vCenter auf das vCenter Appliance migrieren mit dem VCS-to-VCVA-Converter


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    VCS-to-VCVA-ConverterVMware Labs stellte eine kostenlose Soft­ware vor, mit der Anwender ihr unter Windows installiertes vCenter auf das Linux-basierte vCenter Server Appliance (vCSA) umziehen können. Die Migration übernimmt die vCenter-Datenbank, Rollen, Privilegien, Zertifikate und den Inventory-Service. Die Software ist als Virtual Appliance verfügbar.

    VMware verfolgt seit vSphere 5 die Strategie, die Windows-Installationen von vCenter nach und nach durch das vCSA abzulösen. Die ersten Ausführungen des Linux-basierten vCenter waren aber höchstens in kleinen Umgebungen eine ernst zu nehmende Alternative zum Windows-Pendant. Es mangelte ihm an Skalierbarkeit und am Funktionsumfang.

    vCSA 6.0 als ebenbürtige Alternative

    Zuletzt machte die Version 5.5 erhebliche Fortschritte, indem sie die gleiche Zahl an Hosts und VMs verwalten konnte wie ihr Windows-Gegenspieler. Allerdings setzte das eine externe Oracle-Datenbank voraus, die interne vPostgres-Datenbank blieb auf 100 Hosts und 1000 VMs beschränkt. Mit vCenter 6.0 erreicht VMware nun weitgehend sein Ziel, auf Basis einer Open-Source-VM eine gleichwertige Alternative zu Windows anbieten zu können.

    Einer breiten Akzeptanz des vCSA, das die Lizenzkosten für Windows und SQL Server vermeidet, standen bis dato die fehlenden Migrationswerkzeuge entgegen. Das gesamte Inventar auf Basis von vCSA neu einzurichten und dort die Umgebung von Grund auf neu zu konfigurieren stellt für die meisten Anwender keine akzeptable Option dar.

    Migration nur auf interne Datenbank

    Diese Lücke schließen nun die VMware Labs mit dem VCS-to-VCVA-Converter (wobei VCVA offensichtlich für vCenter Virtual Appliance steht). Er dient dazu, das Inventar und die Einstellungen aus Windows und SQL Server auf das vCSA und die interne vPostgres-Datenbank zu übertragen. Eine Migration auf eine externe Oracle-Datenbank ist nicht vorgesehen.

    VCS-to-VCVA-Converter ist ein Linux-Appliance mit einer textbasierten Bedienerführung.

    Das Konvertierungswerkzeug liegt als Appliance im OVA-Format vor, so dass es sich einfach in vSphere oder VMware Workstation importieren lässt. Vor dem Start der Migration sollten auf dem Quellsystem alle Erweiterungen und Plugins für den Web Client deaktiviert werden.

    Kein Parallelbetrieb

    Anschließend richtet man ein vCSA ein und weist ihm den gleichen Hostname und die gleiche IP-Adresse zu wie dem bestehenden vCenter unter Windows. Es sollte aber solange ausgeschaltet bleiben, bis das Migrations-Tool die Daten aus der alten Umgebung übernommen hat.

    Alle für die Migration erforderlichen Komponenten müssen im gleichen Netzwerksegment sein.

    VMware empfiehlt darüber hinaus, vorsichtshalber einen Snapshot des vCSA anzulegen, um bei Auftreten von Fehlern zur ursprünglichen Konfiguration zurückkehren zu können. Nach dem Einlesen der Quelldaten wartet das Tool, bis vCenter unter Windows heruntergefahren und das vCSA gestartet wurde. Anschließend kann es den Transfer abschließen.

    Einschränkungen

    Das Migrations-Tool unterliegt in der aktuellen Version 0.9 mehreren Einschränkungen, so dass es nicht in allen Umgebungen einsetzbar ist:

    • SQL Server und vCenter Server müssen auf separaten Hosts laufen
    • Inventory Service, vSphere Web Client und VMware Single Sign On müssen auf dem gleichen Host installiert sein wie vCenter Server.
    • Die Express Edition von SQL Server wird nicht unterstützt
    • Benutzer und Gruppen aus dem SSO-Verzeichnis werden ebenso wenig übernommen wie lokale Windows-Konten
    • vCenter Alarm Action-Scripts müssen ebenfalls manuell umgezogen werden
    • Die Konfiguration von Linked Mode wird nicht migriert. Mehrere verknüpfte vCenter-Server müssen einzeln umgezogen und anschließend neu verbunden werden.

    Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

    Für eine erfolgreiche Migration setzt das Tool außerdem voraus, dass Quelle und Ziel exakt dieselbe Version von vCenter einsetzen, mindestens aber 5.5. Die Minimalanforderung an SQL Server ist 2008 R2.

    Der VCS-to-VCVA-Converter kann kostenlos von der Website der VMware Labs heruntergeladen werden. Dort findet sich auch eine englischsprachige Anleitung im docx-Format.

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