Veeam Availability Suite v9: Cloud-Replikation, Explorer für Oracle, Restore von GPOs

    Veeam Backup & ReplicationVeeam gab bereits vor einiger Zeit einen ersten Ausblick auf die Neuerungen der Availability Suite v9 und damit auch von Backup & Replication v9. Nach einer verbesserten Replikation von VMs in die Cloud kündigte der Hersteller nun einen erweiterten Item-Level-Restore für Oracle, Exchange und Active Directory an.

    Der Spezialist für das Backup von VMware und Hyper-V führte bereits vor mehr als zwei Jahren eine erste Cloud-Option für seinen Replikations­mechanismus ein. Das seit der Version 8 auf Cloud Connect umbenannte Feature erhält in der v9 einige Verbesserungen. Dazu zählen:

    • Failover ganzer Rechenzentren auf einen Standort des Service-Providers. Der Administrator nutzt für diese Aufgabe ein Web-Portal, das die Failover-Orchestrierung mit Failover-Plänen unterstützt. Es erlaubt auch ein teilweises Failover für die sofortige Umstellung einzelner VMs.
    • Funktionen für die Netzwerkerweiterung, die die Kommunikation mit und zwischen Produktiv-VMs sicherstellen
    • Failback auf die bestehende oder eine neue Infrastruktur
    • Failover-Tests mit unterbrechungsfreier Failover-Simulation
    • Technologien zur Optimierung des Datentransfers, darunter WAN-Beschleunigung, Replica Seeding und Replizierung von einem Backup.

    Item-Level-Restore für Oracle

    Die nun angekündigten Neuerungen verbessern die Wiederherstellung von mehreren Applikationen, nämlich von AD, Exchange und Oracle. Dessen Datenbank wurde bis dato nur über U-Air berücksichtigt, einer allgemeinen Technologie zur anwendungs­spezifischen Wiederherstellung von Daten. Sie erfordert das Starten einer VM aus dem Backup-Archiv.

    Auf Basis der Logs lassen sich einzelne Transaktionen reproduzieren.

    Dagegen existieren seit geraumer Zeit eigene Tools für das Item-Level-Restore von mehreren Microsoft-Anwendungen, nämlich Active Directory, SQL Server, Exchange und SharePoint. Diese firmieren unter der Bezeichnung Veeam Explorer und können gezielt Datensätze, Nachrichten, Dokumente oder AD-Objekte aus gesicherten VMs extrahieren, ohne diese hochzufahren.

    Die Availability Suite v9 erhält nun einen eigenen Explorer für Oracle, der die Wiederherstellung von Datenbanken auf Transaktions­ebene erlaubt, darunter agentenloses Backup von Transaktionslogs. Damit können Nutzer individuelle Zeitpunkte für die Wiederherstellung definieren, um kurze Recovery Point Objectives (RPOs) zu erzielen.

    Auditing der Exchange-Wiederherstellung

    Die bestehenden Explorer für Microsoft-Produkte erhalten in der Version 9 einige neue Funktionen. Bei Exchange können Anwender aus Compliance-Gründen detaillierte Berichte erstellen, aus denen hervorgeht, welche Daten von welchem Ort und anhand welcher Suchkriterien exportiert wurden. Ebenfalls enthalten sind Funktionen für die Einschätzung der zu wiederherstellenden Datenmenge von Suchergebnissen.

    Der AD Explorer kann Objekte direkt auf einen DC zurücksichern, wobei er künftig auch GPOs berücksichtigt.

    Der Explorer für Active Directory ist in der Lage, neben User- oder Computerobjekten auch GPOs wiederherzustellen. Sie werden nicht nur in der AD-Datenbank, sondern zu einem großen Teil im Dateisystem (Sysvol) von DCs gespeichert.

    Restore von Website aus SharePoint

    Schließlich eignet sich der Explorer für SharePoint nun dafür, ganze Websites und Website-Sammlungen zurückzusichern, während der Explorer für Microsoft SQL Server einzelne Tabellen restaurieren kann.

    Veeam Backup & Replication v9 sowie die Availability Suite v9, die zusätzlich das Monitoring Tool Veeam One enthält, sollen im Lauf der zweiten Jahreshälfte 2015 auf den Markt kommen. Der neue bzw. die erweiterten Explorer werden auch zum Lieferumfang der Free Edition gehören.

    Keine Kommentare