Veeam Backup & Replication 7: WAN-und Tape-Support, Virtual Lab für Hyper-V


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    Veeam B & R v7 unterstützt Backup to Tape.Veeam kündigte die Version 7 von Backup & Replication an. Das neue Release bringt eine ganze Reihe wichtiger Erweiterungen und Verbesserungen für die Sicherung von virtuellen Umgebungen. Dazu zählen die Unterstützung für Bandlaufwerke, das Kopieren von Backup-Dateien über WAN-Strecken, Virtual Lab für Hyper-V und Replicas, ein Plugin für den vSphere Web Client sowie Support für vCloud Director.

    Veeam gehört zu den relativ jungen Unternehmen, die sich auf das Backup von virtualisierten Umgebungen spezialisiert haben. Mit der Migration von immer mehr Anwendungen in virtuelle Maschinen können ihre Tools mittlerweile die meisten Workloads sichern. Vorhandene Legacy-Produkte wären dann nur noch für das Backup der verbliebenen physikalischen Installationen zuständig.

    WAN-Optimierung als Backup-Feature

    Veeam konzentrierte sich bisher nicht nur auf eine Host-basierte Datensicherung, die auf die Installation von Agents in VMs verzichtet. Vielmehr gehörte es auch zum Konzept des Anbieters, Features in sein Kernprodukt zu integrieren, die traditionell als separate Produkte vertrieben werden. Dazu zählt etwa das Disaster Recovery mittels Replikation von Backup-Files oder die Deduplizierung der Daten.

    Wenn Backups offsite archiviert werden, dann beschleunigt die neue WAN-Optimierung den Transfer über leistungsschwache Netze.

    In Backup & Replication 7 setzt der Hersteller diesen Kurs fort, indem er WAN-Optimierung als weiteres Feature anbietet. Es handelt sich dabei um keine generische WAN-Beschleunigung, wie man sie von Firmen wie Silverpeak, Riverbed oder F5 und ihren Appliances kennt. Vielmehr optimiert sie nur das Übertragen von Backup-Dateien, auf deren Format die Funktion zugeschnitten ist. Sie nutzt zum einen Deduplizierung und Komprimierung, um die Datenmengen zu reduzieren, weiß gleichzeitig aber auch, welche Blöcke sich geändert haben bzw. am Ziel schon vorhanden sind.

    Copy-Jobs für Backup-Archive

    Die WAN-Optimierung ist Bestandteil der neuen Backup Copy Jobs, mit deren Hilfe Backup-Dateien in ein anderes Repository oder an einen anderen Standort übertragen werden können. Diese Operation erfolgt auf Basis einzelner VMs, so dass nicht ein komplettes Backup kopiert werden muss. Für solche Kopien lassen sich eigenständige Aufbewahrungsregeln definieren, so dass sie verschiedene Archivierungsvorgaben erfüllen können.

    Verifizierung von Hyper-V-Backups

    Eine weitere wesentliche Neuerung besteht in Virtual Labs für Replicas und Hyper-V-Backups. Es handelt sich dabei um ein Feature, das bis dato den Backups von VMware vorbehalten war. Seine Aufgabe besteht darin, VMs direkt auf Basis deduplizierter und komprimierter Backup-Dateien zu booten, so dass Anwendungen aus der Produktivumgebung auf sie zugreifen können, umgekehrt diese Möglichkeit aber nicht besteht.

    Diese Konstellation eignet sich vor allem dafür, die Integrität von Backups zu prüfen und ihre Wiederherstellbarkeit zu verifizieren. Veeam nennt diese Funktion SureBackup, wobei innerhalb eines Virtual Lab die Möglichkeit besteht, alle VMs hochzufahren, von der eine Anwendung abhängt, beispielsweise einen virtualisierten Domänen-Controller.

    Wurden VMs auf Basis von Backup-Dateien gestartet, dann können mit Hilfe von Universal Application Item Restore (U-AIR) einzelne Datensätze oder Dokumente wiederhergestellt werden. Schließlich stellt ein Virtual Lab noch eine On Demand Sandbox zur Verfügung, in der man Software-Updates oder Patches testen kann, bevor man sie in einer produktiv genutzten Umgebung verteilt.

    Backup aus SAN-Snapshots

    Bis dato sichert Veeam Backup & Replication virtuelle Maschinen auf Basis von Snapshots, die vom Hypervisor erstellt werden. Die Version 7 fügt die Möglichkeit hinzu, SAN-Snapshots für diesen Zweck zu nutzen. Als wichtigsten Vorteil dieses Verfahrens gibt der Hersteller an, dass sich damit die Backup-Frequenz deutlich erhöhen lässt, weil es kaum Ressourcen der produktiven Systeme beanspruche. Auch bei SAN-Snapshots nutzt Veeam das Changed Block Tracking von VMware, um die Menge der zu sichernden Daten möglichst gering zu halten.

    Derzeit unterstützt dieses Feature nur Storage-Systeme von HP, nämlich StoreVirtual VSA, HP Store Virtual (LeftHand, P4000) und HP StoreServ (3PAR). Veeam plant jedoch, das Backup von SAN-Snapshots auf Systeme anderer Hersteller auszudehnen.

    Sicherung auf Band

    Eine verbreitete Anforderung an die Datensicherung besteht darin, Backups außerhalb des Rechenzentrums aufzubewahren. Veeam setzt für das Disaster Recovery bisher auf die Replikation zu anderen Standorten oder mit der kürzlich vorgestellten Cloud Edition auf die Übertragung der Backups zu externen Providern. Bandlaufwerke gelten in der schönen neuen Welt der virtuellen Infrastrukturen als überholt.

    Aufgrund zahlreicher Kundenanfragen ergänzt Veeam seine Software in der Version 7 jedoch um Tape-Support. Als Ziel kommen sowohl Virtual Tape Libraries (VTLs), Tape Libraries und Standalone-Laufwerke in Frage. Die Archivierung lässt sich unter anderem so konfigurieren, dass Backup-Dateien immer automatisch auf Band geschrieben werden, sobald sie durch einen Sicherungs-Job geändert werden.

    Ersatz für NTBackup

    Auch die Backup Free Edition soll eine Unterstützung für Bandlaufwerke erhalten. Der Hersteller reagiert damit auf die Entscheidung von Microsoft, in Windows Server Backup dieses Medium nicht mehr zu unterstützen. Veeam kündigte an, sogar vorhandene Bänder lesen zu können, die mit NTBackup geschrieben wurden.

    Support für vCloud Director und vSphere Web Client

    Weitere Neuerungen von Backup & Replication 7 verbessern die Unterstützung für VMware. Zum einen ist es nun in der Lage, VMs zu sichern und wiederherzustellen, die von vCloud Director verwaltet werden.

    Zum anderen bringt es ein Plugin für den vSphere Client, so dass sich alle wesentlichen Aufgaben der Datensicherung und -wiederherstellung aus der Browser-Oberfläche erledigen lassen. VMware möchte mit dem nächsten Release von vSphere den Windows-Client endgültig durch das Web-Frontend ersetzen.

    Preise und Verfügbarkeit

    Veeam Backup & Replication 7 soll im 3. Quartal 2012 auf den Markt kommen. Der Listenpreis beträgt pro Sockel für die Standard Edition 620 Euro, für die Enterprise Edition 1000 Euro und für die Enterprise Plus Edition 1600 Euro.

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