philosophie von Microsoft, das ultimative Betriebssystem 10 zu einem der besten OS's zu entwickeln, die Microsoft je hervorgebracht hat. Dass zu Anfang etliche Friktionen auftreten, ist normal bei Innovationen. Es wird darum gehen, Win10 die Sicherheit im Betrieb mitzugeben, die das Betriebssystem attraktiv für alle macht, die noch bei Win7 oder XP ihr Vertrauen schenken.