VirtualBox 4.1: VM-Cloning, Aero für Windows-Gäste, SATA Hot-add

    VirtualBox 4.1.0Die freie Virtualisierungssoftware VirtualBox erhält in der Version 4.1.0 einige interessante neue Features. Sie verbessern zum einen die Bedienbarkeit, weil mehrere bisher nur über die Kommandozeile erreichbare Funktionen nun in die grafische Oberfläche wandern und teilweise mit Wizards versehen werden. Zum anderen kommen (zum Teil leider nur experimentelle) Neuerungen für Basisfunktionen hinzu, die der Marktführer VMware schon länger bietet, etwa das Hinzufügen von virtuellen Laufwerken zu aktiven VMs.

    Bereits VirtualBox 4.0 konzentrierte sich als Major Release auf den Umbau der Bedieneroberfläche, der vor allem im neuen VirtualBox Manager sichtbar wurde. Die Version 4.1.0 setzt diese Entwicklung mit der Integration von Funktionen für das Image-Management in die GUI fort. So bietet diese nun einen Cloning-Befehl, der das Duplizieren aller zu einer VM gehörigen Dateien übernimmt und zudem die Kopie mit einer neuen ID versieht. Der Dialog bietet jedoch keine zusätzlichen Optionen für den Cloning-Vorgang, so dass sich damit nur komplette Kopien erstellen lassen, aber keine Linked Clones wie bei der VMware Workstation.

    Images kopieren und nach vmdk oder VHD konvertieren

    Die neue Kopierfunktion bietet die Möglichkeit, Images in andere Formate zu konvertieren.Ebenfalls neu hinzu kam nun eine Kopierfunktion für virtuelle Laufwerke, die im Manager für virtuelle Medien untergebracht ist. Sie leistet allerdings mehr als das Duplizieren von Images und ist in der Lage, den Export mit einer Konvertierung zu verbinden. Als Zielformate für das Kopieren bietet VirtualBox neben seinem eigenen VDI jenes von VMware (vmdk) und Microsoft (VHD) an.

    Die Software lässt sich daher auch als V2V-Tool einsetzen, vor allem deshalb, weil sie auch die Fremdformate einlesen und als VDI exportieren kann. Die Offenheit gegenüber anderen Formaten für virtuelle Laufwerke zeigt sich auch im neuen Wizard zum Erstellen von Images, mit dem sich neben VDI auch VMDKs und VHDs erzeugen lassen.

    VirtualBox 4.1.0 bringt auch einige interessante Neuerungen unter der Haube, die jedoch teilweise noch als experimentell und nicht für den Einsatz im produktiven Betrieb gekennzeichnet sind. Dazu zählt die Unterstützug für WDDM-Treiber bei Windows-Gästen, die zur Ausführung der Aero-Oberfläche erforderlich sind.

    SATA Hot-add und CPU-Hot-Plug von der Kommandozeile

    Das experimentelle SATA Hot-add lässt sich nicht über die GUI steuern.Eine solchen vorläufigen Status hat auch das neue SATA-Hot-Add, mit dem man virtuelle Festplatten zu VMs während des laufenden Betriebs hinzufügen kann. Diese Funktion ist noch nicht auf der GUI präsent, so dass diese im eingeschalteten Zustand generell das Hinzufügen-Icon abblendet. Daher muss man zu diesem Zweck auf das Kommandozeilen-Tool VBoxManage ausweichen. Dieses ist ebenfalls für das schon länger verfügbare CPU-Hot-Plugging zuständig, weil dafür auch noch keine Integration in die grafische Oberfläche existiert.

    Zu den weiteren technischen Neuerungen von VirtualBox 4.1.0 zählt PCI Passthrough für Linux-Gäste. Dieses Feature erlaubt es dem Gastsystem, PCI-Komponenten direkt und vorbei am Host-System anzusprechen. Sie lassen sich selbst dann nutzen, wenn der Host keinen Treiber für das PCI-Gerät zur Verfügung stellt. Auch diese Funktion hat noch experimentellen Status.

    Mehrere Detailverbesserungen und Fehlerkorrekturen

    Neben diesen größeren Neuerungen bringt Oracle mit VirtualBox 4.1.0 neben zahlreichen Bugfixes noch weitere Verbesserungen für spezielle Anwendungsszenarien:

    • Ein neuer Netzwerkmodus namens UDP Tunnel, mit dem sich VMs, die auf verschiedenen Hosts laufen, verbinden lassen.
    • Erhöhung des Speicherlimits auf 64-Bit-Hostsystemen bis zu 1 TB.
    • Beibehaltung des Seitenverhältnisses im Fenster des Gastsystems, wenn der skalierte Modus unter Windows oder Mac OS verwendet wird.

    VirtualBox 4.1.0 ist ab sofort verfügbar und kann von virtualbox.org heruntergeladen werden.

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