Verzeichnisse freigeben und Shares konfigurieren mit Server Manager

    Windows-Ordner freigebenWindows Server 2012 (R2) konsolidiert viele Verwaltungsaufgaben im neuen Server Manager. Dazu zählt auch die Konfiguration von Freigaben, die in der Vergangenheit auf mehrere Tools verstreut war. Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, dass sich File-Server damit auch remote administrieren lassen.

    Die seit jeher getrennte Verwaltung von Freigabe- und NTFS-Rechten sorgte allein schon für Unübersichtlichkeit und erhöhte die Gefahr unbefugter Zugriffe. Zu diesen Basisfunktionen eines File-Servers gesellte sich über die Jahre eine Reihe von fortgeschrittenen Features wie Access Based Enumeration, BranchCache, Dynamic Access Control, Quotas oder Filter für unerwünschte Dateitypen.

    Verwaltung von Shares unter einer Oberfläche

    Es liegt auf der Hand, dass sich diese zahlreichen Optionen bei der Einrichtung eines Shares nicht mehr vernünftig über den Windows Explorer und diverse verstreute Tools verwalten lassen. Der File Server Resource Manager (FSRM) bündelt zwar die Administration einiger neuer Features, ist aber nicht für das komplette Management von Freigaben ausgelegt. Diese Aufgabe übernimmt nun der Server Manager.

    Der Wizard zum Anlegen einer neuer Freigabe findet sich im Menü 'Aufgaben'.

    Wie bei mehreren anderen Features unterstützt das Tool auch das Anlegen und die anfängliche Konfiguration von Shares mit einem Wizard. Dieser lässt sich auf der Seite Datei-/Speicherdienste => Freigaben starten, und zwar über den Befehl Neue Freigabe im Menü Aufgaben.

    Fünf Freigabeprofile

    Gleich zu Beginn verlangt der Wizard die Auswahl zwischen 5 Dateifreigabeprofilen. Drei davon beziehen sich auf SMB und zwei weitere auf NFS, wobei letztere natürlich voraussetzen, dass auf dem System die Rolle des NFS-Servers installiert wurde.

    Der Wizard bietet 5 vorgefertigte Profile für das Anlegen von Shares.

    Von den 3 SMB-Profilen sind Schnell und Erweitert für das traditionelle File-Sharing gedacht, bei dem gängige Benutzerdaten wie Office-Dokumente auf einem zentralen Laufwerk abgelegt werden. Dagegen dient Anwendungen dem Speichern von virtuellen Laufwerken von VMs, die unter Hyper-V laufen, sowie von Datenbanken. Microsoft empfiehlt, diesen Typus nicht mit dem herkömmlichen File-Sharing auf einem Server gemeinsam zu nutzen.

    Die Entscheidung zwischen Schnell und Erweitert hat keinen endgültigen Charakter. Die fortgeschrittenen Funktionen, die der Wizard im Rahmen des erweiterten Profils konfigurieren kann, lassen sich nachträglich über die Eigenschaften eines Shares auch dann anpassen, wenn man beim Anlegen der Freigabe nur das Basisprofil gewählt hat. Dazu zählt etwa das Festlegen von Kontingenten (Quotas) oder die Kategorisierung der Daten für Dynamic Access Control. Das Profil Erweitert setzt allerdings voraus, dass der Ressourcen-Manager für Dateiserver (FSRM) auf dem Rechner installiert ist.

    Festlegen von Freigabeeinstellungen

    Im nächsten Dialog folgt bei beiden Profilen die Auswahl des Servers und des Volumes, auf dem eine Freigabe eingerichtet werden soll. Hier kann man sich auch für Remote-Rechner entscheiden, wenn man sie zuvor im Server Manager zur Liste der verwalteten Server hinzugefügt hat.

    Freigaben lassen sich nicht nur auf dem lokalen Rechner anlegen, sondern auch auf entfernten File-Servern.

    Nach der Eingabe von Name und Pfad für das Share gelangt man zum Dialog Andere Einstellungen. Hier kann man die so genannte zugriffsbasierte Aufzählung (Access Based Enumeration) und BranchCache aktivieren, das Zwischenspeichern von Dateien auf Clients mittels Offline-Files zulassen und bestimmen, ob die Dateiübertragung verschlüsselt werden soll.

    Verwalten der Zugriffsrechte

    Zum Abschluss steht noch die Vergabe der Zugriffsrechte an. Der dafür vorgesehene Dialog zeigt die Rechte für die Freigabe und zusätzlich in einer eigenen Liste jene für den Ordner an.

    Der Wizard gewährt für die Freigabe Vollzugriff für 'Jeder', die eigentliche Rechteverwaltung erfolgt über NTFS.

    Klickt man hier auf die Schaltfläche Berechtigungen anpassen, dann öffnet sich ein Fenster mit mehreren Tabs, das nicht nur die beiden Rechtesysteme unter einer Oberfläche versammelt, sondern wo man auch zentrale Richtlinien für Dynamic Access Control zuweisen und die effektiven Privilegien berechnen kann. Dieses Tool steht auch nach dem Anlegen des Shares zur Verfügung, um die Zugriffsrechte der Freigabe anzupassen.

    Der Server Manager versammelt alle für die Zugriffsrechte relevanten Einstellungen in einem Dialog.

    Hat man sich im ersten Dialog für das erweiterte SMB-Profil entschieden, dann bietet der Wizard zusätzlich die Möglichkeit, Kontingente aus einer vorgegebenen Liste von Quotas auf die Freigabe anzuwenden.

    Über das erweiterte SMB-Profil bietet der Wizard die Konfiguration von Quotas an.

    Hier handelt es sich nicht um NTFS-basierte Beschränkungen des Speicherplatzes, sondern um ordnerspezifische Beschränkungen, die man im FSRM einrichten kann.

    1 Kommentar

    Bild von WinUser291
    WinUser291 sagt:
    18. Januar 2018 - 19:33

    Danke, das hat mir sehr geholfen! :)